InterSky

InterSky
Logo von InterSky
Intersky1.jpg
IATA-Code: 3L
ICAO-Code: ISK
Rufzeichen: INTER SKY
Gründung: 2001
Sitz: Bregenz, OsterreichÖsterreich Österreich
Heimatflughafen: Flughafen Friedrichshafen
Unternehmensform: GesmbH
Leitung: Renate Moser, Peter Oncken
Mitarbeiterzahl: 100, wird aufgestockt auf 150 bis Dez. 2012
Umsatz: EUR 26 Mio. (2011)
Fluggastaufkommen: 186.000 (2011)
Allianz: Keine
Vielfliegerprogramm: ab 20 Flügen (oneway)
Flottenstärke: 3 (+ 2 Bestellungen)
Ziele: bis zu 17

Die InterSky Luftfahrt GmbH ist eine österreichische Regionalfluggesellschaft mit Sitz in Bregenz. Der operative Hauptsitz ist in Friedrichshafen, Deutschland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Gründung und erste Jahre

Die InterSky wurde 2001 von der österreichischen Luftfahrtunternehmerin Renate Moser und ihrem Mann Rolf Seewald gegründet. Seewald hatte zuvor die Fluglinie Rheintalflug besessen, welche für die Deutsche Lufthansa AG im sogenannten Team Lufthansa Regionalflüge in Deutschland und Österreich durchführte. Kurz vor dem 11. September 2001 verkauften sie die Fluglinie an die Austrian Airlines Group. Nach dem Verkauf der Rheintalflug besaßen Moser und Seewald noch zwei Maschinen, welche die Austrian Airlines nicht übernommen hatte. Aufgrund der Auswirkungen der Terroranschläge in den USA auf die Luftfahrtbranche konnte Moser nur eine Maschine verkaufen. Um die verbliebene Maschine zu beschäftigen, gründete sie mit dem Erlös aus dem Verkauf der Rheintalflug am 5. November 2001 die InterSky Luftfahrtgesellschaft mit operativer Basis in Bern. Renate Moser war damit weltweit die erste Frau, die eine Fluglinie gründete.

Der Standort Bern wurde gewählt, nachdem der damalige Flughafendirektor Charles Riesen europaweit nach einer Fluggesellschaft gesucht hatte, die den brachliegenden Flughafen Bern-Belp neu beleben sollte. Der erste InterSky-Flug hob am 25. März 2002 ab. Man flog zu Beginn zwischen der Schweizer Bundeshauptstadt und den Städten Berlin und Wien.

Unterstützt von der Eigentümerin Renate Moser verwarf der 2003 als Finanzchef ins Unternehmen eingetretene Claus Bernatzik, der zuvor bei Rheintalflug und Eurowings tätig war, nach großen Verlusten im Jahr 2002 die bisherige Strategie von InterSky. Nach dem Vorbild der englischen Flybe und unter dem Eindruck des in Europa aufgekommenen Low-Cost-Booms veränderte er radikal das Geschäftsmodell. Fortan gab es Verpflegung bei InterSky nur noch gegen Bezahlung und Flugtickets waren nur noch über die eigene Webseite im Internet erhältlich. Innerhalb eines Jahres schrieb die Fluglinie schwarze Zahlen. Gemäß dem Anspruch von InterSky, nachhaltig zu wachsen, werden Investitionen nur noch aus Überschüssen finanziert, was für die Luftfahrtbranche eher unüblich ist.[1]

Entwicklung seit 2004

Von Beginn an bediente InterSky den Flughafen Tempelhof in Berlin. Als bekannt wurde, dass der Flughafen Ende 2004 geschlossen werden sollte, schloss sich Renate Moser persönlich mehreren Bürgerinitiativen zur Offenhaltung des Flughafens an. Gemeinsam mit anderen Airlines unterstützte sie einen Rechtsstreit, der schließlich zu einer Offenhaltung des Flughafens bis Ende Oktober 2008 führte.[2] InterSky flog bis zum Schluss nach Tempelhof und führte am allerletzten Tag vor der Schließung mehrere Rundflüge durch, um sich zusammen mit den Mitarbeitern und der Berliner Bevölkerung vom Flughafen zu verabschieden. Ein Flugzeug der InterSky war dann auch eine der letzten Maschinen, die in Tempelhof starten durften. Auf einem der letzten Tempelhof Flüge verabschiedete sich der Pilot Viggo Bergers, vor den Augen hunderter Schaulustiger, mit dem in der Luftfahrt üblichen Wackeln mit den Tragflächen.[3]

