Hugo Simon (Springreiter)

Hugo Simon (* 3. August 1942 in Krummwasser, Landkreis Mährisch Schönberg) ist ein österreichischer Springreiter. Insbesondere in Österreich ist er aufgrund der Vielzahl seiner Erfolge für Österreich auch unter der Bezeichnung Hugo Nationale bekannt.

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Leben

Hugo Simons Eltern wurden nach dem Zweiten Weltkrieg aus der Tschechoslowakei vertrieben und kamen mit ihrem Sohn nach Hessen. Sein Vater war Pferdehändler, Hugo begann, auf Wunsch seines Vaters, mit acht Jahren zu reiten. Im Alter von etwa zehn Jahren wurde er Hessischer Juniorenmeister (Vielseitigkeit mit abschließendem Pferdewechsel). Später ritt er, trainiert von Josef Neckermann, Dressurprüfungen bis zur schweren Klasse und Vielseitigkeitsprüfungen, entschied dann jedoch, sich auf das Springreiten zu konzentrieren.[1][2] In Folge arbeitete er sich im deutschen Springreitlager nach oben, um bei den Olympischen Sommerspielen in München starten zu können. Für Deutschland wurde er nur als Ersatzmann aufgestellt, so dass er die österreichische Staatsbürgerschaft annahm und für Österreich startete.

Als sich die Sponsorpartnerschaft mit dem Liechtensteiner Rechtsanwalt Batliner Ende der 1980er Jahre zerschlug, dachte Simon ans Aufhören und wollte verstärkt in seiner Baufirma arbeiten. Die Reiterei ließ ihn jedoch nicht los und so erreichte er auf dem Hannoveraner-Fuchswallach E.T. seine größten Erfolge. Mit ihm konnte er 1996 und 1997 erneut das Weltcup-Finale gewinnen, nachdem er bereits 1979 mit Gladstone siegreich war.

Seine Leistung liegt nicht nur in den Einzelerfolgen, sondern auch darin begründet, dass er konstant über fast dreißig Jahre immer in der Weltspitze zu finden war. Er gilt als ältester Sieger von Großen Preisen im Springreiten,[3] zuletzt gewann er im Alter von 70 Jahren mit C.T. den Großen Preis eines CSI 2* in Linz.[4] Diesen Rekord hatte er bereits im Alter von 67 Jahren mit dem Sieg im Großen Preis des CSI 2* in Offenburg Anfang Februar 2010 mit Ukinda inne und erneuterte ihn mit 68 Jahren mit einem Sieg im Großen Preis des CSI 2* in Ebreichsdorf im Mai 2011.[5]

Simon ist hauptberuflich als Immobilienhändler tätig. Er betreibt einen eigenen Turnier- und Verkaufsstall in Weisenheim am Sand, reitet selbst jedoch überwiegend nur noch auf Turnieren.[6]

Erfolge

  • Olympische Spiele
    • 1972: 4. Platz Einzel
    • 1976: 5. Platz Einzel, 11. Platz Mannschaft
    • 1992: 2. Platz Mannschaft
    • 1996: 4. Platz Einzel
    • Bei der Ersatz-Olympiade in Rotterdam 1980: 1. Platz
  • Weltmeisterschaften
    • 1974: 3. Platz (Hickstead)
    • 1986: 6. Platz (Aachen)
  • Weltcup
    • 1979: 1. Platz
    • 1980: 4. Platz
    • 1983: 2. Platz
    • 1985: 5. Platz
    • 1986: 6. Platz
    • 1996: 1. Platz
    • 1997: 1. Platz
    • 1998: 8. Platz
  • Europameisterschaften
    • 1975: 4. Platz
    • 1977: 10. Platz
    • 1978: 3. Platz
    • 1983: 5. Platz Einzel, 6. Platz Mannschaft
    • 1985: 5. Platz
    • 1993: 5. Platz
    • 1997: 2. Platz
  • CHIO Aachen: Großer Preis
    • 1996: 2. Platz
    • 1998: 1. Platz (und damit Sieg in der Pulsar Crown, der mit 800.000,- US-Dollar höchstdotierten Trophäe des internationalen Springsports)
  • Österreichische Staatsmeisterschaften
    • Meister in den Jahren: 1972, 1973, 1974, 1976, 1978, 1985, 1988, 1989, 1991, 1992
    • weitere Platzierungen (unvollständig):
      • Dritter Platz: 2011 (mit Ukinda)

Auszeichnungen (Auszug)

Einzelnachweise

  1. Zu Besuch bei Hugo Simon, Interview, Pferdesportverband Rheinland-Pfalz e.V. (www.psvrp.de)
  2. Hugo Simon umjubelt wie ein Pop-Star, Dieter Ludwig auf www.ludwigs-pferdewelten.de, 20. Dezember 2009
  3. Hugo Simon startet seit über 40 Jahren in Dortmund, Wolfgang Bergs auf www.ruhrnachrichten.de, 19. März 2010, abgerufen am 1. April 2010
  4. Ergebnisse CSI 2* Linz, November 2012, Seite 23
  5. Weltrekord für Hugo Simon, Kurier (Tageszeitung), 9. Mai 2011
  6. Hugo Simon im Interview: "Lässt man locker, hat man verloren", Der Standard, 6. Mai 2011