Jon Mark

Jon Mark (eigentlich John Michael Burchell; * 8. Mai 1943 in Falmouth (Cornwall)), der heute in Rotorua (Neuseeland)[1] lebt, ist ein britischer Musiker (Songwriter, Sänger, Gitarrist und Keyboarder), der vor allem durch seine Bandmitgliedschaft bei John Mayall und Mark-Almond bekannt ist.

Leben und Werk

1963 nahm Jon Mark mit seinem Schulfreund Alun Davies das Album „Relax Your Mind“ auf. Ab Mitte der 1960er Jahre komponierte und arrangierte er Lieder für Marianne Faithfull, die er im Studio sowie bei ihren Bühnen-, Radio- und TV-Auftritten als Akustikgitarrist begleitet hat. Daneben arbeitete er unter anderem als Session-Musiker und Produzent für Shel Talmy, der in mehreren Interviews berichtet, dass es ein indisch gefärbtes Lied von Jon Mark war, das Ray Davies zu dem Kinks-Hit "See My Friends" inspiriert hat.[2] [3] [4]

Jon Mark wurde auch als Sänger des Titelsongs von Christopher Morahans "Swinging Sixties"-Film "All Neat in Black Stockings" engagiert, dessen Filmmusik von Robert Cornford komponiert wurde und 1969 ins Kino kam. Um diese Zeit gründete Mark gemeinsam mit Alun Davies, Nicky Hopkins, Brian Odgers und Harvey Burns die nach John Steinbecks Roman Sweet Thursday genannte Band, deren gleichnamiges Debütalbum allerdings zeitlich mit dem Konkurs der Plattenfirma zusammenfiel, worauf sich „Sweet Thursday“ auflöste und Mark im Sommer 1969 zu John Mayall wechselte, wo er Teil von Mayalls erfolgreichem und stilbildenden "Turning Point"-Quartett wurde, mit dem er sogleich auf Tournee ging und die Alben „The Turning Point“ und „Empty Rooms“ einspielte.

In Mayalls Band lernte Mark den Saxofonisten und Flötisten Johnny Almond kennen, mit dem er 1970 gemeinsam mit dem Bassisten Roger Sutton und dem Keyboarder Tommy Eyre, die Folk-Rock-Jazz-Band Mark-Almond gründete, die bis Anfang der 1980er acht Alben veröffentlicht hat und im Lauf der Jahre mehrere Umbesetzungen und Namenswechsel erfuhr: „Jon Mark/Johnny Almond“, „The Mark/Almond Band“, „Jon Mark/Mark-Almond Band“ bzw. „Mark-Almond Band“.

Während einer Tournee hat Jon Mark im Oktober 1972[5] in Hawaii den Großteil des linken Ringfingers eingebüßt, als Mark in Waikīkī von einem Baum sprang und dabei mit seinem Ring an einem Nagel hängenblieb, was den Abbruch der Tournee und die bleibende Einschränkung von Marks Gitarrenspiel bedingt hat.[6]

Ab Mitte der 1970er Jahre hat Mark mehrere Solo-Alben aufgenommen. Seit Ende der 1980er Jahre hat er sich auf Ambient-Musik spezialisiert, die er auf seinem eigenen Label „White Cloud“ veröffentlicht. 2004 hat Jon Mark gemeinsam mit seiner Frau Thelma Burchell für die Aufnahme und Produktion des Albums Geistliche Tibetische Gesänge der Mönche des Sherab-Ling-Klosters den Grammy für das Beste traditionelle Weltmusikalbum (Best Traditional World Music Album) erhalten.

Auszeichnungen

  • 2004 Grammy für das Beste traditionelle Weltmusikalbum (Best Traditional World Music Album).

