Josef Haslinger

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Dieser Artikel behandelt den österreichischen Schriftsteller Josef Haslinger. Für den österreichischen Landtagsabgeordneten siehe Josef Haslinger (Politiker).

Josef Haslinger (* 5. Juli 1955 in Zwettl, Niederösterreich) ist ein österreichischer Schriftsteller.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Haslinger wurde im niederösterreichischen Waldviertel geboren und studierte in Wien Philosophie, Theaterwissenschaften und Germanistik. Er promovierte 1980 über Die Ästhetik des Novalis. Mit Gustav Ernst gab Haslinger ab 1977 die literarische Zeitschrift Wespennest heraus.

In seinen Arbeiten übt Haslinger österreichische Gesellschaftskritik und thematisiert den Umgang mit der eigenen Geschichte. Seine sozialkritischen Analysen transportiert er in einer differenzierten und prägnanten Erzählweise. 1992 begründete Josef Haslinger die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch mit, deren erster Vorsitzender er gemeinsam mit Willi Resetarits bis 1993 war. 1995 war er Dozent an der Universität Kassel und verfasste dort Teile seines Romans Opernball. Er bereiste die Umgebung von Kassel, was literarisch durch die Erwähnung des nordhessischen Dorfes Obervorschütz belegt werden kann.

Sein Politthriller Opernball, bei dem ein terroristischer Anschlag auf den Wiener Opernball aus unterschiedlichen Sichten geschildert wird, machte ihn über die Grenzen Österreichs bekannt. 1998 entstand aus dem Buch ein dreistündiger Fernsehfilm mit internationaler Besetzung: Opernball – Die Opfer/Die Täter.

Haslinger lehrt seit 1996 als Professor für literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut Leipzig.

In seinem 2007 erschienenen Werk Phi Phi Island verarbeitet Haslinger seine Erlebnisse während des Thailand-Urlaubs von ihm und seiner Familie über Weihnachten 2004. Haslinger, seine Frau Edith sowie die Kinder Sophie und Elias erlebten auf Phi Phi Island den Tsunami hautnah. Nur mit viel Glück überlebten alle Familienmitglieder die Naturkatastrophe.

Auszeichnungen und Ehrungen

Werke

Prosa

  • Der Konviktskaktus. Erzählungen. 1980
  • Der Rauch im Wald. 1981
  • Hugo Sonnenschein. 1984
  • Der Tod des Kleinhäuslers Ignaz Hajek. Novelle. 1985
  • Opernball. 1995
  • Das Vaterspiel. 2000
  • Zugvögel. Erzählungen. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-10-030057-2.
  • Phi Phi Island. Ein Bericht. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-030059-1.
  • Jáchymov. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-10-030061-4. (Romanhafte Biografie des Eishockeytorwarts Bohumil Modrý)

Literaturwissenschaft, Essays

  • Die Ästhetik des Novalis. (1981)
  • Politik der Gefühle – Ein Essay über Österreich. (Überarb. Ausgabe 1995), Fischer-Verlag, ISBN 3-596-12365-8
  • Wozu brauchen wir Atlantis? (1990)
  • Das Elend Amerikas. 11 Versuche über ein gelobtes Land. (1992)
  • Hausdurchsuchungen im Elfenbeinturm. (1996)
  • Klasse Burschen. (2001)
  • Am Ende der Sprachkultur? Über das Schicksal von Schreiben, Sprechen und Lesen. (Wiener Karl Kraus Vorlesungen zur Kulturkritik, Band 1), ISBN 3-902416-01-7 (2003)

Herausgebertätigkeit

  • ROTWEISSBUCH. Österreichische Autoren zum Anschluß 1938. Gangan, Graz/Wien 1988, ISBN 3-900530-13-0.
  • Wie werde ich ein verdammt guter Schriftsteller? Berichte aus der Werkstatt. Hg. zus. mit Hans-Ulrich Treichel, Suhrkamp, Frankfurt/Main 2005, TB: ISBN 978-3-518-12395-9.
  • Schreiben lernen – Schreiben lehren. Hg. zus. mit Hans-Ulrich Treichel, Fischer, Frankfurt/Main 2006, TB: ISBN 978-3-596-16967-2.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Josef Haslinger wird Mainzer Stadtschreiber, KleineZeitung.at, 9. November 2009
  2. Josef Haslinger wird Mainzer Stadtschreiber nq-online.de, 9. November 2009