Johann Adam Pruner

Porträt Pruners (18. Jahrhundert)

Johann Adam Pruner, auch Prunner, (* 22. Juni 1672 in Linz; † 7. Februar 1734 ebenda) war ein österreichischer Händler, Stadtrichter und Bürgermeister von Linz.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Johann Adam Pruner wurde 1672 als jüngerer Bruder des bekannten Barockbaumeistes Johann Michael Prun[n]er geboren.[1] Sein Vater war der Linzer Handelsmann Johann Pruner, seine Mutter war Eva Regina Pruner, geborene Schernegger. Für seine schulische Ausbildung erhielt der Student Pruner 1684 bis 1688 ein ständisches Stipendium. Sein Vater bildete ihn zum Handelsmann aus und in diesem Metier erreichte Pruner beträchtlichen Reichtum. Überdies wurde er bereits mit 38 Jahren zum Verordneten der landesfürstlichen Städte gewählt. 1705 wurde er zum Pfarrkirchenamtsverwalter bestellt und brachte die vernachlässigte Finanzgebarung wieder in Ordnung. In den Jahren 1713, 1717 und 1718 war er Stadtrichter in Linz und anschließend bis zu seinem Tode 14 Jahre Bürgermeister.[2] Pruner war zudem Verordneter des Vierten Standes der sieben landesfürstlichen Städte Oberösterreichs, er war in der Aufsichtskommission über das Linzer Waisenhaus und im Ausschuss zur Oberaufsicht über die von den Verordneten zu führende Wirtschaft. Verheiratet war er mit Maria Pruner, geborene Gross von Ehrenstein. Die Ehe blieb kinderlos.

Prunerstift

Sein Vermögen hinterließ der Junggeselle für wohltätige Zwecke. Die nach seinem Tod gegründete Pruner'sche Stiftung errichtete so ein Heim für Waisenkinder und mittellose Linzer; dieses Prunerstift bestand bis 1786. Danach war es von 1788 bis 1867 Irrenanstalt und von 1789 bis 1833 Gebäranstalt und Heim für Findelkinder.[2] Heute ist dort eine Musikschule untergebracht.[3]

Die Kapelle des Stifts wurde 1789 geschlossen und dann als Getreidespeicher und Magazin verwendet. Seit 1919 ist sie ein Gotteshaus der Altkatholischen Kirche.

Prunerstraße

Die nach ihm benannte Prunerstraße in der Linzer Innenstadt verbindet Fabrikstraße und Museumstraße. Bis 1869 hieß sie Prunerstiftsgasse und davor Eggereckgasse.[2]

Literatur

  •  Konrad Plass: Die Stiftung des Johann Adam Pruner in Linz. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Linz. 1970.

Einzelnachweise

  1. Rudolf Lehr: Landes-Chronik Oberösterreich. Verlag Christian Brandstätter, Wien 2004, ISBN 3-85487-331-X, S. 160
  2. a b c Johann Pruner: Reicher Kaufmann mit Herz für die Armen, Straßennamen, OÖ Nachrichten (Abgerufen am 6. Aug. 2008)
  3. Landes-Chronik Oberösterreich. S. 155