Hotel Sacher Salzburg

Das Hotel Sacher am rechten Salzachufer in Salzburg

Das heutige Hotel Sacher, ehemals Hôtel d'Autriche, dann Hotel Österreichischer Hof, in der Neustadt von Salzburg in der Schwarzstraße, zählt zu den geschichtsträchtigsten Hotels des Landes Salzburg, und gehört zum UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum der Stadt Salzburg.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

L’hotel d’Autriche - Österreichischer Hof

Dort, wo einst das Wärtergärtlein des alten Lederertores lag und sich die sandigen Gestade der Salzach hinzogen, gewann die Stadt durch die Salzachregulierung in der frühen Hälfte des 19. Jahrhunderts Land. Unter der Leitung von Bauunternehmer Carl Freiherr von Schwarz wurde dort die nach ihm benannte Schwarzstraße angelegt. Auf dem schönsten Teil des neu gewonnen Landes am Ufer der Salzach errichtete Karl Schwarz den Österreichischen Hof mit Blick auf die Altstadt und die Festung Hohensalzburg. Nach seiner Fertigstellung in dreijähriger Bauzeit verkaufte es Schwarz 1866 an Karl (II.) Irresberger, Gastgebäude Zum Mohren in der Judengasse. Dieser eröffnete es am 1. Juni 1866 als Hotel Österreichischer Hof.

1873 starb Karl Irresberger 42-jährig. Seine Witwe Barbara Irresberger, geb. Moser (aus der Henndorfer Gastwirts- und Bierbrauerfamilie Moser), führte das Hotel weiter und übergab es 1898 an ihren zweitgeborenen Sohn Franz Irresberger.

Das Hotel war ursprünglich etwa halb so groß wie heute. Es umfasste 66 Fremdenzimmer, einen südöstlich angebauten, zweigeschossigen Speisesaal, den eine Veranda krönte, und einen Hotelgarten. Der Anbau mit dem Restaurant wurde auch als Bazargebäude bezeichnet, in dem sich noch die Kunsthandlung Gregor Baldi, das Fotoatelier Würthle & Sohn, ein Hut-Mode-Salon, das Zahnatelier Dr. H. Höck (für künstliche Zähne und Gebisse), das Geschäft eines Franz Schubert und ein Geschäft, in dem man Eisenbahnfahrkarten und andere Fahrkarten erwerben konnte, befanden. Dieser Anbau kam 1898/1899 ans Hotel und wurde 1906/1907 aufgestockt, um dann insgesamt 107 Zimmer zu besitzen.[1] Er ist aber nicht identisch mit dem heutigen Bazargebäude.

Nach dem Tod des kinderlosen Franz Irresberger (1929) führten seine Neffen und Nichten als Franz Irresbergers Erben OHG das Hotel weiter.

1945 bis 1955 wurde das Hotel von der amerikanischen Besatzungsmacht als Offiziershotel in Anspruch genommen. Nach der Rückgabe führte es die Familie Irresberger noch bis 1960 weiter und verkaufte es in diesem Jahr an die Familien Blanckenstein und Ségur-Cabanac.

Nach neuerlichen Um- und Ausbauten umfasste das Hotel 1984 insgesamt 135 Zimmer und Appartements mit 200 Betten, Restaurationsräume, Salons, Konferenzsäle, das Kaffee-Restaurant Mozartkugel sowie die Gaststätten Salzachgrill und Salzachkeller.

1988 veräußerten die Familien Blanckenstein und Ségur-Cabanac das Hotel an Peter Gürtler, den Besitzer des Hotel Sacher Wien, der versprach, den Österreichischen Hof zum besten und schönsten Hotel am Platz zu machen. Dazu bedurfte es einer Generalsanierung des gesamten Hotelkomplexes. Viele Pläne wurden verworfen, neu erstellt, abgeändert und erweitert, bis dann der Umbau vom Keller bis zum Giebel im Jahre 1989 begonnen werden konnte. Zimmer und Restaurants wurden neu gestaltet, die Bäder mit Marmor ausgestattet und das Interieur dem historischen Stil angepasst. Die Terrassen an der Salzachpromenade wurden erweitert und geräumigere Banketträume geschaffen, um auch größeren gesellschaftlichen Ereignissen den feierlichen Rahmen zu geben.

