Himmelberg

Himmelberg
Wappen von Himmelberg
Himmelberg (Österreich)
Himmelberg
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Kärnten
Politischer Bezirk: Feldkirchen
Kfz-Kennzeichen: FE
Fläche: 56,88 km²
Koordinaten: 46° 45′ N, 14° 2′ O46.74838614.037058672Koordinaten: 46° 44′ 54″ N, 14° 2′ 13″ O
Höhe: 672 m ü. A.
Einwohner: 2.335 (1. Jän. 2012)
Bevölkerungsdichte: 41,05 Einw. pro km²
Postleitzahl: 9562
Vorwahl: 0 42 76
Gemeindekennziffer: 2 10 05
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Turracher Straße 27, 9562 Himmelberg
Website: www.himmelberg.at
Politik
Bürgermeister: Heimo Rinösl (SPÖ)
Gemeinderat: (2009)
(19 Mitglieder)
9 SPÖ, 5 FPK, 4 ÖVP, 1 FPÖ
Lage der Gemeinde Himmelberg im Bezirk Feldkirchen
Albeck Feldkirchen Glanegg Gnesau Himmelberg Ossiach Reichenau Sankt Urban Steindorf am Ossiacher See Steuerberg KärntenLage der Gemeinde Himmelberg im Bezirk Feldkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)
Schloss Biberstein
Pfarrkirche Heiliger Martin
Ländliches Wohnhaus
Mühle an den Tiebelquellen
Historischer Eisenverarbeitungsbetrieb

Himmelberg ist eine Gemeinde mit 2335 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012) im Bezirk Feldkirchen in Kärnten.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Himmelberg liegt im Zentrum Kärntens nordwestlich von Feldkirchen. Der Hauptort des Gemeindegebietes, das den Großteil des Tiebeltals einnimmt, liegt in durchschnittlich 672 m Seehöhe. Höchste Erhebung ist der Hoferalmkopf (ca. 1600 m ü. A.) im Nordwesten, tiefstgelegener Punkt die Tiebel im Poitschacher Graben (625 m ü. A.) im Süden der Gemeinde.

Gemeindegliederung

Himmelberg ist in die sieben Katastralgemeinden Äußere Teuchen, Dragelsberg, Himmelberg, Hochegg, Pichlern, Saurachberg und Zedlitzberg gegliedert. Das Gemeindegebiet umfasst folgende 36 Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 2001):

  • Außerteuchen (144)
  • Dragelsberg (77)
  • Draschen (11)
  • Eden (0)
  • Flatschach (75)
  • Fresen (13)
  • Glanz (2)
  • Grilzberg (0)
  • Grilzgraben (19)
  • Grintschach (51)
  • Himmelberg (589)
  • Hochegg (9)
  • Kösting (16)
  • Kaidern (32)
  • Klatzenberg (37)
  • Kraß (54)
  • Lassen (9)
  • Linz (57)
  • Manessen (25)
  • Oberboden (164)
  • Pichlern (135)
  • Pojedl (73)
  • Sallach (8)
  • Saurachberg (85)
  • Schleichenfeld (66)
  • Schwaig (21)
  • Sonnleiten (100)
  • Spitzenbichl (16)
  • Tiebel (91)
  • Tiffnerwinkl (119)
  • Tobitsch (67)
  • Tschriet (2)
  • Wöllach (45)
  • Werschling (73)
  • Winklern (16)
  • Zedlitzberg (59)

Nachbargemeinden

Gnesau Steuerberg
Arriach Nachbargemeinden
Steindorf Feldkirchen

Gewässer

Die Tiebelquellen im Gemeindegebiet von Himmelberg sind das zweitgrößte Wasserquellgebiet Österreichs. 60 bis 100 Quellen mit hervorragender Qualität bilden die Grundlage des Natur- und Erlebniswanderweges.

Geschichte

Im heutigen Gemeindegebiet von Himmelberg wurden im 9. und 10. Jahrhundert durch Rodungen einige sonnseitige Hänge des oberen Gurktales, das zu dieser Zeit stark versumpft war, zur Besiedlung und Bewirtschaftung erschlossen. Als „Sulca“, als Gegend eines slowenischen Zolko wurde der Ort bzw. die Pfarrkirche Hl. Martin 1065 als Eigenkirche der Eppensteiner erstmals urkundlich erwähnt.[1] Die Burg „Alt-Himmelberg“ wurde im 11. oder 12. Jahrhundert errichtet. Das Geschlecht derer von Himmelberg, namentlich Wernher von Himmelberg, wurde erstmals 1196 urkundlich genannt. Etwa um diese Zeit scheint der slowenische Ortsnamen Sokova, in der Mundart Zólkava, vom höfisch-hochmittelalterlichen Wunschnamen Himmelberch (1213) abgelöst worden zu sein. Ulrich von Liechtenstein nennt in seinem "Frauendienst" (um 1255) einen Zachäus von Himmelberg als einen der Sänger, die er im Sängerwettstreit zu Friesach besiegt habe.

