Josef Beikircher

Josef Beikircher (* 1850; † 1925) war ein bedeutender, aus Südtirol stammender Industrieller in Österreich-Ungarn.

Biographie

Josef Beikircher stammte aus Mühlen in Taufers und war der Sohn eines einfachen Störwebers. Bereits in seinen jungen Jahren erkannte er, dass die Zukunft der industriellen Stoff-Fertigung gehörte, und gründete seine eigene Lodenfabrik. 1882 wurde er zum k.u.k. Hoflieferanten ernannt. Seine Fabrik ging jedoch auf Grund der harten Jahre an seine Wiener Teilhaber verloren.

Beikircher widmete sich anderen Gebieten, wie der Wasserkraft und der Technik. Bereits 1893 erzeugte er in seinem kleinen Kraftwerk in Mühlen elektrischen Strom.

Mit der Inbetriebnahme der Pustertaler Bahn durch die kaiserlich-königliche Südbahngesellschaft ergab sich die Möglichkeit, das Tauferer Tal mit einer Eisenbahnlinie anzubinden. Gemeinsam mit dem Brunecker Rechtsanwalt Hans Leiter trieb Beikircher das Projekt voran und gründete ein Komitee. Durch die Gesellschaft „Lokalbahn Bruneck-Sand“ konnte das notwendige Finanzkapital und die amtliche Bewilligung erfolgreich eingeholt werden. Ab 1888 betrieb er die Tauferer Bahn. 1904 wurde er erster Automobilbesitzer im Pustertal.

Politisch war Beikircher liberal orientiert, was ihm immer wieder Schwierigkeiten mit der sehr konservativ eingestellten katholischen Kirche und lokalen Politikern einbrachte. Er setzte sich auf dem Gebiet der Bildung ein. In seiner Präsidentschaft des Baukomitees konnte die neue Tauferer Volksschule errichtet werden.

Literatur

  • Ivo Ingram Beikircher: Josef Beikircher (1850-1925). Ein Mann der Gründerjahre in Tirol. Innsbruck/Wien/Bozen: Studienverlag 2008. ISBN 978-3-7065-4602-7