Josef Lentsch

Josef Lentsch (* 24. Februar 1909 in Oggau; † 27. Jänner 1988 in Kleinhöflein im Burgenland) war ein österreichischer Politiker (ÖVP) und Landeshauptmann des Burgenlandes.

Vor dem Anschluss Österreichs arbeitete Lentsch als Lehrer, ab 1935 auch in der Landesschulverwaltung. Daneben verfasste er volkskundliche Artikel- ein Hobby, dem Lentsch zeit seines Lebens frönte. So sammelte und dokumentierte er beispielsweise über 4.000 deutschsprachige Marienlieder.

Im Zweiten Weltkrieg diente Lentsch in der Wehrmacht und kam 1945 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Danach übernahm Lentsch von 1945 bis 1960 den Posten des Landesparteisekretärs der wenige Wochen zuvor gegründeten Österreichischen Volkspartei, ab 1945 saß er im burgenländischen Landtag, ab 1949 als Landesrat für das Schulwesen. 1961 übernahm er von Johann Wagner das Amt des Landeshauptmanns, 1963 folgte er Lorenz Karall auch als Parteiobmann nach.

Lentsch ging als Spitzenkandidat der ÖVP in die Landtagswahlen von 1964 wurde aber mitten im Wahlkampf von einer allergischen Reaktion heimgesucht, die mehrere Operationen notwendig machte. Seine Abwesenheit im Wahlkampf war mit ein Grund für ein Novum der österreichischen Nachkriegsgeschichte: Erstmals kam es auf Landesebene zu einem Machtwechsel, die Landes-ÖVP verlor die Mehrheit, seither regiert im Burgenland die SPÖ.

Nach seiner Genesung kehrte Lentsch wieder in die Parteiführung zurück, trat aber 1968 von allen politischen Ämtern zurück.

Literatur

  • Johann Kriegler: Politisches Handbuch des Burgenlandes. II. Teil (1945–1995). Eisenstadt 1996 (Burgenländische Forschungen; 76), ISBN 3-901517-07-3.

Weblinks