1329 wurde das Landgericht Himmelberg um Gebiete bis nach Ossiach, Steuerberg und Reichenau erweitert, und auch die Herrschaft Himmelberg vergrößerte zu dieser Zeit ihren Besitz. Der Himmelberger Landrichter Marchward der Pibriacher ließ zwischen 1382 und 1396 das nach ihm benannte Schloss Biberstein errichten.

Entlang des Tiebels entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert die Eisenverarbeitung, und bis in das 20. Jahrhundert hinein war Himmelberg für seine Sensenschmieden bekannt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden in Himmelberg bis zu 250.000 Sensen jährlich hergestellt. Nur wenige Sensenbetriebe überlebten jedoch die Jahrhundertwende und in der Wirtschaftskrise der Zwischenkriegszeit wurde die Produktion fast vollständig eingestellt. Eines der letzten Sensen-Gewerke war die Zeilinger-Schmiede „an der Tratten“.

Die Gemeinde konstituierte sich im Jahr 1850. Vom ursprünglichen Gemeindegebiet wurden schon 1865 die Katastralgemeinden Zedlitzdorf und Mitteregg an Reichenau abgetreten, und 1895/96 wurden die Katastralgemeinden Gnesau und Gurk zur Bildung einer eigenen Ortsgemeinde Gnesau abgetrennt. 1921 wurde Innerteuchen an Arriach und 1973 kleinere Teile des Gemeindegebiets östlich der Gurktal Straße an Steuerberg angeschlossen.

Bevölkerung

Die Gemeinde Himmelberg hat 2.336 Einwohner (2011), davon besitzen 95,8 % die österreichische Staatsbürgerschaft. Als Religionszugehörigkeit gaben (im Jahr 2001) 66,5 % römisch-katholisch und 33,4 % evangelisch an. 3,9 % sind ohne religiöses Bekenntnis.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Ortsbild

Werksgebäude bedeutender Schmieden mit zugehörigen Wohn- beziehungsweise Gewerkenhäusern bestimmten zu einem großen Teil das Ortsbild. Besonders die um 1560 als Hammer- und Drahtzieherschmiede genannte „Schmieden an der Tradten“ („Nr. 42 und 45“, Gewerkenhaus, Verwaltungsgebäude, Personalhaus, ein bemerkenswerter zweigeschoßiger Backsteinbau, Feuerwehrdepot, Werkstätenkomplex), um 1700 als Sensenschmiede geführt, nach der Übernahme durch den Gewerken Zeilinger 1874 führend in der Sensenproduktion. Baulichkeiten samt Einrichtung als Zeugnis eines fast ausgestorbenen Produktionszweiges bisher erhalten. Sussmann`sches Werk 1843 von Michael Rauter vermutlich anstelle älterer Mühle im Osten von Himmelberg errichtet und 1904 von Brüdern Sussmann übernommen. Neben ehemaligem Rösser`schem Hammerwerk am östlichen Ostrand, „Nr. 48“, Werksgebäude mit zugehörigen Wohn- beziehungsweise Gewerkenhäusern meist zweigeschoßige Stöcklbauten über quadratischem Grundriss mit Walm-, Sattel- oder Schopfwalmdächern und Fassadengliederung des 19. Jahrhunderts. Besonders prägender Bau, „Nr. 31“ bezeichnet 1825, dreigeschoßiges Vollwalmhaus an der Straße südwestlich des Schlosses.[2]

Biedermeier-Architektur

Bianca Kos: «Durch die Sensen- und Sichelerzeugung am Tiebelbach hatte Himmelberg eine überregionale Bedeutung erlangt. Aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen neinige Werksgebäude und Gewerkenhäuser. Das Haus Nr. 47 (heute Schulstraße Nr. 1-3) ist ein repräsentatives Gewerkenhaus mit der Jahreszahl „MDCCCXXVI“ über dem Korbbogenportal mit einem volutenförmigen Schlussstein. Der Stöcklbau ist mit einer Fassade aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit quastenförmigen Verzierungen an den Fenstern ausgestattet. Das Gewerkenhaus der Resser (heute Ladenhüttenweg Nr. 5) ist ein typisch biedermeierlicher Bau mit einem Giebel an der Frontseite. Der Wappenstein ist mit „1822“ datiert. Das „Schifferhaus“ (heute: Turracher Straße Nr. 9) ist über dem Eingangsportal mit der Jahreszahl „1825“ und der Inschrift „Beatus ille homo, qui sedet in sua domo“ („Glücklich ist jener Mensch, der in seinem Hause lebt“) versehen.»[3]