2004 stationierte InterSky nach dem Weggang der Hahn Air Lines im deutschen Friedrichshafen eine Maschine, die in Bern nicht ausgelastet war. Hier operierte man vom ersten Tag an gewinnbringend, was die Fluglinie im Jahr 2005 dazu bewog, sich ganz aus Bern zurückzuziehen und den gesamten Flugbetrieb nach Friedrichshafen zu verlagern. Heute ist InterSky die größte Fluglinie in Friedrichshafen[4] und war 2010, gemessen an den Flugbewegungen, hinter Easyjet und Flybe die sechstgrößte Low-Fare-Fluglinie in Deutschland.[5]

Im Oktober 2009 wurde der einmillionste Fluggast befördert.[6] Im Jahr 2010 beförderte InterSky mit 250.000 Passagieren so viele wie noch nie in ihrer Firmengeschichte.[7]

Gegenwart

Im Mai 2011 vereinbarte InterSky eine Kooperation mit Air Berlin, die seitdem über ihre Webpräsenz auch sämtliche ihrer Flüge vermarktet.[8]

Im Juli 2011 geriet die Fluglinie in schwere finanzielle Schwierigkeiten die eine Restrukturierung der Fluglinie nötig werden ließen. Claus Bernatzik legte im Zuge dessen seine Tätigkeit als Geschäftsführer nieder um sich voll und ganz um die Restrukturierung zu kümmern. Renate Moser wurde zur Interim Geschäftsführerin ernannt. Der kurz zuvor von ihr als zweiter Geschäftsführer ernannte Andreas Geldner legte daraufhin sein Amt nieder und wechselte zur Niki Luftfahrt GmbH. Gleichzeitig begannen Verhandlungen mit diversen externen Investoren. Nach geglückter Restrukturierung verließ Claus Bernatzik im November 2011 die Intersky. [9]Im Zuge der Restrukturierung wurde im Januar 2012 eine Bombardier Dash 8Q-300 (Kennung OE-LIE) der Intersky an die Fluggesellschaft Maldivian mit Sitz auf den Malediven verkauft.[10]. Im ersten Halbjahr 2012 hat Intersky wieder einen Gewinn erzielt.

Intersky hat zwei neue ATR 72-600 bestellt, welche im Dezember 2012 und im März 2013 ausgeliefert werden sollen. Die neuen Flugrouten stehen noch nicht fest, Intersky plant jedoch einen Zubringerdienst nach München. Dies sei aber nur mit Absprache einer großen Fluggesellschaft wie etwa Lufthansa möglich, da Intersky den Passagieren eine gute Anbindung an die Langstreckenflüge bieten will.[11]

Eigentumsverhältnisse

Bis Februar 2012 befand sich die Fluglinie im Besitz der Familien Moser und Seewald (zu jeweils 50 %). Renate Moser war als Geschäftsführende Gesellschafterin lange Zeit die einzige Frau, die eine Fluggesellschaft leitete und zugleich besaß. Rolf Seewald und Renate Moser zogen sich im April 2007 aus dem Tagesgeschäft zurück und waren seither als Eigentümer im Beirat vertreten. 2006 hatte Mosers Sohn Claus Bernatzik die Geschäftsführung der InterSky übernommen, das Unternehmen jedoch Ende 2011 verlassen. Im Februar 2012 wurde bekannt, dass Hans Rudolf Wöhrl und Peter Oncken, u.a. mit ihrer Beratungs- und Investmentfirma Intro Aviation GmbH, 74,9 % der Anteile bei Intersky übernehmen. Renate Moser und Rolf Seewald halten die restlichen 25,1 %.[12]

Flugziele

Eine Bombardier Dash 8Q-300 der Intersky auf Elba

InterSky verbindet den Flughafen Friedrichshafen bis zu viermal täglich im Linienverkehr mit den Flughäfen Berlin-Tegel, Düsseldorf, Hamburg, Wien und Graz. Ab 7. Januar 2013 wird außerdem Graz mit Zürich und Mailand-Bergamo verbunden.

In den Sommermonaten April bis Oktober werden zusätzlich ab Friedrichshafen sowie teilweise auch ab München und Zürich Urlaubsdestinationen am Mittelmeer wie Elba, Olbia (Sardinien), Calvi (Korsika), Mahon (Menorca), Split, Pula und Zadar angeflogen. 2011 gab es zudem Charterflüge vom Flughafen Memmingen nach Neapel sowie vom Flughafen Bern-Belp nach Elba.

