Jane Bernigau

Jane Bernigau (* 5. Oktober 1908 in Sagan; † unbekannt) war von 1938 bis 1945 eine deutsche Oberaufseherin in mehreren Konzentrationslagern. Sie gehörte zum sogenannten SS-Gefolge.

Bernigau war von Beruf Fürsorgeerzieherin. Im Alter von 31 Jahren bewarb sie sich als Aufseherin in einem Konzentrationslager.[1] Bernigau nahm 1938 ihren Dienst im KZ Lichtenburg auf. 1940 wurde sie zeitweilig zur Schulung ins KZ Mauthausen abkommandiert.[2] Später folgte ihre Versetzung ins KZ Ravensbrück. Dort bildete sie Frauen zu Aufseherinnen aus.[3] Ab 1944 war Bernigau im KZ Groß-Rosen eingesetzt, wo sie als Oberaufseherin für die Leitung der dortigen Frauen-Außenlager zuständig war[4] und wo sie mit einem Kriegsverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Im September 1944 wechselte sie ins KZ Mauthausen und war auch im Außenlager St. Lamprecht beschäftigt, wo sie Häftlinge misshandelte[5]. Beim Herannahen alliierter Kräfte floh sie aus dem Lager. Sie wurde niemals verhaftet oder für ihre Taten zur Verantwortung gezogen. Bernigau wurde jedoch nach Kriegsende mehrfach verhört, so 1969 und 1976.[6]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Andreas Baumgartner: Die vergessenen Frauen von Mauthausen. 1997, Seite 129
  2. Andreas Baumgartner: Die vergessenen Frauen von Mauthausen. 1997, Seite 199
  3. Marita Krauss (Hg): Sie waren dabei: Mitläuferinnen, Nutznießerinnen, Täterinnen im Nationalsozialismus, Göttingen 2008, Seite 168
  4. Simone Erpel (Hrsg.): Im Gefolge der SS: Aufseherinnen des Frauen-KZ Ravensbrück. Begleitband zur Ausstellung. Berlin 2007, ISBN 978-3-938690-19-2, S. 30
  5. Wolfgang Benz,Angelika Königseder (Hg.): Der Ort des Terrors: Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 4. München 2006, Seite 429
  6. Isabel Sprenger: Aufseherinnen in den Frauen-Außenlagern des Konzentrationslagers Groß-Rosen, in: Werkstatt Geschichte 12, Ergebnisse Verlag, Hamburg 1995, S. 21-33