Johann David Starck

Johann David Starck

Johann(es) David Starck, ab 1837 Edler von Starck (* 3. Mai 1770 in Graslitz[1]; † 10. November 1841 in Prag) war ein böhmischer Montanunternehmer und Großindustrieller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der Sohn des Webers Josef Carl Starck und der Rosalia, geborene Riedl, aus Grasltz Nr. 86 tätigte seine ersten unternehmerischen Schritte als Weinhändler in der Gegend von Plauen im Vogtland. Dort lernte er die Spitzenfabrikation kennen. In Graslitz gründete Starck daraufhin eine Spitzenstickerei. 1792 heirate Starck Marie Magdalena Riedl. Zu Herstellung des zum Bleichen erforderlichen Vitriolöls errichtete Starck 1793 in der alten Gießerei in Silberbach eine Vitriolfabrik. Damit begann sein Einstieg in die Herstellung chemischer Produkte. Nach dem Erwerb von Kohlenbergwerken errichtete Starck Teerfarbenwerke.

Starck betrieb u. a. zwei Mineralwerke in Altsattl und eine Fabrik für Ruß, Farben und Naphthalin in Unter Reichenau. Weiterhin besaß er Betriebe in Haberspirk, mehrere Kohlebergwerke im Falkenauer Becken, weitere Bergwerke und Fabriken im Pilsener Kreis bei Božkov, Kaznau, Třemošná, Žichlice sowie seit den 1820er Jahren eine Glasfabrik und Chemische Fabrik in Stupno. 1823 ließ er bei Christinenthal (Kristiánov) eine Schwefelerzgrube aufschließen, die bis 1830 betrieben wurde. 1830 war Starck einer der reichsten Männer des Karlsbader Kreises.

Starck wurde 1837 für seine Verdienste in den Edlenstand erhoben. In den Werken der Starckschen Unternehmen waren 1500 Arbeiter beschäftigt. Für seine Beschäftigten in Zwodau ließ der Unternehmer die Starcksche Kolonie erbauen.

1837 ließ sich Starck für acht Jahre ein von ihm entwickeltes Verfahren zur Herstellung von Kalkruß patentieren. Seine Produkte verkaufte er auch nach Sachsen, ins Rheinland sowie nach Holland und Belgien.

1841 übernahm sein jüngster Sohn Johann Anton Starck die väterlichen Unternehmen. Die Starckschen Unternehmen wurden 1885 zur Montan- und Industrialwerke A.G., vorm. J.D. Starck mit Sitz in Unter Reichenau vereinigt. Nach dem Tode des Hauptaktionärs Anton Schobloch erwarb im Jahre 1900 der Kohlenmagnat Julius Petschek dessen Anteile. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging das Unternehmen ganz im Petschek-Konzern auf.

Literatur

  • Jaroslav Jiskra: Johann David Edler von Starck a jeho podíl na rozvoji hornictví a průmyslu v západních a severozápadních Čechách koncem 18. a 19. století, 2005

Weblinks

 Commons: Johann David Starck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Kirchenbuch von Graslitz, Geburten 1750–1778, Bl. 208R