Josef Karl Homma

Josef Karl Homma (* 17. Februar 1891 in Reichenau, Böhmen; † 22. Februar 1966 in Eisenstadt) war Autor historischer Schriften und von 1945 bis 1958 Direktor des Landesarchivs, der Landesbibliothek sowie der landeskundlichen Forschungsstelle des Burgenlandes.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Homma studierte in Wien und Innsbruck. Kurz nach Ende des Ersten Weltkriegs kam er nach Pinkafeld im Burgenland, [1] wo er von 1925 bis 1938 Lehrer an der Bürgerschule war.[2] Er wurde Konservator des Bundesdenkmalamtes für das südliche Burgenland, erforschte Herrschafts- und Gemeindearchive und leitete archäologische Grabungen.[1] Von 1936 bis 1938, in der Zeit des Austrofaschismus, war er Bürgermeister von Pinkafeld. 1937 erreichte er, nahezu im Alleingang, die Erhebung von Pinkafeld zur Stadt.[3] 1938 wurde er aus seinen Ämtern entlassen und arbeitete schließlich als Archivar in Eisenstadt.[1] 1945 wurde er Leiter des Archiv- und Bibliothekwesens des burgenländischenen Landesarchivs. Am 31. Dezember 1957 trat er in den Ruhestand.[4] Josef Karl Homma starb 1966 in Eisenstadt und wurde in Pinkafeld beigesetzt.[1] 1966 erhielt er posthum den Ehrenring und damit die Ehrenbürgerschaft der Stadtgemeinde Pinkafeld.[3] Pinkafeld hat eine Straße in seinem Ortsgebiet nach Homma benannt, die Josef-Karl-Homma-Straße.

Wirken als Archivar und Autor

Als Landesarchivdirektor begründete Homma die Schriftreihen „Allgemeine Landestopographie“ (geografische Landeskunde, Volkskunde, Sprach- und Namenkunde), „Allgemeine Landesbibliographie“ (das Burgenland betreffende Literatur) und „Burgenländischen Forschungen“ (historische Landeskunde) des burgenländischen Landesarchivs. Er archivierte unter anderem die burgenländischen Familien- und Herrschaftsarchive, die sich im burgenländischen Landesarchiv befinden.[5] Als Verfasser zahlreicher Schriften über die Geschichte burgenländischer Gemeinden leistete er einen wichtigen Beitrag zur historischen Erforschung des Burgenlandes.

Homma verfasste den historischen Roman Der Kampf ums Recht, der 1933 veröffentlicht wurde [1] spielt um das Jahr 1700 spielt. Homma thematisierte darin einen Konflikt zwischen der adligen Grundherrschaft unter Sigismund Batthyány und dem privilegierten Markt Pinkafeld (siehe Geschichte Pinkafelds), Macht- und Intrigenspiele in der ausklingenden Zeit des Feudalismus. Der Roman wurde mehrmals als Schauspiel aufgeführt, unter anderem 2001 in der von Christian Putz dramatisierten Fassung im Rahmen der Burgspiele Güssing unter der Leitung des Regisseurs Frank Hoffmann.[6]

Publikationen

  • Burgenlands Burgen und Schlösser, Birken-Verlag, Wien 1961
  • Zur Herrschaftsgeschichte des Südburgenlandes, Burgenländische Forschungen, Heft 1, Hrsg. Burgenländisches Landesarchiv, Verlag Ferd. Berger, Horn-Wien 1947
  • Burgenland, Erläuterungen zum historischen Atlas der österreichischen Alpenländer. Abt. 2. Die Kirchen- und Grafschaftskarte T. 3., Verlag Holzhausen, 1951
  • Die Seelsorgestationen der apostolischen Administratur Burgenland, Quellen- und Literaturkunde zur österreichischen Kirchengeschichte. Lfg. 5. Verlag Herder, Wien 1960
  • Homma, Prickler, Seedoch: Geschichte der Stadt Pinkafeld, Pinkafeld, 1987
  • Der Kampf ums Recht, Historischer Roman aus dem Südburgenland, Buchdruck Oberwart, Oberwart 1933

Weblinks

Einzelnachweise

  1. a b c d e Gottfried Pröll: In Erinnerung an einen bedeutenden Burgenländer (Homma-Renaissance in Pinkafeld und Güssing) auf der Homepage des APA-OTS Original-Textservice, abgerufen am 8. August 2009
  2. Die Lehrkräfte der Hauptschule Pinkafeld auf der Homepage der Hauptschule Pinkafeld, abgerufen am 4. Juli 2009
  3. a b Franz Zeiss: Pinkafeld 1945–1987, Eigenverlag Stadtgemeinde Pinkafeld, Pinkafeld 1987
  4. Geschichte des Burgenländischen Landesarchivs DOC-Datei, 23kB, auf der Homepage der burgenländischen Landesregierung, abgerufen am 4. Juli 2009
  5. Familien- und Herrschaftsarchive, PDF, auf der Homepage der Burgenländischen Landesregierung, abgerufen am 4. Juli 2009
  6. Chronik der Burgspiele Güssing auf der Homepage der Burgspiele Güssing, abgerufen am 8. August 2009