Johann Caspar Högl

Steinmetzzeichen Joh. Caspar Högl

Johann Caspar Högl (* 1701; † 26. Januar 1776 in Eggenburg, Niederösterreich) war ein österreichischer Steinmetzmeister und Bildhauer des Barock, Bürgermeister von Eggenburg.

Der Nachname seines Vaters Hügel wurde bei Caspar in sämtlichen Dokumenten in Högl umgeschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Johann Caspar war Sohn des Eggenburger Steinmetzmeisters Johann Gallus Hügel, der aus Gemünden am Main in Franken zugewandert war, und der Anna Maria N. Der Vater hatte einen Steinbruch in der Umgebung von Eggenburg gepachtet, den Högl-Bruch, sie wohnten im eigenen Haus, einem Haus in der langen Zeile.

Die Mutter starb im Oktober 1708, er und seine jüngeren Geschwister mussten versorgt werden, so heiratete der Vater bereits im Jänner 1709 Catharina Wödl, Tochter des Eggenburger Fleischers. Nach wenigen Jahren lebten im Haus die Kinder von drei verschiedenen Müttern. Im Alter von 13 Jahren bekam er den Stiefbruder Georg Andreas Högl, der auch Steinmetz erlernen wird und sich nach Wien verheiraten wird. Der Meister Johann Gallus übernahm die Aufgabe des Lehrherrn für Sohn Caspar. Da starb der Vater am 14. September 1719, die Lehre war noch nicht abgeschlossen.

Kartause Gaming

Bruder Joachim wurde Mönch

Sein leiblicher Bruder Joachim (* 1696) wurde Mönch in der Kartause Gaming, das hatte viel Geld gekostet, bei der Testamentseröffnung gab es für ihn nichts mehr zu erben. Das Stadtarchiv Eggenburg bewahrt zwei Briefe des Kartäusers an Bruder Caspar. Am 2. November 1719 schrieb er .. ein geplantes Zusammentreffen zur Heyligen Weyhung nicht stattgefunden hat, denn ich nicht auf Krems, sondern auf Wien und von dannen nach Tulln bin kommen .. zum Erbe .. darüber möchte ich nur mit Dir mündlich röden .. verbleibe Dein getreyer Bruder biß in Tott. Frater Joachim Högl.

Die Meister der Viertellade bestimmten als neuen Lehrmeister Andreas Steinböck, der ihn am 29. März 1721 zum Gesellen und neuen Bruder der Bruderschaft freisprach.

Wenn Caspar gehofft hatte, einmal das Handwerk des Vaters zu übernehmen, so sprachen die Zunftgesetze dagegen. Die Witwe, seine Stiefmutter, die den laufenden Auftrag im Stift Herzogenburg fachmännisch weiterführte, mit ihren drei eigenen Kindern, im Alter von 5 bis 9 Jahren, musste sich im Gewerbe wieder verheiraten. Sie wählte Mathias Franz Strickner, Steinmetz und Sohn aus bester Eggenburger Familie, am 28. Januar 1721 wurde Hochzeit gehalten. Die Hügelsche Steinmetzhütte übernahm der junge Strickner.

Im kaiserlichen Steinbruch

Högl war ausgelernter Steinmetzgeselle, aber das väterliche Handwerk kam an den Strickner. Caspar begab sich nach Kaisersteinbruch zu seinem Herrn Oheim, dem Hof-Steinmetzmeister Elias Hügel, der einzige nahe Verwandte, den er noch hatte. Am 24. Mai 1721 ist er in der dortigen Kirche als Taufpate dokumentiert. Die Frau Meisterin Maria Elisabetha Hügelin konnte mit ihren sechzig Jahren keine Kinder bekommen, sodass Meister Elias ihn als Sohn an sich binden wollte?

Für Caspar gab es zwei Möglichkeiten, eine Steinmetz- Tochter, oder Witwe – in Eggenburg zu finden, oder sich anderswo, in Wien oder Kaisersteinbruch, zu verheiraten. Da starb der bedeutende Eggenburger Meister Mathias Strickner, Steinbruchpächter, sein Haus stand auf dem Hauptplatz mit dem Steinmetzzeichen oberhalb des Tores. Die Witwe Maria Rosina Stricknerin erwählte ihn, Johann Caspar Högl, sich mit ihr am 11. Juni 1724 zu verheiraten. Trauzeuge war Andreas Steinböck, amtierender Richter in Eggenburg. Die Stricknersche Steinmetzhütte übernahm der junge Högl.

Zeichen Johannes Strickner

Lehrmeister

Caspar dingte zahlreiche Steinmetzjungen auf, sie wurden alle vor offener Lade zu Gesellen und neuen Brüdern der Eggenburger Bruderschaft freigesprochen. Zum Beispiel: den Lehrling Johannes Strickner, durch die Heirat sein Stiefsohn geworden, sprach er am 16. Januar 1728 zum Gesellen frei. Auch sein jüngster Stiefsohn Johann Michael Strickner lernte bei ihm, Freisprechung 1739, heiratete im kaiserlichen Steinbruch die Witwe des verstorbenen Richters und wurde Jahre danach selbst zum Richter gewählt.

