Josef Holik

Josef Holik (* 20. April 1931 in Děčín) ist ein ehemaliger deutscher Diplomat.

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Familie

Sein Großvater war der Landwirt Josef Luksch (1866–1936), Abgeordneter im mährischen Landtag (1894), im Reichrat (1900) und Senator in Prag (1920–1935). Sein Vater war der 1973 verstorbene Josef Holik, ein promovierter Landwirt. 1945 wurde die Familie Holik aus Südmähren vertrieben. Josef Holik senior war in Süddeutschland in der Zuckerindustrie tätig.

Leben

Holik machte 1950 in Uffenheim sein Abitur. Er studierte Rechtswissenschaft, Verwaltungsrecht und Politikwissenschaft an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer sowie − mit einem Stipendium des US-Außenministeriums − drei Semester an der Colgate University. 1960 wurde Holik an der Universität Würzburg mit dem Thema Der Einfluß politischer Kräfte auf die Entwicklung der amerikanischen Verfassungsgerichtsbarkeit zum Dr. jur. promoviert.

1961 trat Holik in den auswärtigen Dienst ein. Er war Attaché an der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Moskau. 1963 war Holik Konsul der Bundesrepublik Deutschland in Madras und lernte seine spätere Frau und Kollegin Wiltrud Holik kennen. Im Weiteren war er an der Vertretung der Bundesrepublik Deutschland bei der NATO in Brüssel tätig und von 1971 bis 1974 Botschafter in Somalia. Nach einer Tätigkeit im Auswärtigen Amt leitete er 1984 bis 1987 die deutsche Delegation, welche über Truppenreduzierungen in Europa (MBFR) verhandelte.

Von 1987 bis 1995 war Holik Beauftragter der deutschen Bundesregierung für Fragen der Abrüstung und Rüstungskontrolle.

Im Ruhestand engagierte er sich in einer Reihe von Gremien, darunter als Mitglied im Abrüstungsbeirat des VN-Generalsekretärs, und bis 2003 im Bonn International Center for Conversion. Von 1996 bis 2001 saß er der Saint Barbara Foundation zur Landminenräumung vor.[1]

Veröffentlichungen

  • Die Rüstungskontrolle − Rückblick auf eine kurze Ära. Duncker & Humblot, Berlin 2008, ISBN 978-3-428-12928-7
  • Arms Control Achievements: A Solid Foundation. In: Michael Brzoska und Peter J. Croll (Hrsg.): Promoting Security: But How and For Whom?, Bonn 2004 (Bonn International Center for Conversion), S. 95-96, ISSN 0947-7322

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. http://www.hsrgroup.org/publications/bicc_brief30.pdf
  2. Aufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952
Vorgänger Amt Nachfolger
Friedrich Ruth Beauftragter der Bundesregierung für Fragen der Rüstungskontrolle und Abrüstung
1987–1995
Rüdiger Hartmann