Diskografie

Frühe Singles

  • Baby I Got a Long Way to Go / Night Comes Down (gemeinsam mit dem späteren Led Zeppelin-Gitarristen Jimmy Page) [7] (Brunswick UK 05929, 19. Februar 1965).
  • Paris Bells / Little Town Girl (Brunswick UK 05952, Februar 1966).
  • Getting It Together / Mary On The Runaround (Tetragrammaton Records T-1512, Dezember 1968) (gemeinsam mit Sweet Thursday)
  • All Neat in Black Stockings / Run To Me (Philips UK BF 1772, April 1969).[8]

Frühe Alben

Mark-Almond

  • Mark-Almond (1971)
  • Mark-Almond II (1972)
  • Rising (1972)
  • 73 (1973)
  • To the Heart (1976)
  • Other Peoples Rooms (1978)
  • Tuesday in New York (1980)
  • Best of ... Live[9] (1981) (LP)
  • Best of ... Live[10] (1981) (DoLP)
  • The Last & Live (1987) (CD-Version von Best of ... Live)
  • Night Music (1996)

Kompilationen

  • The Best of Mark-Almond (1990) (Black Sun)
  • The Best of Mark-Almond (1991) (Rhino)
  • Mark-Almond (plus Bonustracks) (2007) (Bodyheat Records)

Solo-Alben

  • Songs for a Friend (1975)
  • The Lady and the Artist (1983)
  • The Standing Stones Of Callanish (1988)
  • Land of Merlin (1992)
  • Hot Night (1992)
  • Celtic Story (1995)
  • A Sunday in Autumn (1995)
  • Asia Journey (1996)
  • All the Best From Jon Mark (1997)
  • Leaving of Ireland (gemeinsam mit David Anthony Clark) (1999).
  • Alhambra (2000)
  • Quiet Land of Erin (2003)
  • Meditation on Winter (2004)
  • New York, New York. 24 Hours In The Big Apple (gemeinsam mit John Stanford und Nick van Dijk) (2008).
  • Sand (gemeinsam mit David Parsons) (2008).

als Begleitmusiker

Weblinks

  • Mark-Almond. Rocklexikon, abgerufen am 1. Mai 2013 (deutsch).
  • Popmuseum: Jon Mark und Johnny Almond. Rolling-Stone-Forum, abgerufen am 1. Mai 2013 (deutsch).
  • Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAndreas Weigel: Jon Mark und Johnny Almond. John Mayalls vergessene Meisterschüler. ORF, Ö1, Spielräume, 21. April 2013, 17:30-17:56, abgerufen am 1. Mai 2013.
  • Bruce Eder: Jon Mark. allmusic, abgerufen am 1. Mai 2013 (englisch).
  • Mark-Almond Band. Rolling Stone Encyclopedia, abgerufen am 1. Mai 2013 (englisch).
  • Steve Huey: Mark-Almond. allmusic, abgerufen am 1. Mai 2013 (englisch).
  • David E. Miller: Mark-Almond. mit zahlreichen zeitgenössischen Zeitungsberichten (Rolling Stone, Down Beat etc.). Abgerufen am 1. Mai 2013 (englisch).
  • Franco: Mark-Almond. Abgerufen am 1. Mai 2013 (englisch).

Quellen

  • Ingeborg Schober: Jon Mark: Markierungen. In: Sounds. Das Musik-Magazin. August 1974. S.10-13.
  • Arne Schumacher: Mark-Almond. In: Taxim. Nr.22. Mai 1982. S.34-46.

Einzelnachweise

  1. Tom Cardy: What's in a Grammy?.
  2. Richie Unterberger: Shel Talmy Interview
  3. Richie Unterberger: Shel Talmy Interview: Part Two.
  4. Artie Wayne: Shel Talmy Interviewed by Artie Wayne, Part Two.
  5. Rolling Stone: "Random notes. A bad mishap for Jon Mark of Mark/Almond. In Hawaii on tour with Joe Cocker last Sunday, he fell out of a tree and lost the ring finger on his left Hand." October 26, 1972.
  6. John Halsey: Patto - the John Halsey Interview. (PDF; 306 kB)
  7. Jimmy Page: On This Day - 12 Mar 1963.
  8. Jon Mark: "All Neat in Black Stockings" / "Run To Me"
  9. Dieses Album ist keine Kompilation, sondern ein Konzertmitschnitt, bei dem eben das "Best of"-Repertoire live eingespielt wurde.
  10. Dieses Album ist keine Kompilation, sondern ein Konzertmitschnitt, bei dem eben das "Best of"-Repertoire live eingespielt wurde.