Hugo Höllenreiner

Hugo Adolf Höllenreiner (* 15. September 1933 in München) ist ein Zeitzeuge für die Verfolgung der Sinti während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Höllenrainers Eltern wählten den zweiten Vornamen ihres Sohnes, um ihn damit vor der aufziehenden Bedrohung durch die Nazis zu schützen. Er wurde trotzdem am 16. März 1943[1] in das Zigeunerlager Auschwitz deportiert, wo Josef Mengele ihn und seinen Bruder mit brutalen medizinischen Experimenten quälte. Über die Lager Ravensbrück und Mauthausen kam Höllenreiner nach Bergen-Belsen. Er, seine fünf Geschwister und beide Eltern überlebten die Verfolgung der Sinti im Dritten Reich.

Seit den späten 1990er Jahren berichtete Höllenreiner in zahlreichen Vorträgen als Zeitzeuge über seine Erlebnisse. Höllenreiner lebt in Ingolstadt.

Darstellung in Literatur, Film und Musik

In einer Reihe von Interviews erzählte Höllenreiner auch der Autorin Anja Tuckermann von seinem Schicksal während des Nationalsozialismus. Diese erhielt für das Buch „Denk nicht, wir bleiben hier!“ Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner über sein Leben 2006 den Deutschen Jugendliteraturpreis. Das Buch war zudem für den Geschwister-Scholl-Preis 2006 nominiert und ist auf der Kinder- und Jugendbuchliste Sommer 2008 von Radio Bremen und dem Saarländischen Rundfunk.

Über Höllenreiners Schicksal wurde 2007 der Dokumentarfilm Angelus Mortis gedreht. Adrian Coriolan Gaspar führte ab 2008 eigene Interviews mit Höllenreiner und setzte dessen Erinnerungen musikalisch in seinem ersten Orchesterwerk Symphonia Romani - Bari Duk um, einem Oratorium für Solo Bass, gemischten Chor und Orchester.

Literatur

  • Anja Tuckermann: „Denk nicht, wir bleiben hier!“ Die Lebensgeschichte des Sinto Hugo Höllenreiner. Carl Hanser Verlag, München 2005.
  • Anja Tuckermann: Mano. Der Junge, der nicht wusste, wo er war. Carl Hanser Verlag, München 2008.
  • Frederik Obermaier: Jeden Tag den Tod vor Augen. In: Wochenendbeilage des Donaukurier vom 15./16. April 2006

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Staatliches Museum Auschwitz-Birkenau in Zusammenarbeit mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma Heidelberg: Gedenkbuch: Die Sinti und Roma im Konzentrationslager Auschwitz Birkenau. Saur, München/London/New York/Paris 1993, ISBN 3-598-11162-2. (Dreisprachig: Polnisch, Englisch, Deutsch) Hauptbuch Männer S. 104