Burgruine Himmelberg. Rechts unten im Bild ist ein gotischer Torbogen erkennbar
Pfarrkirche in Außerteuchen
Mesnerhaus in Außerteuchen

Bauwerke

  • Die Burgruine Himmelberg, die dem Ort seinen Namen gab, ist der Rest einer im 11. oder 12. Jahrhundert errichteten Burg oberhalb des Ortes am Eingang in die Teuchen. Sie befand sich bereits im 16. Jahrhundert im Verfall und wurde von Valvasor 1688 nur noch als Ruine dargestellt.
  • Das Schloss Biberstein (auch: Piberstein), urkundlich 1382 bzw. 1396 erwähnt, wurde zu dieser Zeit von dem Landrichter Marchwart der Pibriacher erbaut. 1571 wurde es von Georg von Khevenhüller erworben und gelangte schließlich 1662 in den Besitz des Salzburger Fürstbischofs Paris Lodron. Es war seither Mittelpunkt eines Fideikommisses der Grafen von Lodron und befindet sich bis heute in Privatbesitz dieser Familie.
  • Die Pfarrkirche Hl. Martin urkundlich um 1060 erstmals erwähnt, wurde nach einem Brand 1711 in barockem Stil wieder aufgebaut. Sie enthält barocke Wandmalereien.
  • Pfarrkirche Hll. Rupert und Virgil in Außerteuchen, spätgotischer Bau aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, 1453 urkundlich erwähnt, mit Nordturm und Spitzhelm
  • Filialkirche Hll. Philipp und Jakob in Pichlern, urkundlich 1451, spätgotisches Bauwerk mit polygonalem Chor, nordseitig angebauter Sakristei und hölzernem Dachreiter.
  • Filialkirche Hl. Thomas in Werschling, urkundlich 1494, kleiner, von einer Friedhofsmauer umgebener Bau mit niedrigem Chorturm

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 19 Mitglieder und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 wie folgt zusammen:

Direkt gewählter Bürgermeister ist Heimo Rinösl (SPÖ).

Wappen

Als Wappenschild wurde dasjenige der Herren von Himmelberg ausgewählt, deren Geschlecht mit Wernher von Himmelberg 1196 erstmals erwähnt wurde. Das Schild mit dem Adler im Spalt und dem Schrägrechtsbalken ist für Offo von Himmelberg an einer Urkunde vom 4. Juli 1322 bezeugt. Der Adler dürfte die Vasallität zum Heiligen Römischen Reich bzw. dem deutschen König zum Ausdruck bringen, die Wurzel des Schrägrechtsbalkens ist unbekannt.

Wappen und Fahne wurden der Gemeinde am 11. Juli 1960 verliehen. Die amtliche Blasonierung des Wappens lautet: Von Gold und Rot gespaltener Dreiecksschild, vorn mit dem halben schwarzen Reichsadler, hinten mit einem silbernen Schrägrechtsbalken.[4]

Die Fahne ist Rot-Gelb mit eingearbeitetem Wappen.

Partnergemeinden

Literatur

  • Bianca Kos: Ein Traum - Das Biedermeier Band 99 im Verlag des Geschichtsvereines für Kärnten, Klagenfurt 2010, ISBN 978-3-85454-117-2
  • 800 Jahre Himmelberg. 1196–1996. Eigenverlag des Gemeindeamts Himmelberg, 1996. online als PDF, 19,6 MB
  • Wolfgang Putzinger: Von den Nockbergen zum Ossiacher See. Alte und neue Ansichten aus dem Bezirk Feldkirchen. Eigenverlag, Feldkirchen i. K. 2008, o. ISBN

Einzelnachweise

  1. Eberhard Kranzmayer: Ortsnamenbuch von Kärnten. II. Teil, 1958, S. 102
  2. Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Kärnten. Anton Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X, S. 298.
  3. Ein Traum - Das Biedermeier. Bianca Kos, Klagenfurt 2010 ISBN 978-3-85454-117-2, S. 194
  4. zitiert nach Wilhelm Deuer: Die Kärntner Gemeindewappen, S. 138. Verlag des Kärntner Landesarchivs, Klagenfurt 2006, ISBN 3-900531-64-1

Weblinks

 Commons: Himmelberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien