Johann Ludwig von Ingersleben

Johann Ludwig von Ingersleben (* 16. Oktober 1703 in Lippehne; † 22. November 1757 bei Breslau) war ein preußischer Offizier.

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Leben

Zunächst von Hauslehrern erzogen, ab 1718 besuchte er das Pädagogium in Halle. Er trat als Junker in das Regiment von Leopold von Anhalt-Dessau ein. Friedrich Wilhelm I. holte ihn in sein Leibregiment. Als Leutnant wurde er im Zusammenhang an dem Fluchtversuch des Kronprinzen Friedrich inhaftiert und zu sechs Monaten Festungshaft verurteilt. Er stieg dennoch zum Stabskapitän auf.

König Friedrich II. machte ihn am 6. Juli 1740 zum Hauptmann seiner neuen Leibgarde. Im selben Jahr wurde er zum Amtshauptmann von Kolberg ernannt. Im ersten schlesischen Krieg kämpfte er in der Schlacht bei Mollwitz. Im zweiten schlesischen Krieg zeichnete er sich verschiedentlich aus. Im Jahr 1747 wurde er zum Oberst befördert und 1754 zum Hofjägermeister ernannt. Ein Jahr später stieg er zum Oberstleutnant und Kommandeur des I. Bataillons der Leibgarde Nr. 15 auf. Schließlich wurde er 1756 Generalmajor. Als besondere Zulage gewährte ihm der König 1200 Taler.

Im siebenjährigen Krieg nahm er an verschiedenen Schlachten teil und war drei Monate lang Kommandant von Dresden. In der Schlacht von Prag wurde er verwundet. Er wurde in der Schlacht von Breslau tödlich verwundet und starb einige Tage später.

Er war Träger des Ordens Pour le Mérite.

Familie

Er stammte aus dem Adelsgeschlecht von Ingersleben. Sein Vater war Kaspar Heinrich von Ingersleben. Die Mutter war Wilhelmine von Lautensack. Er heiratete am 11. Juli 1742 Charlotte Dorothea von Herold (* 4 September 1712; † 1777) Tochter des Geheimenfinanzrates Christian von Herold. Mit ihr hatte er zwei Söhne und vier Töchter:

  • Christina Wilhelmine (* 3. September 1745) ∞ Hans Friedrich von Krusemarck (1720-1775)
  • Friedrich Wilhelm Heinrich Ferdinand (* 9. September 1746; † 1814), preuß. Oberst, (Wegen der Übergabe der Festung Küstrin 1807 in absentia. zum Tode verurteilt)[1]
∞ N.N. von Brösigke († 1796)
∞ N.N. von Massow
  • Charlotte Luise Wilhelmine (* 11. April 1749; † 13 Mai 1831) ∞ 26 Aug 1769 Hans Friedrich Heinrich von Borstell (* 28 Februar 1730; . 26. November 1804)
  • Karl Heinrich Ludwig (* 11. August 1753; † 13 Mai 1831), preuß. Oberst ∞ Ulrika Albertine Sophia Ottilie Adamine von Brause (* 23. März 1765; † 28. April 1846) (Tochter von Karl Wilhelm von Brause)
  • Amalia Albertine Wilhelmine (* 24. Januar 1755; 6. Juli 1796) ∞ 1772 (Scheidung 1783) Friedrich Ludwig II. Graf Truchsess zu Waldburg Preuß. Kammerherr, (* 14. April 1741; † 3. Mai 1807)

Literatur

  • Ersch/Gruber: Allgemeine Encyclopädie der Wissenschaften und Künste Zweite Sektion, Teil 18. Leipzig 1840. S. 243 (Digitalisat)
  • Karl Friedrich Pauli: Leben Sr. Hochwohlgebohrnen Gnaden, des Herrn Johann Ludwig von Ingersleben, Königl. preußischen Generalmajors der Infanterie. In: Leben grosser Helden des gegenwärtigen Krieges. Bd. 2. Halle 1758, S. 91–110 (Digitalisat)
  • Leopold von Zedlitz-Neukirch: Neues Preußisches Adelslexikon. Bd. 3. Leipzig, 1837, S. 37 (Digitalisat)
  •  Anton Balthasar König: In: Johann Ludwig von Ingersleben (Hrsg.): Biographisches Lexikon aller Helden und Militairpersonen. II, Arnold Wever, Berlin 1789, S. 458 (Johann Ludwig von Ingersleben in der Google Buchsuche).

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Sabine Freitag, Peter Wende, British Envoys to Germany 1816-1866, S.548,