Johann Josef Leitenberger

Johann Josef Leitenberger

Johann Josef Leitenberger (* 17. März 1730[1] in Lewin; † 30. Mai 1802[2] in Wernstadt) war ein österreichischer Unternehmer und Pionier der Industrialisierung.

Der Färber wurde durch die Einführung neuer Produktionsverfahren zu einem erfolgreichen Unternehmer. Nachdem er als erster erfolgreich ein Verfahren zum mehrfarbigen Zeugdruck in Böhmen verwendet hatte, wurde er zum Begründer der Textilindustrie Österreich-Ungarns.

1770 errichtete Leitenberger in Wernstadt die erste Kattunspinnerei Böhmens. 1793 richtete er im ehemaligen Piaristenkloster Kosmanos eine Textilfabrik für bedruckte Halstücher ein. Seine 1797 gleichfalls in Wernstadt gegründete und mit englischen Spinnmaschinen ausgestattete maschinelle Baumwollspinnerei war die erste ihrer Art in Österreich-Ungarn.

Nach seinem Tode ging sein Unternehmen an seinen Sohn Franz (1761–1825) über.[3][4] Dessen jüngerer Bruder Ignaz (1764-1839) führte in Reichstadt eine Kattunfabrik.

Literatur

  • Robert Lahmer: Einiges von der nordböhmischen Kattunindustrie. In: Mittheilungen des Nordböhmischen Excursions-Clubs, 1888, S. 298–304.
  • Hermann Hallwich: Firma Franz Leitenberger 1793 * 1893. Eine Denkschrift. Verlag des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen, Prag 1893, S. 39 ff. (zu den Lebensdaten insbesondere S. 43 und 93).
  • Ottův slovník naučný. Illustrovaná encyklopædie obecných vědomostí. Band 15 (Krajčij–Ligustrum). Otto, Prag 1900, S. 813 f.
  • Franz Hantschel: Biographien deutscher Industrieller aus Böhmen. Künstner, Böhmisch Leipa 1920.
  • Roman Freiherr von Procházka: Meine 32 Ahnen und ihre Sippenkreise (Leipzig 1928)
  • Gustav Otruba: Die Familie Leitenberger. In: Ferdinand Seibt: Lebensbilder zur Geschichte der böhmischen Länder. Bd. 4, Oldenbourg, München 1981, S. 91–180, ISBN 3-486-50591-2.
  • Gustav Otruba: Leitenberger, Johann Josef. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, S. 165 (Digitalisat).

Einzelnachweise

  1. Dieses Geburtsdatum gibt Hallwich (1893) unter Berufung auf die Kirchenbücher an, dem folgen das Ottův slovník naučný (1900) und das ÖBL (1972). Procházka (1928) und Otruba (1981 und 1985) geben stattdessen den 27. März an, das ist laut Hallwich allerdings das Datum der Taufe, nicht der Geburt. Weiterhin findet sich bei Lahmer (1888) und Hantschel (1920) der 20. Januar 1726 als Geburtsdatum; dabei handelt es sich allerdings Hallwich zufolge um den Erstgeborenen Johann Josef, der bereits als Kind starb und dessen Namen daraufhin der dritte Sohn, der hier behandelte Johann Josef, 1730 erhielt.
  2. Das Todesdatum 30. Mai wird bei Hallwich (1893) und in fast allen späteren Quellen angegeben; nur Procházka (1928) und Otruba (1981 und 1985) führen stattdessen den 20. Mai an.
  3. Hillbrand: Leitenberger, Franz. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1972, S. 112.
  4. Gustav Otruba: Leitenberger, Franz. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 14, Duncker & Humblot, Berlin 1985, S. 165 f. (Digitalisat).