Hoher Göll

Hoher Göll
Hoher Göll mit Mannlgrat

Hoher Göll mit Mannlgrat

Höhe 2522,3 m ü. NN 2522 m ü. A.
Lage Bayern, Deutschland und Salzburg, Österreich
Gebirge Göll, Berchtesgadener Alpen
Dominanz 11,4 km → Watzmann
Schartenhöhe 798 m ↓ Torrener Joch
Geographische Lage 47° 35′ 39″ N, 13° 4′ 1″ O47.59416666666713.0669444444442522.3Koordinaten: 47° 35′ 39″ N, 13° 4′ 1″ O
Hoher Göll (Alpen)
Hoher Göll
Gestein Dachsteinkalk
Erstbesteigung erste touristische Besteigung 4. September 1800 durch Valentin Stanič

Der Hohe Göll ist der höchste Berg im Massiv des Gölls in den Berchtesgadener Alpen. Über seinen Gipfel verläuft die Grenze zwischen dem Landkreis Berchtesgadener Land in Bayern (Deutschland) und dem Tennengau in Salzburg (Österreich). Seine Höhe wird nach deutscher und österreichischer Messung übereinstimmend mit 2522,3 m ü. NN beziehungsweise 2522 m ü. A. angegeben.

Die erste touristische Besteigung fand am 4. September 1800 durch Valentin Stanič statt, der auch den Gipfel des benachbarten Watzmanns als erster erreichte. Wahrscheinlich wurde der Hohe Göll jedoch schon früher durch einheimische Jäger erstiegen. Eine der bekanntesten Darstellungen des Berges ist die Göllspiegelung im Hintersee, von westlich des Hintersees in Ramsau aus gesehen.

Das eiserne Gipfelkreuz wurde am Morgen des 12. Juli 1885 gesetzt, nachdem es in der Nacht zuvor von 31 Burschen nach achtstündigem Marsch zur Bergspitze gebracht worden war.[1]

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Der Hohe Göll befindet sich in den Berchtesgadener Alpen rund 6 km (Luftlinie) südöstlich von Berchtesgaden und westlich von Kuchl.

Die südöstlichen Nachbarberge des Hohen Gölls sind Kammerschneid (2306 m) und Hinteres Freieck (2308 m), im Süden befindet sich der Große Archenkopf (2391 m), die südwestlichen Nachbarn sind Brettriedel (2344 m) und Hohes Brett (2340 m). Über den Mannlgrat ist der Hohe Göll mit dem Bergsporn des Kehlsteins (sein 1820 m hoher Nordwestausläufer) verbunden.

Zustiege

  • Salzburger Steig vom Purtschellerhaus (ca. 2 1/2 Stunden) über die Schuster-Route oder den Kamin vor dem Rauchfang (2.245 m). Insbesondere die Schuster-Route ist an vielen Stellen ausgesetzt. An den schwierigsten Stellen befindet sich zumeist kurze Seilversicherungen (evtl. mit Klettersteigset). Schwierigkeitsgrad bis II. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit absolut erforderlich.
  • Mannlgrat vom Kehlsteinhaus (ca. 3 Stunden): interessanter Klettersteig.
  • Vom Schneibsteinhaus bzw. Carl-von-Stahl-Haus (ca. 4 1/2 Stunden): über das Jägerkreuz auf das Hohe Brett (2.340 m). Weiter zum Großen Archenkopf (2.391 m) und auf einem Grat unterhalb des Kleinen Archenkopfes zum Gipfel.
  • Alpeltalsteig von Vorderbrand über die Alpeltalhütte: vorbei an den Alpeltalköpfen (1.924 m), den Großen Archenkopf (2.391 m) südlich liegenlassen. Mühsam im Abstieg, da er größtenteils über scharfes Schrofengelände führt. Dieser Weg ist auch eine viel begangene Skitour.
  • Durch die das Endstal abschließende Westwand des Hohen Göll, die man in einem dreiviertelstündigen Fußmarsch von der Scharitzkehlalm aus erreicht, führen viele Kletterrouten im mittleren und oberen Schwierigkeitsbereich. Die „Alte Westwand“ (Brandensteinführe) ist der leichteste dieser Anstiege, sie überschreitet den oberen dritten Grad der UIAA-Skala nicht. Beliebt sind auch die schwierigeren „Trichterrouten“. Mit dem „Großen Trichter“ gelang dem Berchtesgadener Bergpionier Josef Aschauer bereits 1922 ein spektakulärer Wurf. Die Tour weist ungewöhnliche Kletterstellen im unteren V. Schwierigkeitsgrad[2] auf und ist auch heute noch eine oft begangene alpine Felsfahrt. Die Westwandführen enden allesamt etwa 500 m unter dem höchsten Punkt des Berges. Sie sind daher als eigenständige Gipfelanstiege kaum von Bedeutung. Die Bergsteiger seilen üblicherweise entlang der Brandensteinführe zum Einstieg ab oder treten den Rückweg ins Endstal über den im Volksmund so genannten Steftensteig an. Die Spur über diesen auch als Eisenkendlsteig bezeichneten Weg ist teilweise schwer zu finden und weist Stellen im II. Schwierigkeitsgrad auf, die im Abstieg zu bewältigen sind. Wer jedoch nach der Durchsteigung der Wand auf ein Gipfelerlebnis nicht verzichten will, kann über den Mannlgrat bzw. die Göllleiten zum höchsten Punkt aufsteigen.

Literatur

  • Christian Mitterbauer (Red.), Klaus Schelbert (Fotogr.), Museumsverein Kuchl (Hrsg.): Der Göll. Museum Kuchl & Schloss Adelsheim Berchtesgaden. Museumsverein Kuchl, Kuchl 2011.

Einzelnachweise

  1. Kreuzaufstellung auf dem Hohen Göhl. In: Wiener Zeitung, Nr. 162/1885, 18. Juli 1885, S. 3, Mitte links. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/wrz.
  2. Max Zeller, Hellmut Schöner: Berchtesgadener Alpen. Untersberg, Lattengebirge, Reiteralpe, Hochkaltergebirge, Watzmannstock, Göllstock, Gotzenberge und Hagengebirge, Röth und Steinernes Meer, Hochkönigstock. Ein Führer für Täler, Hütten und Berge. 15. Auflage. Alpenvereinsführer, Reihe: Nördliche Kalkalpen. Bergverlag Rother, München 1986, ISBN 3-7633-1108-4, S. 344.

Weblinks

 Commons: Hoher Göll – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien