Josef Andreas Jungmann

Josef Andreas Jungmann (* 16. November 1889 in Sand in Taufers, Südtirol; † 26. Januar 1975 in Innsbruck) war ein österreichischer Jesuit, Liturgiker und Konzilsberater. Er gilt als Vertreter einer kerygmatischen Theologie.

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Leben

Nach dem Studium in Brixen, Innsbruck, München und Wien wurde er 1913 zum Priester geweiht und trat 1917 in die Gesellschaft Jesu ein. Ab 1925 hielt er Vorlesungen über Pädagogik, Katechetik und Liturgik an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck. Dort wurde er 1930 außerordentlicher Professor, 1934 ordentlicher Professor und ab 1956 Honorarprofessor für Pastoraltheologie.

Er unterstützte die Liturgische Bewegung, plädierte für eine aktive Teilnahme der Gläubigen an der Liturgie und erhellte durch umfassende liturgiegeschichtliche Forschungen Werden und Wandel der Heiligen Messe im Lauf der Jahrhunderte. Insbesondere sein Hauptwerk Missarum Sollemnia förderte die Einsicht in das Gewordensein der liturgischen Vollzüge, ihren ursprünglichen Sinn und die Legitimität sachgemäßer Erneuerung.

Ab 1960 war er Mitglied der vorbereitenden Kommission, ab 1962 Mitglied der Kommission für die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils.

Werke

  • Die Frohbotschaft und unsere Glaubensverkündigung. Pustet, Regensburg 1936
  • Die liturgische Feier. Pustet, Regensburg 1939
  • Christus als Mittelpunkt religiöser Erziehung. Herder, Freiburg i. Br. 1939
  • Gewordene Liturgie. Rauch, Innsbruck 1941
  • Die Eucharistie. Herder, Wien 1946
  • Missarum Sollemnia. Eine genetische Erklärung der römischen Messe. 2 Bände. Herder, Wien 1. Aufl. 1948; 2. Aufl. 1949, 5. Aufl. Herder, Wien-Freiburg-Basel und Nova & Vetera, Bonn 1962, ISBN 3-936741-13-1
  • Liturgische Erneuerung. Rückblick und Ausblick. Butzon und Bercker, Kevelaer 1962, (= Entscheidung Bd. 29)
  • Der Gottesdienst der Kirche. Auf dem Hintergrund seiner Geschichte kurz erläutert, Tyrolia, Innsbruck-Wien-München 3. Aufl. 1962
  • Liturgie der christlichen Frühzeit bis auf Gregor den Grossen. Univ., Freiburg/Schweiz 1967
  • Christliches Beten in Wandel und Bestand. Verlag Ars Sacra, München 1969, (= Reihe "leben und glauben")
  • Messe im Gottesvolk. Ein nachkonziliarer Durchblick durch Missarum Sollemnia. Herder, Freiburg-Basel-Wien 1970

Literatur

  • Balthasar Fischer u. Hans Bernhard Meyer (Hrsg.): J.A. Jungmann. Ein Leben für Liturgie und Kerygma. Tyrolia, Innsbruck u. a. 1975, ISBN 3-7022-1234-5
  • Hans Bernhard Meyer SJ: Das theologische Profil von Josef Andreas Jungmann SJ (16. 11. 1889 bis 26. 1. 1975). In: Liturgisches Jahrbuch, 39 (1989), S. 195-205.
  • Rudolf Pacik, "Last des Tages“ oder „geistliche Nahrung“? Das Stundengebet im Werk Josef Andreas Jungmanns und in den offiziellen Reformen von Pius XII. bis zum II. Vaticanum (= Studien zur Pastoralliturgie 12), Regensburg 1997 (Habilitationsschrift von 1995, für den Druck geringfügig überarbeitet und mit neuem Titel versehen)
  • Erich Naab: JUNGMANN, Josef Andreas. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 3, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2, Sp. 876–877.

Weblinks