Seit dem Tod von Peter Gürtler (1990) steht das Hotel unter der Patronanz von Elisabeth Gürtler, welche stellvertretend für die gemeinsamen Kinder die Führung beider Hotels übernahm. Mittlerweile sind auch Tochter Alexandra Winkler-Gürtler und Sohn Georg Gürtler aktiv in die Geschäftsführung der Luxushotels in Wien und Salzburg eingestiegen.

Hotel Sacher Salzburg

Im Zuge einer offiziellen Namensänderung des Hotels im Jahr 2000 von Österreichische Hof auf Hotel Sacher Salzburg galten das Hotel Sacher Wien und Hotel Sacher Salzburg fortan als Schwesternhotels.

Nach umfangreichen Renovierungsarbeiten umfasst das Hotel heute 113 individuell gestaltete Zimmer und Suiten. Besonderes Augenmerk wurde auf Komfort und zeitgemäße technische Ausstattung gelegt. Im Dezember 2007 wurde der neu gestaltete Executive Floor in der vierten Etage des Hotels eröffnet.

Die Zimmer sind mit Originalgemälden, Antiquitäten, Teppichen und Seidentapeten dekoriert. Gemeinsam mit dem Hotel Sacher Wien beherbergt das Hotel eine der größten privaten Kunstsammlungen in Österreich.

Bekannte Gäste

Es finden sich schon in den ersten Jahren seines Bestandes unter den Gästen Angehörige regierender Häuser, Adelige, hohe Geistliche, Offiziere, Wissenschaftler, Ärzte, Diplomaten und vor allem Künstler. Mit dem Beginn der Salzburger Festspiele stand es im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Das Dreigestirn dieser Veranstaltung – Max Reinhardt, Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss – sowie die mitwirkenden Künstler lebten Tür an Tür mit den Spitzen der internationalen Gesellschaft.

Bilder von berühmten Persönlichkeiten aus Kultur, Politik und Gesellschaft, die Gäste im Hotel waren, zieren das Foyer. Unter den Gästen findet man z. B. Placido Domingo, Cecilia Bartoli, Königin Beatrix der Niederlande, den Dalai Lama, Julie Andrews, Tom Hanks, Mel Gibson und viele andere. Alle internationalen Staatsbesuche wohnen im Hotel Sacher Salzburg und so zählt der Österreichische Bundespräsident zur Festspieleröffnung schon zu den Stammgästen des Sacher Salzburg.

Restaurants

Es gibt folgende Restaurants im Hotel:

  • Gourmetrestaurant Zirbelzimmer
  • Roter Salon
  • Restaurant Salzachgrill
  • Café Sacher Salzburg
  • Sacher Confiserie Salzburg

Auszeichnungen

Das Hotel Sacher Salzburg ist Mitglied der Leading Hotels of the World Ltd. und erfreut sich zahlreicher renommierter Anerkennungen:

  • 2010 Condé Nast: Golden List[2]
  • 2009 Condé Nast: Best of the World, 19. Platz der besten Hotels Nordeuropas
  • 2009 Auszeichnung des Falstaff Restaurant Guide
  • 2009 Tablet Hotel Selection Award
  • 2008 Travel + Leisure: World’s Best Award
  • 2006 - 2010 Gault Millau: Restaurant Zirbelzimmer, 1 Haube[3]

Weblinks

Nachweise

  • Hotel Sacher Salzburg – Geschichte, sacher.com
  • Thomas Weidenholzer; Archiv und Statistisches Amt der Stadt Salzburg (Hrsg.): Salzburger Fotografien 1880 - 1918. Verlag Stadtgemeinde Salzburg, 2003, ISBN 3-901014-93-4, S. o.A.
  • Informationsbroschüren des Hotels von 1984 und 1991
  1. Wolfram Morath (Hrsg.): Kronland Salzburg, historische Fotografien von 1850 bis 1918, Salzburger Museum Carolino Augusteum, 2000, ISBN 3-901014-68-3, S. o.A.
  2. Condé Nast Gold List
  3. Gault Millau 2010

47.80204513.043401Koordinaten: 47° 48′ 7″ N, 13° 2′ 36″ O