Dreifaltigkeitssäule in Zwettl

Dreifaltigkeitssäule Zwettl
Znaim, Hauptportal Dominikanerkirche
Kirche und Turm von Stift Altenburg

In Zwettl-Niederösterreich wurde am 9. August 1726 über eine Dreifaltigkeitssäule beraten: im Rathaus auf dem Hauptplatz tagte der Rat der Stadt – die Versammlung beschloss einstimmig und gelobte, in Zwettl ein solches Bauwerk zu errichten.

Die landesfürstliche Viertelstadt Eggenburg mit ihren Steinbrüchen und den dort ansässigen Steinmetzmeistern war das Zentrum der Steinmetzkunst in Niederösterreich. Die Zwettler wählten den jungen Steinmetz und Bildhauer Johann Caspar Högl. Seine Entwürfe fanden die Zustimmung der Auftraggeber, bereits im September 1726 schlossen Richter und Rat von Zwettl mit Högl einen Vertrag.

Darin verpflichtete sich der Steinmetzmeister, „eine Säulen von Kühnringer Stain, mit der Bildnuss der Allerheyligsten Dreyfaltigkheith, wenigst von 6 1/2 Clafter hoch ... zuverferttigen.“ Außerdem wurde festgelegt, dass an der Vorderseite eine Statue der Immakulata und Skulpturen der Hl. Sebastian, Rochus und Rosalia, an der Rückseite aber jene der hl. Märtyrer Florian, Johannes von Nepomuk und Donatus angebracht werden sollten. Alles mit den „darzue gehörigen Postamenten, Gewölckh und Zierraden, wie auch denen Kündlein, in der Hand ein Hertz oder Stern zur Lampen haldente. Alles von sauberer und wohl proportionierter Bildhauer Arbeith...“.

Die letzte Zahlung erhielt Caspar Högl nach der Fertigstellung am 5. September 1727, die Dreifaltigkeitssäule kostete insgesamt 1721 Gulden und 14 Kreuzer.

Dominikanerkirche in Znaim, Hauptportal

Die Reformation des 16. Jahrhunderts fand in Znaim breiten Anklang. Die Reaktion darauf war, dass zu den älteren römisch-katholischen Ordenshäusern in der Gegenreformation die Niederlassungen der Jesuiten und Kapuziner hinzukamen, die sofort eine rege Bautätigkeit entfalteten. Dies wirkte auch auf die älteren Klöster, die mit hochrangigen Künstlern ihre Bauten neu- und umgestalteten.

Die Dominikanerkirche zum Heiligen Kreuz wurde von 1653 bis 1677 neu gebaut und erhielt nach 1730 eine neue Zweiturmfassade. Zumindest das Hauptportal gestaltete Johann Caspar Högl.

Pfarrkirche Reinprechtspölla

Die Pfarrkirche St. Pankraz zu Reinprechtspölla, dem Stift Klosterneuburg zugehörig, wurde von 1735 bis 1737 vergrößert. Steinmetzarbeiten lieferten die Meister Gabriel Steinböck und Caspar Högl.

Stift Altenburg

Gemeinsam mit seinem Eggenburger Mitmeister Franz Leopold Fahrmacher, der den Hauptanteil der Steinlieferungen und Steinmetzarbeiten erstellte, lieferte Meister Caspar – laut Rechnung von 1742 – besonders feines Material für den Bildhauer von Horn, weitere für Jakob Christoph Schletterer.

Caspar Högl übersiedelte 1757 in das Haus Hauptplatz Nr. 23, welches er auch umbaute. Ein barocker offener Treppenaufgang im Inneren ist sein Werk. Seine Wertschätzung zeigte sich auch im Amt des Bürgermeisters von Eggenburg, das er 1760/61 und 1765/66 ausübte.

Wallfahrtskirche zu Mühlfraun

1773 verfertigte Meister Högl Steinmetzarbeiten zu 312 Gulden 12 Kreuzer.

Mit Maria Rosalia hatte er fünf Kinder, von denen drei in jungen Jahren starben. Sie war seine einzige Ehefrau und überlebte Caspar um drei Jahre, sie starb am 22. November 1779.

Literatur

  • Stadtarchiv Eggenburg: Aufding- und Freysagebuch der Eggenburger Steinmetzinnung.
  • Stadtarchiv Zwettl: Kart. 21, Contract wegen Aufrichtung der Heyl. Dreyfaltig Kheit Säulen in der Landesfürstlichen Statt Zwethl, 1726.
  • Gaspar Burghard: Der weiße Stein von Eggenburg, Der Zogelsdorfer Kalksandstein und seine Meister. Sonderdruck aus Das Waldviertel. Heft 4. 44. Jahrgang, 1995.
  • Helmuth Furch: In: Mitteilungen des Museums- und Kulturvereines Kaisersteinbruch.
Meister Johann Gallus Hügel. Nr. 22, 1992.
Familie Hügel aus Gemünden am Main. Nr. 42, 1996.
  • Eintrag Högl Familie. In: Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Band 3, 1994.
  • Helmuth Furch: Historisches Lexikon Kaisersteinbruch. 2 Bände. Museums- und Kulturverein, Kaisersteinbruch 2002–2004.