Johann Josef von Waldstein

Johann Josef von Waldstein (tschechisch Jan Josef z Valdštejna) (* 26. Juni 1684; † 22. April 1731) war ein böhmischer Adliger und Mäzen. Er entstammte dem Adelsgeschlecht Waldstein.

Biografie

Das Vermögen erbte er von seinem Onkel Ernst Josef von Waldstein. Zwei Jahre nach dem Beginn seiner Regentschaft, am 10. August 1709, brannte ein Großteil der Stadt Dux einschließlich des alten Rathauses ab. Gleichzeitig erlebte das Dominium unter dem neuen Eigner seinen größten Aufschwung.

Johann Josef galt als ein wirtschaftlich orientierter Adliger. Er gründete in Nordböhmen Textilmanufakturen, deren Waren nach ganz Europa exportiert wurden. Anfang des 18. Jahrhunderts führte er über die Orientalische Kompanie seine Waren bis in den Nahen Osten aus. 1815 wurden seine Betriebe mit den Werken des Reichenberger Fabrikanten Röhmheld fusioniert.

In Oberleutensdorf gründete er 1715 eine Feintuchweberei, in der zeitweise bis zu 400 Arbeiter beschäftigt waren. Die Fachkräfte holte er sich zum Teil aus den Manufakturen des Klosters Ossegg, aber auch aus Betrieben in Böhmisch Leipa und Iglau. Zudem stellte er Facharbeiter aus Holland ein, die die Arbeitskräfte vor Ort in das Handwerk einwiesen. Später kamen Fachkräfte aus England hinzu. Er schickte aber auch einheimische Facharbeiter ins Ausland, damit diese dort neue Fertigungsverfahren erlernten. Die Arbeitsvorgänge bestanden meist aus einfachen Aufgaben. Dadurch konnten vor allem auch Frauen und Kinder schnell in den Arbeitsprozess eingebunden werden. Seinen Arbeitern und den Einwanderern stellte er Baugrundstücke in Oberleutensdorf zur Verfügung. Vor allem durch sein Wirken erhielt Oberleutensdorf das Marktrecht, ein Wappen und das Stadtsiegel durch Karl VI.

Das Schloss in Dux wurde um zwei Seitenflügel verbreitert, 1721 wurde die Marienkirche fertiggestellt und am 12. September 1722 durch den Leitmeritzer Bischof Johann Adam Wratislaw von Mitrowitz eingeweiht. 1723 beendete man den Bau der St.-Barbara-Kirche und 1728 den des Schlosshospitals mit der Kirche Mariä Himmelfahrt und am Stadtplatz entstand ein Brunnen mit einer St.-Florian-Statue. In der Kirche ließ er gemeinsam mit seiner Frau den Altar ausstatten. Im Schloss eröffnete er die Waldstein Galerie. Für die Arbeiten holte er bekannte Künstler wie den Maler Wenzel Lorenz Reiner, Matthias Bernhard Braun oder Ferdinand Maximilian Brokoff.

1728 erbaute er eine Schlosskapelle auf dem Hof der Bierbrauerei Kruschowitz. Auf sein Bestreben wurde auch das Schloss Lány rekonstruiert. Im Kloster Trebitsch ließ er von Franz Maximilian Kaňka das Portal und die Basilika renovieren.

In Nižbor entstand ein Eisenwerk und in Eule begann man Gold abzubauen. Seine Münzereien prägten Dukaten mit dem Bildnis des Kaisers und des Hl. Johann von Nepomuk.

Sein Werk wurde von seinem Sohn Josef Georg von Waldstein fortgeführt und perfektioniert.

Literatur