Johann Rufinatscha

Johann Rufinatscha (* 1. Oktober 1812 in Mals, Südtirol; † 25. Mai 1893 in Wien) war ein österreichischer Komponist und Musikpädagoge.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Rufinatscha wurde in Mals geboren und kam im Alter von 14 Jahren nach Innsbruck, wo er bis 1833 an der dortigen Musikvereinsschule Violine, Klavier und Musiktheorie studierte. Im Anschluss siedelte er nach Wien über und wurde Schüler von Simon Sechter. Rufinatscha blieb bis zu seinem Tode 1893 in Wien und schuf sich einen Ruf als geachteter Lehrer für Klavier und Musiktheorie. Zu seinen Schülern zählten Julius Epstein und Ignaz Brüll. Mit Johannes Brahms stand er in freundschaftlichem Kontakt.

Werk

Johann Rufinatscha gilt als bedeutendster aus Tirol stammender Komponist des 19. Jahrhunderts. Seine Werke lassen ihn als eine Art Bindeglied zwischen Franz Schubert und Anton Bruckner erscheinen. Der musikalische Nachlass des Komponisten wird vom Tiroler Landesmuseum aufbewahrt, das auch einige CDs mit Musik Rufinatschas produziert hat.

Orchestermusik

  • Sinfonie Nr. 1 D-Dur (1834)
  • Sinfonie Nr. 2 Es-Dur (1846)
  • Sinfonie Nr. 3 (verschollen)
  • Sinfonie Nr. 4 c-Moll (1846; Fragment, nur im vierhändigen Klavierauszug erhalten)
  • Sinfonie Nr. 5 h-Moll (1846)
  • Sinfonie Nr. 6 D-Dur (1865)
  • Klavierkonzert (1850)
  • Ouvertüre Innerer Kampf (1834)
  • Ouvertüre C-Dur (1842)
  • Ouvertüre zu 'Die Braut von Messina' (1850)
  • Ouverture dramatique (1878)

Kammermusik

  • Streichquartett Es-Dur (1850)
  • Streichquartett G-Dur (1870)
  • Klaviertrio As-Dur (1868)
  • Klavierquartett c-Moll (1836)
  • Klavierquartett As-Dur (1870)

Klaviermusik

  • Sonate für Klavier zu vier Händen

Literatur

  • Hofmüller, Gertha: „Johann Rufinatscha: Lebensbild eines Südtiroler Komponisten aus dem 19. Jahrhundert“. In: Der Schlern, 63.Jg. (1989), Bolzano/Bozen: Athesia, S. 81-97.