Jakob Degen (Erfinder)

Degens Ornithopter von 1812 bestand aus zwei starr verbundenen, herzförmigen Flügeln, die durch Muskelkraft geradlinig auf- und ab bewegt wurden
ein Koaxial-Hubschrauber-Modell von ihm im Hubschraubermuseum Bückeburg, das er 1817 gebaut hat und im Wiener Prater öffentlich vorführte. Für den Antrieb benutzte er ein in eine Metallhülse eingebautes Uhrwerk. Den Absturz verhinderte ein kleiner Fallschirm (im Bild deutlich zu erkennen), der sich nach dem Ablaufen des Uhrwerks automatisch öffnete.
Gedenktafel am Geburtshaus von Jakob Degen in Liedertswil

Jakob Degen (* wahrscheinlich 27. Februar 1760 in Liedertswil, Schweiz; † 28. August 1848 in Wien) war ein schweizerisch-österreichischer Erfinder und Flugpionier. Als Geburtsjahr werden auch 1756 und 1761 angegeben.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jakob Degen zog 1766 oder 1770 mit seinem Vater nach Wien. Ursprünglich war er Bandweber, sein Vater war Werkmeister in einer Bandfabrik. Jakob erlernte dann ab 1778 das Uhrmacherhandwerk, in dem er 1792 Meister wurde. 1807 konstruierte er dort einen Flugapparat, der mit beweglichen Schwingen, die durch Muskelkraft angetrieben wurden, ausgestattet war (Schwingenflügler; Schlagflügelflugzeug). Im Jahr 1808 versah er das Fluggerät mit einem mit Wasserstoff gefüllten Hilfsballon, der etwa die Hälfte des zum Fliegen nötigen Auftriebs erzeugte. Damit gelang ihm im November 1808 der erste gesteuerte Freiflug vor der Öffentlichkeit über dem Wiener Prater. Am 10. September 1810 flog er bei einer offiziellen Vorführung vor dem österreichischen Kaiserpaar und großer Gesellschaft vor Schloss Laxenburg vier Stunden in verschiedene Richtungen. 1812 und 1813 führte er das Flugzeug in Paris öffentlich vor, mehrere Flüge verliefen erfolgreich, der letzte zur Feier des Geburtstages von Kaiser Napoleon. Dieser Flug startete nach einem zeitgenössischen Bericht von einem Schiff auf der Seine, der Flieger soll eine Höhe von 900 Klaftern (ca. 1600 m) erreicht haben und die Seine entlang geflogen sein.

Seine Kenntnisse als Uhrmacher kamen ihm zugute, als er 1816 eine Luftschraube mit Uhrwerkantrieb konstruierte. Dieses weltweit erste (unbemannte) Hubschraubermodell erreichte 1816 im Wiener Prater eine Höhe von 160 Metern. Seine weiteren Erfindungen sind eine Maschine zum Schneiden von Uhrrädern, eine Languette für die Bandweberei (Webtechnik), und ein damals neuartiger Windmesser (1810).

In den Jahren 1816–1820 erfand er ein fälschungssicheres Verfahren zum beidseitigen und mehrfachen Drucken von Banknoten, ein sogenanntes „Guillochen-Gravier-“ oder „Guillochiergerät“. Es machte den Druck von komplizierten wellenförmigen Linienmustern (Guillochen) möglich. Diese Erfindung ist noch heute Grundlage des Banknoten- und Wertpapierdrucks zahlreicher Länder. 1825 bis 1841 war er Leiter der mechanischen Werkstätten der Österreichischen Nationalbank.

Im Technischen Museum Wien stehen einige von Degens Originalmodellen. Im Wiener Uhrenmuseum findet man eine Stockuhr mit einem Pendel, das die Gestalt des Fliegenden Uhrmachers Jakob Degen aufweist.[1]

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Uhrenmuseum der Stadt Wien abgerufen am 6. Februar 2010