Jakobskirche (Böheimkirchen)

Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere

Die Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere ist eine römisch-katholische Kirche in der Marktgemeinde Böheimkirchen.

Die ehemalige Wehrkirche ist an drei Seiten von einem ummauerten Friedhof umgeben. Die Kirche dominiert mit dem Pfarrhof und der Volksschule auf dem Hochfeld, auch Am Berg genannt, den Ort.

Der im Kern mittelalterliche Saalbau, mit spätgotischen Chor und Unterkirche und einem vorgestellten Turm im Westen, wurde barockisiert. Um 1050 wird eine Pfarre genannt, welche von 1399 bis 1784 dem Stift St. Pölten inkorporiert war. Die Kirche erlitt in den Jahren 1529 und 1683 Schäden durch die Türken. Von 1731 bis 1734 erfolgte unter dem Propst Johann Michael Führer des Stiftes St. Pölten ein Umbau des Langhauses. Eine Gesamtrestaurierung erfolgte von 1973 bis 1981.

Das hohe Langhaus unter einem Satteldach hat längs mittig südlich und nördlich jeweils eine Kapelle, westlich der Kapellen sind weitere Vorbauten mit der Jahresangabe 1734 und I. M. F. für Johann Michael Führer. Der starke gotischen Turm aus dem 14. Jahrhundert ist im Norden der westlichen Giebelwand des Langhauses vorgestellt, hat rechteckige und spitzbogige Schallfenster, und trägt ein Keildach aus dem Jahre 1898. Daneben ist ein Portalanbau aus dem Jahre 1973. Die Westseite der Kirche und der Turm werden durch eine schweren Kellenputz aus den 1970er Jahren geprägt.

Der hohe etwas eingezogene polygonal geschlossene Chor, bezeichnet mit der Jahresangabe 1518, hat zweibahnige Fenster über einem Kaffgesimse, reich mit Kreisformen und Durchstäbungen gegliedert. Die Strebepfeiler sind mit Wasserschlägen versehen. Im Süden und Norden des Chores sind Abgänge in die Unterkirche. Die im Norden des Chores angebaute spätgotische kreuzgratgewölbte Sakristei hat Schlitzfenster und einen Lavaboabfluss mit einem Tierkopf als Skulptur. Das Langhaus, durch die hohen mittigen Seitenkapellen kreuzförmig, wird Josef Wissgrill zugeschrieben. Die barocke Westempore entstand von 1830 bis 1840. Der dreijochige Chor hat ein kleinteiliges Netzrippengewölbe.

Die Unterkirche unter dem Chor hat ein zweijochiges Kreuzgratgewölbe mit tief herabgezogenen Kappen analog einer halben Faltkuppel im 5/8-Schluss, aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. Die zwei Zugänge erfolgen seitlich durch spätgotische Rundbogenportale und Treppen.

2002 wurde die alte Orgel vom Steinacher Orgelbauer Hans Pirchner durch eine neue Orgel mit 32 Registern ersetzt.[1]

Literatur

  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Niederösterreich südlich der Donau. Teil 1. A bis L. Böheimkirchen. Pfarrkirche hl. Jakobus der Ältere. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-365-8, Seite 282f.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Orgelbau Pirchner: Werke (Auswahl); abgerufen am 11. März 2012

48.19754415.762555Koordinaten: 48° 11′ 51″ N, 15° 45′ 45″ O