Hohlur

Hohlur
Höhlenportal

Höhlenportal

Lage: östlich des Waxenecks, Niederösterreich
Höhe: 610 m ü. A.
Geographische
Lage:
47° 56′ 1″ N, 16° 2′ 24″ O47.93361111111116.04610Koordinaten: 47° 56′ 1″ N, 16° 2′ 24″ O
Hohlur (Niederösterreich)
Hohlur
Katasternummer: 1869/6
Geologie: Hauptdolomit
Schauhöhle seit: In den 1930er Jahren wurde die Höhle als Schauhöhle genutzt
Gesamtlänge: 111 m
Niveaudifferenz: 25 m (+8 m, -17 m)dep1
Besonderheiten: Nachweis von Monohydrocalcit

Die Hohlur (oder Hallourhöhle[1]) ist eine Höhle im Hauptdolomit der Gutensteiner Alpen auf dem Gebiet der Gemeinde Hernstein in Niederösterreich. Die Höhle liegt am östlichen Abhang des Waxenecks über dem Geyergraben und ist von Steinhof in etwa einer Stunde zu erreichen.

Durch das 5 Meter breite und 7 Meter hohe Portal betritt man einen ebenen, 20 Meter langen Raum, von dessen Ende man rechts über Sinterstufen zu einer kurzen Fortsetzung aufsteigen kann. In der Mitte des Eingangsraumes zweigt ebenfalls rechts ein horizontaler Gang ab, der 10 m nach Norden führt, dann nach Osten abbiegt und infolge künstlichen Verschlusses einer weiteren Tagöffnung endet. Von der Südbegrenzung der Eingangshalle erreicht man durch zwei Öffnungen (die westliche wurde künstlich freigelegt, ist mittlerweile aber wieder durch Erde verschlossen; in der östlichen befindet sich der obere Teil einer alten Eisenleiter.) die Hauptfortsetzung, einen steil abfallenden Gang mit wechselnden Ausmaßen, der in einer kleinen Halle endet. Die Höhle wies in Form von Kluftfüllungen schöne Kalzitkristalle auf, die aber - wie der Tropfsteinschmuck der Höhle - zum Großteil zerstört sind. Der seltene, weil unbeständige Monohydrocalcit, konnte hier nachgewiesen werden.

Im Jahre 1928 wurden in der Höhle jungsteinzeitliche Funde gemacht, die der Linearbandkeramischen Kultur zugeordnet wurden,[2] sowie historische Funde aus dem Mittelalter.

Am Pfingstsonntag des Jahres 1928 wurde die neu erschlossene Höhle in der Holur bei Berndorf der Öffentlichkeit übergeben, verbunden mit der von der Ortsgruppe des Vereins der Naturfreunde in Grillenberg erklärten Absicht, die Höhle weiter auszubauen.[3] Die Höhle wurde in den Dreißigerjahren für Führungen ausgebaut; die Anlagen und die damals vor der Höhle befindliche Hütte sind jedoch bereits verfallen.

Die Hallourhöhle ist als Naturdenkmal ausgewiesen.

Blick aus dem oberen Höhlenteil zum Höhleneingang.


Einzelnachweise

  1. NÖ Atlas. Abgerufen am 25. November 2012.
  2. Helene Schießl, Erwin Schindler: Berndorfer Gemeindechronik, herausgegeben aus Anlass 100 Jahre Stadt Berndorf. Hrsg: Stadtgemeinde Berndorf. Seite 58
  3. Umgebung. Berndorf. (Erschließung der Holurhöhle.) Badener Zeitung, 2. Juni 1928, S. 5, unten links [1]

Literatur

  • Helga und Wilhelm Hartmann, Max H.Fink: Die Höhlen Niederösterreichs Band 2, 4, 5.