Jindřich Jaroslav Clam-Martinic

Jindřich Jaroslav Clam-Martinic, Lithographie von Eduard Kaiser, 1860

Jindřich Jaroslav Clam-Martinic (deutsch Heinrich Jaroslav Graf Clam-Martinic) (* 15. Juni 1826 in St. Georgen, Komitat Pressburg; † 5. Juni 1887 in Prag) war ein böhmisch-tschechischer Politiker in der Habsburgermonarchie.

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Leben

Er wurde als Kind eines reichen tschechischen Adligen in Oberungarn geboren. Er begann als leitender Angestellter der staatlichen Verwaltung in Mělník, war Ministerialrat in Budapest und unter anderem auch Statthalter in Krakau. Seit 1860 widmete er sich nur noch der Politik und wurde Führer des tschechischen Hochadels. Er sah die Lösung des Nationalitätenproblems der Monarchie nur in der Erhaltung der politisch-historischen Individualitäten der Kronländer.[1]

1861 kam es zu einem Treffen mit František Ladislav Rieger, in der er eine Zusammenarbeit zwischen den Liberalen und der böhmischen Aristokratie vereinbarte.

Clam-Martinic ging es nicht so sehr um die Anerkennung der Nation als vielmehr um die des Adels.[2] Er versuchte, böhmische Rechte innerhalb der österreichischen Monarchie durchzusetzen, bzw. Kompromisse zu schließen. Nach 1879 wurde er zum stellvertretenden Vorsitzenden der böhmischen Abgeordneten im Reichsrat gewählt.

Sein Neffe Heinrich Clam-Martinic wurde ebenfalls Politiker und war österreichischer Ministerpräsident.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Robert A. Kann: Das Nationalitätenproblem der Habsburgermonarchie. Geschichte und Ideengehalt der nationalen Bestrebungen vom Vormärz bis zur Auflösung des Reiches im Jahre 1918. Band 1: Das Reich und die Völker. Böhlau, Graz/Köln 1964. S. 64
  2. Jan Křen: Die Konfliktgemeinschaft. Tschechen und Deutsche. 1780–1918. Verlag Oldenbourg, München 1996, ISBN 3-486-56017-4, S. 122.