Jelačić

Wappen der Grafen Jelačić von Bužim

Die Grafen Jelačić (Jellačić) von Bužim sind ein altes kroatisches sowie österreichisches Adelsgeschlecht.

Wappen der Jelačić

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Die Familie der kroatischen Edelleute Jelačić stammt aus Slawonien. Nachdem die ungarisch-kroatischen Heere 1493 von den Osmanen bei Krbava vernichtend geschlagen worden waren, wurde der kroatische Adel dezimiert und ein Teil Kroatiens (heute Slawonien) besetzt. Einige Mitglieder der Familie konvertierten anschließend zum Islam und erlangten im Osmanischen Reich angesehene Positionen.

Ende des 15. Jahrhunderts ist Antonius als ältester bekannter Namensträger des römisch-katholisch gebliebenen Familienzweiges im nördlichen Kroatien bezeugt. Anfang des 16. Jahrhunderts hielten die Jelačić von Buzim – jener Familienzweig dem der spätere Banus entstammte – ihren Grundbesitz an der Kupa und im Turopolje (Türkenfeld) bei Agram (Zagreb); auch Samobor bei Agram war zeitweilig in ihrem Besitz.[1]

Nach der Rückeroberung des Gebietes durch Kaiser Leopold I. dienten die Jelačić fortan für Jahrhunderte im österreichischen Heer. Besonders in den Grenzregimentern der Militärgrenze und der Bekämpfung der ständigen Überfälle an der Grenze von Bosnien und Serbien spielten sie eine bedeutende Rolle. Der erst war der Serezanerhauptmann Albert Jelačić von Buzim[2]

Franz von Jelačić (1746–1810) wurde für die heldenmütige Verteidigung von Feldkirchs in Vorarlberg während der Napoleonischen Kriege 1797 mit dem Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens ausgezeichnet und in den Freiherrenstand erhoben worden (1799).[3] Er war seit 1799 mit Anna Freiin Portner von Höflein (* 10. Mai 1775; † 28. November 1837) vermählt.

Seinem Sohn Joseph, dem Feldzeugmeister und Banus von Kroatien, wurde durch Allerhöchste Entschließung Kaiser Franz Josephs I. mit Diplom vom 12. Juli 1855 der Grafenstand verliehen und mit Allerhöchstem Handschreiben vom 26. Mai 1859 und Bestätigungsurkunde vom 15. Januar 1860 auf seine beiden Brüder Anton und Georg übertragen.

Persönlichkeiten (Österreich)[4]

  • Joseph Graf Jelačić von Bužim (1801–1859), war k. k. Generalmajor (1848), sodann Feldmarschalleutnant (1848), schließlich Feldzeugmeister (1849). MTO am 29. Juni1849.


Die heute lebenden Familienmitglieder sind allesamt Nachkommen des Feldmarschalleutnants Franz Freiherr von Jelačić. Luise Gräfin Jelacic und ihre Tochter Marie-Louise, leben in den USA. (Stand: Dezember 2006).

Wappen

Stammwappen: Von einem schwarzen Fadenkreuze viergeteilter blauer Schild mit Herzschild. Herzschild: Auf grünem Boden ein pfahlweise aufwärts gestelltes goldenes Schwert, auf dem ein vorwärtsgewandter Türkenkopf mit weißem Turban und blauem Fez aufgesteckt ist, welches zwei gegeneinander aufgerichtete, doppelschwänzige, gekrönte und rot bezungte Löwen stützen. Diese stützen sich jeweils mit ihren rechten Hinterpranken auf einen der zwei dem Schwertknaufe angeschobenen Türkenköpfe, die dem oben beschriebenen gleichen.[5]

1855: 1: In Blau ein silberner Querbalken, worüber ein goldenes Schwert pfahlweise gestellt ist (Erinnerung an den Drau-Übergang im Jahre 1848);

2: in Blau ein Schweizergebirge auf grünem Boden, der Teilung angeschoben, im Hintergrunde eine rote Kirche mit zwei Türmen, zu welcher sich ein Weg schrägwärts zieht (Erinnerung an den Schauplatz, wo der Vater des Grafen Joseph den Maria Theresien-Orden erkämpfte: Feldkirch);

