Johann Gottlob Judersleben

Leutnant a. D. Judersleben
Wohnsitz zu Lübeck
Landes-Kriegerverband zu Lübeck
Lübecker Sanitätskolonne

Johann Gottlob Judersleben (* 16. November 1830 in Flemmingen bei Naumburg; † 6. März 1905 in Lübeck) war maßgeblich an der Entwicklung der Lübecker Krieger-Sanitätskolonne beteiligt und Vorsitzender des Lübeckischen Kriegerverbandes

Inhaltsverzeichnis

Leben

Der am 16. November 1830 Geborene trat im Alter von 17 Jahren in die Preußische Garde zu Potsdam ein. Hier rückte er bis zum Sergeanten auf, bevor er unter der Beförderung zum Feldwebel nach Erfurt versetzt wurde. Dort wurde er in vollem Umfang in die Rechnungsführung eingeweiht. Als er danach nach Wahlstatt versetzt wurde, wurde er, als Zeichen der besonderen Anerkennung seiner bisherigen Dienstleistungen, mit der Einrichtung und Verwaltung des Kadettenhauses betraut. Während seiner dortigen Zeit gab es einen Kadetten der später Reichspräsident werden sollte – Paul von Hindenburg.

Im Deutschen Krieg (1866) war Judersleben Lazarett-Inspektor. Das tägliche Elend des Krieges vor Augen erkannte er den Wert eines gut organisierten Sanitätswesens sowie eines gut geschulten Sanitätspersonals. Der Schaffung und Förderung eines solchen galt fortan sein Streben.

Nach dem Kriege wurde er von König Wilhelm I. zum Leutnant befördert und 1867 die Verwaltung des Kadettenhauses Plön übertragen. Im Jahre 1891 musste er aus gesundheitlichen Gründen seine Versetzung in den Ruhestand beantragen. Dem wurde entsprochen und als Anerkennung für seine Leistungen erteilte man ihm auch weiterhin das Tragen der Uniform eines Leutnants.

Nach seiner Versetzung in den Ruhestand siedelte er in die Freie und Hansestadt Lübeck in die Blücherstraße 19 über. Hier setzte er sich nicht zur Ruhe, sondern widmete sich hingebungsvoll zwei Bereichen.

Zum einen setzte er sich für die Einigung der aus dem Militärdienst Ausgeschiedenen im Getriebe der Großstadt. Zur Aufrechterhaltung der Kameradschaft gründete er 1894 den Verein ehem. Kameraden des Gardekorps und wurde deren Vorsitzender. Durch Gründung des Vereins wurde die Anregung zur Bildung weiterer militärischer Vereine gegeben. So entstanden z. B. der Kameradschaftsbund der 76er und 162er, der Verein ehem. Kavalleristen, Pioniere, Jäger, Artilleristen, ...

Als sich diese Vereine, wobei Judersleben keinen unerheblichen Einfluss geltend machte, sich zum Lübeckischen Kriegerverband zusammenschlossen, wurde Leutnant a. D. Judersleben zu dessen Vorsitzenden gewählt. Als deren Vorsitzender war er zeitgleich der Vertreter Lübecks im Deutschen Kriegerbund.

Zum anderen, und dies ist im Nachhinein betrachtet der bedeutendere Teil, engagierte sich Judersleben in der Entwicklung des Lübecker Krieger-Sanmitätskolonnenwesens.

Jährlich wurde die Kompetenz der Kolonne und deren Entwicklung mit Unterstützung des heimischen Regiments öffentlich mit einer Sanitätskolonnen-Uebung demonstriert.

So wurde beispielsweise ein Traggestell entwickelt. Dieses wusste soweit zu überzeugen, dass die Lazarettzüge und -schiffe in den Ersten Weltkrieg mit Traggestellen des sogenannten Systems Lübeck zogen.[4]

Die überregionale Strahlkraft seines Wirkens in jener Richtung, mag man aus der Verleihung der preußischen Rote Kreuz-Medaille ersehen.

Abgesehen von der Medaille wurde er mit dem Mecklenburg-Schwerinischen Greifenorden, den Roten Adlerorden und den Kronenorden ausgezeichnet.

In Lübeck betreute er über Jahre hinweg die Kadetten

Bei einem Aufenthalt in Berlin aufgrund einer Einladung des Deutschen Kriegerbundes stürzte Judersleben, wodurch sich sein Bruchleiden verschlimmerte. Die notwendig gewordene Operation in einem Lübecker Krankenhaus überstand er nicht.

Auf dem Gottesacker waren nach den Trauerfeierlichkeiten in der Garnisonskirche die Senatoren Emil Wolpmann (Vorsitzender des Lübecker Krankenhauses; heute Sana Klinik) und Dr. Neumann (stellv. Polizeiherr), Generalmajor von Linsingen (81. Infanterie-Brigade), Oberst Neßler samt zahlreichen Offizieren des Regiments Lübeck, des Beurlaubtenstandes sowie der Landwehr, die Krieger-Sanitätskolonne und Abordnungen von 17 Vereinen. Einen Kranz vom Vorstand des Deutschen Kriegerbundes legte Vizeadmiral Kühne am Grab nieder.

Mitglied im

  • Verein ehem. Kameraden des Gardekorps
  • Lübeckischer Kriegerverband

Auszeichnungen (nichtdienstlich)

Verweise

Quellen

Einzelnachweise

  1. Vaterstädtische Blätter; 28. Juli 1907, Artikel: Sanitätskolonnenübung auf der Palinger Heide
  2. Von Lübecks Türmen; Sonnabend, den 30. Mai 1914, Artikel: Die Übungsfahrt der Sanitätskolonne
  3. Von Lübecks Türmen; Sonnabend, den 7. November 1914, Artikel: Die einrichtung des Vereinslazarettzuges
  4. Was die Lübecker Zeitungen stolz zu betonen wussten.