Jormannsdorf

Jormannsdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Bad Tatzmannsdorf im Burgenland, Bezirk Oberwart, Österreich.

Geschichte

Die Besiedlung erfolgte zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert durch deutsche Kolonisten aus Bayern und Franken. Erstmals urkundlich genannt wurde der Ort im Jahr 1388 als "Gyarmannsfalva", 1392 wurde er als "lrmest" bezeichnet.

Wahrscheinlich hat Jormannsdorf schon seit 1279 der Herrschaft der Burg Bernstein, die Ivan von Güssing innehatte, zugehört. Manche Quellen sprechen von einer ersten urkundlichen Nennung des Ortes bereits in diesem Jahr. Nach 1388 wurde die Herrschaft Bernstein und damit auch Jormannsdorf an die Brüder Kanizsay verpfändet. Ab 1486 waren die Geschicke des Ortes mit der Familie Königsberg, einer niederösterreichischen Adelsfamilie, verbunden. In diese Periode fällt die Errichtung des Schlosses Jormannsdorf, das 1591 erstmals als "Künigsberghausen" erwähnt wurde und 1620 anlässlich einer Kurpredigt wieder genannt wurde. 1644 erwarb Adam I. Batthyány die Herrschaft Jormannsdorf von den Königsbergern. Unter dessen Herrschaft war neben verschiedenen infrastrukturellen Verbesserungen auch ein reger Fremdenverkehr wegen der Mineralquellen feststellbar. Von 1659 bis 1854 war die Ortschaft die überwiegende Zeit Teil der Herrschaft Pinkafeld.

Durch die Erhebung des Dorfes Jormannsdorf zum privilegierten grundherrlichen Markt im Jahr 1701 entwickelten sich Wirtschaft und Gewerbe auf einer breiteren Ebene. Nachdem die Plagen des Kuruzzenaufstandes von 1703-1711 und eine Pestseuche von 1713 überstanden waren, wurden die Bauern trotz ihrer schlechten Lage von Abgaben und Robotleistungen förmlich erdrückt. Nach dem Aufflackern von Bauernunruhen im Jahre 1765 brachte 1767 das Maria Theresianische Urbar und die Aufhebung der Leibeigenschaft von 1848 eine sichtliche Erleichterung für die vormaligen Untertanen.

Seit 1971 ist Jormannsdorf ein Ortsteil der Gemeinde Bad Tatzmannsdorf.

47.34722222222216.221944444444Koordinaten: 47° 21′ N, 16° 13′ O