Johann Graf (Unternehmer)

Johann F. Graf (* 3. Jänner 1946 in Wien[1]) ist ein österreichischer Unternehmer sowie Multimilliardär. Er ist Gründer und Mehrheitseigentümer des Glücksspielkonzerns Novomatic. Seit 2012 ist er mit einem Vermögen von 5,3 Milliarden Dollar ex aequo mit Dietrich Mateschitz der reichste Mann Österreichs und Nummer 193 der Welt.[2]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Graf wuchs bei seinen Großeltern in einfachen Verhältnissen in Wien-Döbling auf, absolvierte eine Fleischhauerlehre und war im Alter von 23 Jahren Österreichs jüngster Fleischhauermeister. Den elterlichen Betrieb, eine Fleischhauerei mit Wirtshaus und einigen Fremdenzimmern, wollte Graf jedoch nicht fortführen[3].

1974 gründete er mit dem Elektrohändler Gerhard Brodnik die Brodnik & Graf GmbH und startete mit dem Import von belgischen Flipper-Automaten, die in Wirtshäusern, Cafés und Bordellen aufgestellt wurden. Im Jahr 1980 stieg er auf die Herstellung von Glücksspielautomaten um und rief mit einem Startkapital von 50.000 Schilling die Novomatic Automatenhandels GmbH ins Leben[4].

Erste Erfolge stellten sich ab 1982 ein, als er in der Schweiz eine Vertriebsfirma gründete und dort bald 70 % des Marktes beherrschte. 1990 hatte Novomatic bereits Niederlassungen in mehr als 30 Ländern. In Folge dessen wuchs sein Unternehmen mit heute 18.000 Mitarbeitern zu "einem der größten integrierten Glücksspielkonzerne der Welt" und zur "unangefochtenen Nummer eins in Europa"[5]. Sein Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt Hightech-Glücksspiel-Equipment in mehr als 70 Staaten. Der Konzern betreibt selbst und vermietet in 32 Ländern und rund 1.200 elektronischen Casinos, Spielbanken sowie Sportwettelokalen mehr als 200.000 Glücksspielautomaten[6].

Graf gilt neben Dietrich Mateschitz und Karl Wlaschek als der erfolgreichste Selfmade-Milliardär Österreichs in der Nachkriegszeit. Vom Wirtschaftsmagazin Trend wurde Graf zum „Mann des Jahres 2008“ gekürt[3].

Grafs Reichtum stieg kontinuierlich, so galt er 2008 mit 3,5 Mrd. Euro noch als sechstreicher Österreicher[3] und kletterte bis 2012 mit 5,3 Mrd. Euro Vermögen zur Nummer eins in Österreich.

Ende 2011 und Anfang 2012 ließ sich Johann Graf eine Sonderdividende von insgesamt mehr als 50 Mio. Euro ausschütten[7].

Mitte 2012 gründetet Graf dann die Novo Invest GmbH mit einem Grundkapital von 30 Mio. Euro und dem Geschäftszweck Verwaltung und Beteiligungen. Grafs 92 Prozent Beteiligung an Novomatic wanderte damit an die neu gegründete Firma, die zu 100 Prozent ihm selbst gehört. Außerdem stieg er mit dieser neuen Firma mit 9 Prozent bei der Wiener Privatbank Alizee ein[8].

Privatleben

Johann F. Graf lebt derzeit in Baden bei Wien, ist geschieden, hat drei Söhne und gilt als besonders öffentlichkeitsscheu. Sein ältester Sohn, Thomas Graf, ist Technologievorstand der Novomatic AG[9].

Auszeichnungen

  • 1986: Auszeichnung der Novomatic-Gruppe mit dem österreichischen Staatswappen[1]
  • 1996: Ernennung zum Kommerzialrat[1]
  • 1999: Senator des UNESCO-Mitgliedes IOV[1]
  • 2003: Verleihung des Titel Professor vom Bundespräsidenten der Republik Österreich[10]
  • 2008: Trend - „Mann des Jahres“

Einzelnachweise

  1. a b c d F. Johann Graf. Algomedia Presseservice - Club Carriere, abgerufen am 13. Juli 2012.
  2. Johann Graf. Forbes Magazine, 2012, abgerufen am 13. Juli 2012.
  3. a b c Karl Riffert: Johann F. Graf ist der Mann des Jahres: Vom Fleischermeister zum Milliardär. Trend, 11. Dezember 2008, abgerufen am 13. Juli 2012.
  4. Karl Riffert: Interview mit Professor Johann GRAF. In: Trend (Ausgabe 7/2007). Wiener Prater, 2007, abgerufen am 13. Juli 2012.
  5. Novomatic AG. Jahresfinanzbericht 2011. Novomatic, 2011, S. 10, abgerufen am 13. Juli 2012.
  6. Johann Graf machte Novomatic zum Weltkonzern. derStandard.at, 8. März 2012, abgerufen am 13. Juli 2012.
  7. 50 Mio. Euro "extra" für Novomatic-Chef. Österreich, 20. Januar 2012, abgerufen am 13. Juli 2012.
  8. Novomatic-Eigner ordnet Eigentumsverhältnisse. Österreich, 20. Januar 2012, abgerufen am 13. Juli 2012.
  9. Johann Graf: Der Fleischhauer als Milliardär. derStandard.at, 2. Juli 2012, abgerufen am 13. Juli 2012.
  10. Österreichs Präsident ehrt Novomatic-Gründer Johann F. Graf. Automatenmarkt, 4. Juni 2003, abgerufen am 13. Juli 2012.

Weblinks