Seit dem Sommerflugplan 2010 werden durch InterSky auch mehrere Umsteigeverbindungen über Friedrichshafen angeboten, beispielsweise von Berlin-Tegel via Friedrichshafen zu Zielen am Mittelmeer.

Bis März 2010 verkehrte InterSky als einzige Fluggesellschaft zwischen Köln/Bonn und Friedrichshafen, dann nahm auch die Billigfluggesellschaft Germanwings diese Strecke ins Angebot. In der Folge stellte InterSky diese Verbindung ein und fliegt stattdessen Düsseldorf an. Die Verbindung zum Flughafen Münster/Osnabrück wurde 2011 zugunsten einer verstärkten Bedienung von Düsseldorf ebenfalls eingestellt. Die Verbindung nach Wien wurde zum Dezember 2011 von bis zu drei auf eine tägliche Verbindung gekürzt. Grund hierfür war unter anderem die starke Konkurrenz durch Austrian Airlines und People’s Viennaline, die vom Flughafen St. Gallen-Altenrhein auf der anderen Seite des Bodensees ebenfalls je bis zu dreimal täglich nach Wien fliegen.[12] Im November 2012 wurde schließlich die Einstellung der Flüge nach Wien zum Jahresende bekanntgegeben.[13]

Flotte

Die Flotte der InterSky

2001 bestand die Flotte aus einer Bombardier Dash 8Q-300. Bis 2008 wurde die Flotte auf vier Flugzeuge diese Types aufgestockt. 2010 wurde eine ATR 42 als fünftes Flugzeug dazu gemietet und später wieder abgegeben. 2012 wurde eine Bombardier Dash 8Q-300 verkauft und zwei neue ATR 72-600 bestellt.[14]

C/N Model Registration
503 DHC-8-Q314 OE-LIC
505 DHC-8-Q314 OE-LIA
525 DHC-8-Q314 OE-LSB

Die Bombardier Dash 8Q-300 mit der Kennung OE-LIA fliegt derzeit (Stand: Mai 2010) mit einer Sonderlackierung für das österreichische Bundesland Steiermark.[15]

Basisdaten

Im Jahr 2010 beförderte InterSky mit über 250.000 Passagieren soviele wie noch nie zuvor.

Jahr Umsatz gesamt in EUR Passagiere gesamt Flugzeuge
2002 4.500.000 61.000 (2002 und 2003 zusammen) 1
2003 9.000.000 61.000 (2002 und 2003 zusammen) 1
2004 15.500.000 135.000 2
2005 15.500.000 139.000 2
2006 21.000.000 165.000 3
2007 22.900.000 180.000 3
2008 29.000.000 210.000 4
2009 26.000.000 185.000 4
2010 29.000.000 250.000 4 (+1 im Wet-Lease)
2011 26.000.000 186.000 4

Einzelnachweise

  1. Wirtschaftsblatt Österreich, Wirtschaftsblatt 31. März 2011
  2. InterSky rettet Berlin Tempelhof, Wirtschaftszeit 27. September 2004
  3. SZ Ausgabe vom 27. Oktober 2008
  4. Flughafen Friedrichshafen Geschäftsbericht 2008, Flughafen Friedrichshafen 2008
  5. DLR / ADV – Low Cost Monitor 1/2010 (PDF-Datei)
  6. InterSky Newsarchiv
  7. Wirtschaftsblatt Österreich, Wirtschaftsblatt 31. März 2011
  8. airliners.de - Intersky-Flüge über Air Berlin buchbar 1. Juni 2011
  9. Turbulent: Die Fluglinie Intersky startet durch und landet hart, Schwäbische Zeitung 18. April 2012
  10. Verkauft: Intersky-Maschine fliegt in Zukunft über den Malediven, Schwäbische Zeitung 19. Januar 2012
  11. http://www.aero.de/news-15607/InterSky-waechst-mit-zwei-ATR-72-600.html
  12. a b Intro Group übernimmt Mehrheit von Intersky vorarlberg.ORF.at, publiziert am 14. Februar 2012
  13. airliners.de - Intersky gibt Friedrichshafen-Wien auf 15. November 2012
  14. Flotte der InterSky ch-aviation.ch, 11. Jänner 2012
  15. Bild der OE-LIA mit spezieller Lackierung

Siehe auch

Weblinks

 Commons: InterSky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien