Joachim Wildauer

Joachim Wildauer († 18. April 1915) war ein österreichischer katholischer Geistlicher und Abt des Stifts Fiecht.

Leben

Wildauer machte die Matura am Akademischen Gymnasium in Innsbruck und studierte Rechtswissenschaften an der Universität Innsbruck, wo er 1862 Mitglied des Corps Rhaetia wurde. 1863 brach er sein Studium ab und trat unter dem Ordensnamen Albert in das Benediktinerkloster Fiecht ein. Im Dom zu Salzburg wurde er 1866 zum Priester geweiht. 1875 wurde er im Alter von 34 Jahren zum Abt gewählt.

Wildauer macht das Kloster zu einem Zentrum geistlicher, wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Aktivität. Besondere Verdienste erwarb er sich um den Zusammenschluss der österreichischen Bedediktinerstifte und um die Klosterschule. Er war aber auch ein bedeutender Förderer von Wirtschaft und Tourismus. Auf seine Veranlassung erwarb das Kloster den Achensee und ließ an den Ufern Hotels errichten. 1887 schaffte er Dampfschiffe und 1912 ein Motorschiff für den See an. 1897 ließ er in Fiecht ein kleines Elektrizitätswerk errichten, dem 1898 zwei weitere in St. Georgenberg und Pertisau folgten. Als Mitglied des Tiroler Landtags war Wildauer auch politisch aktiv. Er starb 1915 und wurde auf dem Fiechter Klosterfriedhof beigesetzt.

Auszeichnungen

Für sein Wirken wurde Wildauer vielfach ausgezeichnet. Er erhielt die Inful und bekam den päpstlichen Orden Pro Ecclesia et Pontifice. Außerdem war er Komtur des Franz-Joseph-Ordens mit Stern.

Literatur

  • v. Stetkiwicz: Zur Erinnerung an Joachim Wildauer Rhaetiae, inf. Abt des Stiftes Fiecht bei Schwaz/Tirol. In: Deutsche Corpszeitung 59 (1958), S. 10–12