J. G. Bläschke Verlag

Der J. G. Bläschke Verlag war ein deutscher, bis 1985 bestehender, zuletzt in Österreich ansässiger belletristischer Kleinverlag.

Geschichte

Der von Josef Gotthard Bläschke († 1983[1]) gegründete Verlag hatte seinen Sitz zunächst in Darmstadt. In der 1964 mit Karl Krolows Band Reise durch die Nacht begonnenen Reihe Das neueste Gedicht, die zuerst von Dieter Leisegang, später von Jürgen P. Wallmann und Hans Dieter Schäfer herausgegeben wurde,[2] erschienen Lyrikbände unter anderem von Walter Helmut Fritz, Günter Eich[1] , Wilhelm Klemm, Heinz Piontek, Hans-Jürgen Heise, Margot Scharpenberg, Christine Lavant, Wieland Schmied, Kay Hoff, Johannes Poethen, Peter Härtling, aber auch von dem DDR-Lyriker Wulf Kirsten.[2] Unter den verlegten fremdsprachigen Lyrikern sind beispielsweise T. S. Eliot (übersetzt von Hans-Jürgen Heise), William Carlos Williams (übersetzt von Gertrude C. Schwebell), Eugenio Montale (übersetzt von Hans Hinterhäuser), Odysseas Elytis (übersetzt von Günter Dietz), W. H. Auden und Hart Crane (beide übersetzt von Dieter Leisegang) zu nennen.[3]

1978/79 übersiedelte der Verlag nach Sankt Michael, einem Ortsteil von Feistritz ob Bleiburg.[1] Der Verlag, der bereits in den 1970er Jahren unbekannte Autoren an den Druckkosten beteiligte,[4] wandelte sich immer mehr zu einem reinen Zuschussverlag.[3] Mit Hilfe des in früheren Jahren aufgebauten Renommés wuchs die Zahl der jährlichen Neuerscheinungen auf 300 im Jahr 1984.[3] Aufgrund von Steuerschulden in Höhe von vier Millionen Schilling meldete der J. G. Bläschke Verlag 1985 Konkurs an.[5]

Literatur

  • Günter Navky: Aspekte des Nationalsozialismus in Gedichtbänden des Jahres 1980. Röhrig Universitätsverlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-86110-373-7, S. 58–60

Einzelnachweise

  1. a b c Navky 2005, S. 58.
  2. a b Hans-Jürgen Heise: Nobelpreis und Novizen. Ein Verleger als Mäzen: Nachwuchsautoren haben bei Bläschke eine Chance. In: Die Zeit, Nr. 14/1980, 28. März 1980, abgerufen am 3. Februar 2013.
  3. a b c Navky 2005, S. 59.
  4. Armin Ayren: Das Geschäft mit den Dichtern. In: Die Zeit, Nr. 48/1975, 21. November 1975, abgerufen am 3. Februar 2013.
  5. Navky 2005, S. 60.