Hochsölden

Blick auf Hochsölden

Hochsölden ist ein Hoteldorf im südlichen Teil des Ötztals im Bezirk Imst, Tirol, Österreich. Hochsölden liegt oberhalb von Sölden auf einer Seehöhe von 2090 Metern direkt an der Skipiste.

Inhaltsverzeichnis

Namensherkunft

Der Ursprung Hochsöldens war die Hamrachalpe (heute Hotel Schöne Aussicht), wo schon 1926 mit der Vermietung von 6 Strohbetten begonnen wurde. Zu dieser Zeit gab es noch keine Lifte und ein Aufstieg war für Touristen nur mit Tourenschiern und Fellen möglich. Die Gegend wurde damals in Hainbach- und Hamrachalpe geteilt. Die angereisten Gäste verwechselten des Öfteren die Almen und deshalb wurde das ganze Gebiet auf den Namen Hochsölden umgetauft.

Geschichte

Kapelle in Hochsölden

1928 wurde der Sonnblick erbaut. Um die benötigten Baumaterialien und Lebensmitteln zu befördern wurde 1929 von der Familie Serafin Gurschler eine erste Materialseilbahn von Sölden nach Hochsölden realisiert. Daraufhin errichtete die Familie Gurschler zwischen 1931 und 1934 das Hotel Hochsölden und 1936 die Familie Lengler den Alpenfriede. Im selben Jahr wurde die Hamrachalpe von Hans Fender in das Gasthaus zur schönen Aussicht ausgebaut. Außerdem wurde 1934 eine Kapelle in Hochsölden errichtet. Aufgrund der starken Gästezunahme wurden immer mehr Betten benötigt und deshalb kam 1940 der Enzian dazu.[1]

Am 15. März 1946 - nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erfolgte die Neugründung des Skiclubs SC Sölden-Hochsölden.

Bergstation Giggijoch (2284 m)

Der Bau eines Sesselliftes von Sölden nach Hochsölden erfolgte im Jahr 1948. Bei diesem Lift handelte es sich um den ersten Sessellift im Ötztal und den erst dritten Sessellift in Tirol.[2] Dieser wurde 1955 durch einen 1er-Sessellift ersetzt.[3]

1951 wurde der Rotkogellift gebaut, der wesentliche Erleichterungen im Anstieg auf die täglichen Bergtouren brachte. 1956 schlossen sich die Hoteliers und Gastwirte von Hochsölden unter Federführung von Hans Fender zusammen um gemeinsam eine Straße zu errichten. Mit Pickel und Schaufel wurde ein ca. 7 km langes Straßenstück von Sölden nach Hochsölden erbaut. Zu dieser Zeit war die Straße nur in eine Richtung befahrbar. Deshalb gab es einen genauen Zeitplan wann man hinunter und wann hinauf fahren konnte.

Etwa zur gleichen Zeit wurden die Giggijoch- und Hainbachkar-Schlepplifte erbaut und mit diesen beiden Liften wurde erstmals das Schifahren im heutigen Sinne und auf präparierten Pisten möglich. Im Jahr 1958 errichtete Hans Fender mit dem Hotel Edelweiss ein weiteres Hotel. Dieses hatte damals schon Zimmer mit Bad und WC, was in den 1950ern besonderen Luxus darstellte. Es ist bis heute das einzige Hotel in Hochsölden, das zur Gänze nach dem Zweiten Weltkrieg errichtet wurde.

Die enormen Bautätigkeiten waren natürlich auch ein Eingriff in den Naturhaushalt. Deshalb erfolgte 1963 der Bau einer eigenen Kanalisation für Hochsölden, zu einer Zeit als noch kein anderer Ort im Ötztal über eine solche verfügte. 1967 wurde beim Hotel Edelweiss auf 2.090 Höhenmetern eines der ersten Hallenbäder des Ötztals gebaut.

Sport

Skifahrer 1949
  • 1947 veranstaltet der SC den „Großabfahrtslauf um das Ötztaler Edelweiss“ Streckenführung Giggijoch - Rainstadl. Als Sieger ging Eberhard Kneisl hervor.
  • 1948 findet die Tiroler Meisterschaft statt, die zugleich als Ausscheidung für die Olympischen Winterspiele in St. Moritz gilt.
  • 1957 erfolgt der Start zur wohl größten rennsportlichen Veranstaltung der Nachkriegszeit - dem „Internationalen Rennen um das Wildspitzkreuz“. Der junge Karl Schranz und Resi Feiersinger gehen als Sieger hervor.[4]
  • 1960 findet das Internationale Ötztaler „Frühjahrsrennen“ in Hochsölden statt.[5]

Das Skigebiet Sölden-Hochsölden umfasst zur Zeit (Stand Saison 2009/2010) 148 km präparierte Skipisten zwischen einer Seehöhe von 1.350 und 3.340 Metern. Ca. 60 % der Skipisten können beschneit werden. Insgesamt sind 33 Lifte und Seilbahnen mit einer Beförderungskapazität von 69.000 Personen pro Stunde in Betrieb.

Moderner Tourismus

Bergstraße Sölden/Hochsölden

Im Jahr 1971 wurden die Schigebiete Hochsölden und Gaislachkogel zusammengeschlossen. Nachdem die damalige Forststraße nach Hochsölden ausgebaut wurde, wurde 1972 die Gletscherstraße zum Rettenbachferner gebaut.[6] Damit war das Skigebiet Sölden erstmals ganzjährig schneesicher. 1998 wurde das Skigebiet Hochsölden mit dem Rettenbachgletscher verbunden – ein weiterer historischer Impuls für Söldens Erfolg.

Um eine optimale Parklösung für das Hoteldorf zu schaffen, wurde 2002 eine örtliche 5-stöckige Tiefgarage gebaut. Während der gesamten Wintersaison kann man direkt von der Unterkunft auf die Skipiste fahren und somit langen Warteschlangen bei Liften völlig aus dem Weg gehen.

Heute besteht das Bergdorf Hochsölden aus fünf 4-Stern-Hotels, einem Bergrestaurant, zwei Sportgeschäften. einigen Apartmenthäusern und einer eigenen Skischule.

Einzelnachweise

  1. 1935: Tourismus in Hochsölden, ORF-Sendung "Tirol Heute", 19. Oktober 2011
  2. Interview mit Hans Falkner in der 60 Jahre Skiclub Sölden Ausgabe (2008)
  3. Fotos und technische Daten des Hochsölden-Lifts
  4. „Wildspitzkreuz für Karl Schranz und Resi Feiersinger“, Herbstinformation SC Sölden, Saison 2009/2010, S.8.
  5. www.sc-soelden.at - Vereinsgeschichte SC Sölden-Hochsölden
  6. Informationen zum Rettenbachgletscher in Sölden

Literatur

  • Das Ötztal. Hayman-Verlag, Innsbruck 1999
  • Ötztal - Erlebnis einer bezaubernden Bergwelt. Verlag Photo-Lohmann Ges.m.b.H., S.46 und S.71

Weblinks

Schigebiet:

46.97741666666710.984027777778Koordinaten: 46° 59′ N, 10° 59′ O