3: auch in Blau erheben sich aus dem Fußrande zwei Felsenwände, zwischen denen auf grünem Boden ein rotes Gebäude, zu dem schräglinks ein Weg führt und im Hintergrunde ein Alpengebirge zu sehen ist (Erinnerung an Luziensteig, wo des Grafen Joseph Vater gleichfalls sich hervorgetan hat);

4: gleich den übrigen in Blau ein von Rot und Silber in fünf Querreihen geschachter Querballen, oben von einem silbernen Sterne, unten von einem aufwärts gerichteten silbernen Halbmonde begleitet (das kroatische, von den beim kroatischen Adel häufig vorkommenden Emblemen des Sternes und Halbmondes begleitete Wappen). Auf dem Schilde ruht die Grafenkrone mit drei darauf gestellten goldgekrönten Turnierhelmen. Aus der Krone des mittleren wächst ein doppelschwänziger gekrönter, rot bezungter goldener Löwe, in der Öffnung eines rechts rot und golden, links abgewechselt quer geteilten Adlerfluges rechtwärts hervor, in der rechten Vorderpranke schwingt er einen roten Säbel über sich empor, in der linken trägt er vor sich einen blauen golden gefassten Reichsapfel (der ursprüngliche Helmschmuck des Jelačić'schen Wappens).

Aus den Kronen des rechten und linken Helmes wachsen je ein vorwärts gekehrter Mann in schwarz angelaufener Rüstung, der Mann auf dem rechten Helme mit geschlossenem Visier, der Helm mit einer goldenen Straußenfeder zwischen zwei blauen besteckt, mit goldener Schärpe über die rechte Achsel, mit einem gleichen Schwertgriffe und Gurt, in der Rechten eine Lanze mit blauer Quaste haltend, die Linke in die Hüfte gestemmt. Der Mann auf dem linken Helme hat das Visier offen, trägt auf dem Helme eine silberne Straußenfeder zwischen zwei blauen, Schärpe und Schwertgurt sind silbern, die Rechte hält er zum Schwur erhoben, in der Linken eine Lanze mit blauer Quaste. Helmdecken. Die des mittleren Helmes rot mit Gold unterlegt, die der beiden anderen blau, am rechten Helme mit Gold, am linken mit Silber unterlegt. Devise. Unter dem Schilde ein flatterndes rotes Band, worauf der bei dem Übergang über die Drau von dem Banus angenommene Wahlspruch: Što bog da i sreća junačka (dt. Was Gott gibt und Heldenglück) in goldener Lapidarschrift angebracht ist.

Zum Namen Jelačić

Der Name Jelačić erscheint verschieden geschrieben, und zwar als Jellačić, Jelacić, Jellachich, Jelacsics; Ban Joseph Graf Jelačić selbst unterzeichnete stets mit Jellačić. [6][7] [8][9]

Literatur

  • Walter Görlitz: „Jelačić, Symbol für Kroatien - die Biographie“, Amalthea-Verlag, Wien 1992, 256 S.
  • Milan Turković-Kutjevski (baron.): „Die ehemalige kroatisch-slavonische Militärgrenze“, Primorski Štamparski Zavod, Zagreb 1937, 227 S.
  • Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich

Einzelnachweise

  1. Walter Görlitz: „Jelačić, Symbol für Kroatien - die Biographie“, Amalthea-Verlag, Wien 1992, S. 21
  2. Milan Turković-Kutjevski (baron.): „Die ehemalige kroatisch-slavonische Militärgrenze“, Primorski Štamparski Zavod, Zagreb 1937, S. 190 f
  3. http://www.austro-hungarian-army.co.uk/mmto3.htm
  4. http://www.oesta.gv.at/DocView.axd?CobId=23130
  5. http://www.srce.hr/hpm/p0148003.htm Hauptschild
  6. Bornschein (Adolph), Österreichischer Cornelius Nepos (Wien 1812. kl. 8°.) S. 114.
  7. Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1837, Staatsdruckerei, 4°.) S. 530.
  8. Österreichisches Militär-Konversations-Lexikon, herausgegeben von J. Hirtenfeld (Wien 1850, gr. 8°.) Bd. III, S. 311.
  9. Biographie nouvelle des Contemporains (Paris 1821 et s., librairie historique des hommes marquans de la fin du dix-huitième siècle etc. (Londres 1800, 8°.) Tome II, p. 227.