Johann Löwenfeld-Russ

Johann Löwenfeld-Russ (* 29. Oktober 1873 in Wien; † 12. Januar 1940 ebenda) war ein österreichischer Politiker.

Leben

Johann Löwenfeld-Russ wuchs in Kremsmünster und Melk auf, wo er die dortigen Gymnasien (Stiftsgymnasium Kremsmünster bzw. Stiftsgymnasium Melk) besuchte. Im Anschluss daran studierte er Rechtswissenschaften an der Karls-Universität Prag und der Universität Wien. 1896 bekam er eine Stelle als Praktikant in der Finanzlandesdirektion in Prag, ehe er im Jahr 1898 an das Wirtschaftsministerium nach Wien wechselte. 1910 wurde Löwenfeld-Russ selbstständiger Referent und zeichnete sich dadurch aus, industriepolitische und wirtschaftliche Probleme zu lösen. 1916 wurde er zum Ministerialrat ernannt und in das Amt für Volksernährung versetzt.

Nachdem er am 11. Februar 1918 die Beförderung zum Sektionschef erhielt, wurde er am 31. Oktober desselben Jahres zum Staatssekretär im Staatsamt für Volksernährung der Staatsregierung Renner I vereidigt; er hatte sich vor allem mit der schlechten Versorgungslage der Deutschösterreicher auseinanderzusetzen. In den von der Konstituierenden Nationalversammlung gewählten Staatsregierungen Renner II und Renner III behielt er sein Amt bei. In den zwei nächsten Jahren setzte er sich vor allem dafür ein, die Lebensmittelversorgung zu zentralisieren, so dass künftig nicht mehr die Landwirte, sondern die Landesregierungen Kontrolle über die Agrarproduktionen hatten. Auch führte er mit den Alliierten Gespräche über unbürokratische Lebensmittellieferungen und günstige Zahlungskonditionen.

Nach seinem Ausscheiden aus dem Ministerium, im Jahr 1921, ging Löwenfeld-Russ in die Privatwirtschaft, wo er in einigen österreichischen und internationalen Aufsichtsräten tätig war.

Johann Löwenfeld-Russ war der Stiefsohn des Politikers Viktor Wilhelm Russ.

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