Johann Baptist Stephan

Johann Baptist Stephan, seit 1869 Ritter von Stephan (* 12. November 1808 in Schwarzhofen; † 29. August 1875 in Schlehdorf) war ein General der Königlich bayerischen Armee und Kommandant der 1. Königlich bayerischen Infanterie-Division.

Leben

Johann Baptist Stephan wurde am 12. November 1808 in Schwarzhofen (Bezirksamt Neuenburg vorm Wald/Oberpfalz) als Sohn des Geometers Johann Baptist Stephan und dessen Gattin Maria Anna, geb. Bauriedl, geboren. Er trat freiwillig am 9. Juli 1824 als Gemeiner in das 7. Infanterie-Regiment „vacant Löwenstein“ ein und wurde am 1. November 1824 zum Vize-Korporal sowie am 1. Januar 1825 zum Korporal befördert. Am 13. August 1831 zum Junker im 11. Infanterie-Regiment „vacant Kinkel“ ernannt wurde er am 27. Juni 1832 zum Unterlieutenant im 7. Infanterie-Regiment befördert. Am 18. Juli wechselte er durch einen Tausch zum 3. Infanterie-Regiment „Prinz Karl“. Ab dem 18. Juni 1833 wurde Stephan zur Aufstellung des in griechischen Diensten bestimmten Truppenkorps abkommandiert und deshalb mit dem 21. Juli 1833 aus den bayerischen Diensten auf Zeit entlassen. Nach Rückkehr aus Griechenland wurde er am 20. August 1837 als Unterlieutenant im 11. Infanterie-Regiment „Delamotte“ angestellt. Ab 23. September 1837 infolge eines Tausches beim 5. Infanterie-Regiment „Erbgroßherzog von Hessen“ eingesetzt wurde er am 30. März 1838 zum Infanterie-Leib-Regiment versetzt. Am 25. Oktober 1842 wurde er beim 3. Infanterie-Regiment zum Oberlieutenant befördert, am 4. Dezember 1842 zum Adjutanten des Generalmajors und Brigadiers Friedrich Ritter von Greis ernannt und in dieser Funktion am 22. Mai 1842 zum Infanterie-Leib-Regiment versetzt. Am 31. Oktober 1845 erfolgte seine Versetzung zum Generalquartiermeisterstab. Am 7. April 1847 als Hauptmann charakterisiert wurde Stephan am 31. März 1848 zum Hauptmann befördert und zugleich in das Kriegsministerium versetzt. Am 21. Dezember 1848 wurde er als charakterisierter Major zum Adjutanten von Prinz Karl von Bayern ausgewählt. Als solcher am 30. Juni 1851 zum Major befördert wurde er am 9. Oktober 1852 zum 3. Infanterie-Regiment „Prinz Karl“ versetzt, dort am 17. April 1853 zum Oberstlieutenant sowie am 31. März 1855 zum Oberst im 3. Infanterie-Regiment „Prinz Karl“ befördert. Am 1. Januar 1860 erhielt er das Ritterkreuz 1. Klasse des Verdienstordens vom Hl. Michael.

Mit dem 4. August 1861 zum Generalmajor befördert übernahm er als Brigadier das Kommando über die 2. Infanterie-Brigade. Während des Krieges gegen Preußen 1866 erhielt Stephan die vorübergehende Befehlsgewalt über die mobile 1. Infanterie-Division und nahm mit ihr an den Gefechten bei Nüdlingen (10. Juli 1866) und bei Helmstadt (25. Juli 1866) teil. Nach Beförderung zum Generallieutenant am 17. August 1866 wurde Stephan am 20. August 1866 das Großkomturkreuz des Militärverdienstordens verliehen. Am 29. August 1866 wurde er zum Generalkommandanten von Nürnberg, am 8. Januar 1869 zum Kommandanten der 1. Division ernannt. Am 29. Dezember 1869 wurde er mit dem Ritterkreuz des Verdienstordens der Bayerischen Krone geehrt, womit die Erhebung in den persönlichen bayerischen Adelsstand verbunden war.

Stephan nahm als Kommandant der 1. Infanterie-Division/I. Armee-Korps am deutsch-französischen Krieg teil und zeichnete sich besonders in den Schlachten bei Wörth, Sedan und an der Loire aus. Für seine militärischen Verdienste in der Schlacht bei Wörth am 6. August 1870 wurde er bereits im Armeebefehl vom 30. August 1870 ausdrücklich gelobt und erhielt hierfür das Eiserne Kreuz 2. Klasse sowie am 18. Oktober 1870 das Großkreuz des Militärverdienstordens verliehen. Zudem sprach sich das am 2. November 1870 unter dem Vorsitz von General der Infanterie und Kommandanten des II. Armee-Korps Jakob Ritter von Hartmann abgehaltene Ordenskapitel einstimmig dafür aus, dass er wegen der vorzüglichen Führung seiner Division in der Schlacht bei Wörth für die Aufnahme in den Orden würdig sei. Mit Armeebefehl vom 15. November 1870 wurde er zum Ritter des Militär-Max-Joseph-Ordens ernannt. Außerdem erhielt er während des Feldzugs das Eiserne Kreuz 1. Klasse sowie das großherzoglich mecklenburgische Militärverdienstkreuz 1. Klasse. Bei Villepon wurde er am 1. Dezember 1870 durch eine Chassepotkugel am Unterleib und durch einen Granatsplitter in der Brust so schwer verwundet, dass er das Kommando über die Division abgeben und nach Deutschland zurückgebracht werden musste.

Am 11. April 1873 wurde sein Abschiedgesuch genehmigt und ihm wegen seiner langjährigen treuen Dienste der Charakter eines Generals der Infanterie verliehen. Am 29. August 1875 starb General Ritter von Stephan in Schlehdorf bei Weilheim.

Sonstiges

Baptist Ritter von Stephan wurden außer den oben genannten folgende Orden verliehen:

In seinem Testament vom 1. Dezember 1874 verfügte er mit einem Grundkapital von 20.000 fl die Gründung einer Präbendenstiftung, die für solche Unteroffiziere der bayerischen Armee, welche die Kriegsschule oder eine ähnliche zur Ausbildung von Offizieren bestimmte militärische Einrichtung besuchen, vorgesehen war. Mit Allerhöchster Entschließung vom 12. Dezember 1875 wurde diese Stiftung als „Militärstiftung des Generals der Infanterie von Stephan“ allerhöchst bestätigt.

Literatur

  • Schrettinger: Der Königlich Bayerische Militär-Max-Joseph-Orden und seine Mitglieder. R. Oldenbourg, München 1882
  • Bernhard von Poten: Stephan, Baptist von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 36, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 83–85.