Hohe Birga

47.24130811.2971Koordinaten: 47° 14′ 29″ N, 11° 17′ 50″ O

Blick auf die Hohe Birga mit der Siedlung Birga im Vordergrund.

Die Hohe Birga bei Birgitz, etwa acht Kilometer von Innsbruck entfernt, ist eine Höhensiedlung der Fritzens-Sanzeno-Kultur aus dem 1. Jahrtausend v. Chr.

Entdeckung

Oswald Menghin wurde durch den Ortsnamen in das westliche Mittelgebirge gelockt und konnte 1937 einen Waldhügel ausmachen, der sich als Wallberg geeignet hätte. Er entdeckte neun von Menschenhand gefertigte Plateaustufen an dem gegenüberliegenden Hügel, welche von den Ortsbewohnern Riesenstiege genannt wurden. Bei den folgenden Untersuchungen stellte sich heraus, dass diese Stufen aus dem Mittelalter stammen. An der Südkante des Waldhügels fand Menghin eine Steinsetzung, welche ehemals ein schützender Wall gewesen war. Von August bis Oktober 1938 wurden Grabungen durchgeführt, welche aber Ende Oktober aufgrund des Kriegsbeginns abgebrochen werden mussten. Osmund Menghin (Oswalds Sohn) führte von 1949 bis 1956 erfolgreiche Grabungskampagnen durch.

Durch die Grabung wurde 13 Häuser nachgewiesen, von denen drei teilweise erhaltene Grundmauern heute noch zu sehen sind. Die Wohnhäuser (auch zweigeschossig) entsprechen dem rätischen Typ und weisen Trockenmauerwerk, Lehmverputz und Holzaufbau auf.

Funde

Paul Gleirscher untersuchte und publizierte die Kleinfunde der Hohen Birga, welche Fibeln, Bronze- und Eisenfunde sowie Knochen-, Glas- und Steinfunde beinhalten. Die einzigen Waffen des Siedlungsplatzes waren eine Lanzenspitze mit zwei Lanzenschuhen aus Eisen und eine steinerne Pfeilspitze, die allerdings aus der jüngeren Steinzeit bzw. der Frühbronzezeit stammt. Fremde Fibelformen und Fremdkeramik lassen auf Handelsbeziehungen und Wohlstand schließen. In der Gemeinde Birgitz ist die Ausstellung dieser Funde in einem Rätermuseum geplant.

Quellennachweis

  • P. Gleirscher, Die Kleinfunde von der Hohen Birga bei Birgitz. Berichte der Römisch-Germanischen Kommission 68,1987