Johann Lippet

Johann Lippet bei einer Veranstaltung des Münchner Literaturhauses zur Aktionsgruppe Banat, 2010

Johann Lippet (* 1951 in Wels, Österreich), ist ein rumäniendeutscher Lyriker und Erzähler.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Johann Lippet wurde 1951 in Österreich geboren, wo sich seine Eltern, bedingt durch die Wirrnisse des Zweiten Weltkrieges, kennenlernten. 1956 kehrte die Familie nach Rumänien zurück. In Visejdia, dem Heimatdorf des Vaters, verbrachte er seine Kindheit und besuchte die Grundschule. Die weiterführende Schule absolvierte er in Großsanktnikolaus, wo er 1970 das Abitur machte. Er studierte Germanistik und Rumänistik an der Universität des Westens Timișoara. Er arbeitete als Deutschlehrer und war Dramaturg am Deutsches Staatstheater Temeswar, sowie Mitglied der Aktionsgruppe Banat.

Lippet lebt seit 1987 in Deutschland, heute in Sandhausen bei Heidelberg. 1992 erarbeitete er für das Nationaltheater Mannheim zusammen mit dem Regisseur Bruno Klimek eine Übertragung von Molières Tartuffe. Die meisten seiner literarischen Arbeiten sind im Heidelberger Wunderhorn Verlag erschienen.

Auszeichnungen

  • 1980 – Debütpreis des Rumänischen Schriftstellerverbandes
  • 1980 – Adam Müller-Guttenbrunn-Förderpreis für Prosa (Temeswar)
  • 1983 – Adam-Müller-Guttenbrunn-Literaturpreis für Lyrik (Temeswar)
  • 1989 – Deutscher Sprachpreis, gemeinsam mit Gerhardt Csejka,Helmuth Frauendorfer,Klaus Hensel,Herta Müller,Werner Söllner,William Totok,Richard Wagner
  • 1991, 1995 und 1999 – Arbeitsstipendien des Förderkreises deutscher Schriftsteller in Baden-Württemberg
  • 1997 – Preis des Landes Baden-Württemberg an den Autor und den Verlag Das Wunderhorn für „Der Totengräber“
  • 1998 – Stipendiat des Künstlerhauses Edenkoben
  • 2001 – Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung
  • 2003 – Literaturstipendium der Kunststiftung Baden-Württemberg

Werke

  • biographie. ein muster. poem. Bukarest: Kriterion Verlag, 1980.
  • so wars im mai so ist es. Gedichte. Kriterion Verlag, Bukarest 1984.
  • Protokoll eines Abschieds und einer Einreise oder Die Angst vor dem Schwinden der Einzelheiten. Roman. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 1990.
  • Die Falten im Gesicht. Zwei Erzählungen. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 1991.
  • Abschied, Laut und Wahrnehmung. Gedichte. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 1994.
  • Der Totengräber. Eine Erzählung. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 1997.
  • Die Tür zu hinteren Küche. Roman. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2000.
  • Banater Alphabet. Gedichte. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2001.
  • Anrufung der Kindheit. Poem. München 2003. (Lyrikedition 2000)
  • Kapana, im Labyrinth. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2004.
  • Mahljahre. Reschitza: InterGraf, 2004.
  • Das Feld räumen. Roman. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2005.
  • Vom Hören vom Sehen vom Finden der Sprache. Gedichte. München 2006 (Lyrikedition 2000)
  • Migrant auf Lebzeiten. Roman. Pop-Verlag, Ludwigsburg 2008.
  • Im Garten von Edenkoben. Gedichte. Lyrikedition 2000, München 2009
  • Das Leben einer Akte. Chronologie einer Bespitzelung. Dokumentation. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2009
  • Dorfchronik, ein Roman. Roman. Pop-Verlag, Ludwigsburg 2010
  • Der Altenpfleger. Zwei Erzählungen. Pop Verlag, Ludwigsburg 2011
  • Tuchfühlung im Papierkorb. Ein Gedichtbuch. Pop Verlag, Ludwigsburg 2012

Übersetzungen

  • Petre Stoica, Aus der Chronik des Alten. Gedichte. Aus dem Rumänischen übersetzt von Johann Lippet. Verlag Das Wunderhorn, Heidelberg 2004.

Weblinks