Josef Pospischil (SS-Führer)

Josef Pospischil (* 20. Dezember 1899 in Mährisch-Schönberg; † 14. Februar 1948 in Rastatt) war ein deutsch-österreichischer SS-Führer und Polizeibeamter.

Leben und Wirken

Pospischil wuchs im Sudetenland auf. Von Februar 1917 bis November 1918 nahm er am Ersten Weltkrieg teil, wobei laut Shlomo Aronson unklar ist, ob er der deutschen oder der österreichischen Armee angehörte. Aronson tendiert jedoch dazu dass Pospischil, wegen seines Ausscheidens aus der Armee im November 1918 dem Reichsheer angehörte.

Nach dem Krieg war Pospischil von 25. September 1919 bis 31. August 1921 im Polizeidienst. Vom 1. August bis zum 21. Dezember 1921 gehörte Pospischil dem Freikorps Oberland an. Anschließend kehrte er in seine Heimat in der Tschechoslowakei zurück. Heinrich Orb zufolge musste er von dort wegen des Totschlags eines Grenzbeamten fliehen und kehrte ins Deutsche Reich zurück.

Vom 1. Juli 1922 bis zum 9. November 1923 und erneut vom 9. April 1932 bis zum 22. Juni 1932 gehörte Pospischil der nationalsozialistischen Sturmabteilung (SA) an. In die NSDAP trat er am 1. Mai 1932 ein (Mitgliedsnummer 1.096.992). Am 16. August 1932 wurde Pospischil Mitglied der SS, in der er zu einem ungeklärten Zeitpunkt dem SD zugeteilt wurde. 1933 oder 1934 war er beim SD-Oberabschnitt Ost in Berlin tätig. Orb berichtet ferner, Pospischil sei ein Vertreter von Sohst, dem Verbindungsmann des SD-Chefs Reinhard Heydrich zum Gestapochef Rudolf Diels gewesen und später, Anfang 1934, SD-Spitzel bei der Abwehrstelle des Reichswehrministeriums. Seit dem Sommer 1934 war Pospischil in der Gestapo tätig.

Am 20. April 1938 wurde Pospischil zum Untersturmführer befördert. Seiner Stammrolle zufolge war er zu dieser Zeit Führer im SD-Hauptamt und Kriminalassistenzanwärter bei der Gestapo. Seinen Wohnsitz hatte er damals in Berlin-Charlottenburg.

In späteren Jahren war Pospischil für die Leitung der Gefangenenverpflegung des Lagers Vaihingen zuständig. Im KZ Majdanek soll er sich an Massenerschießungen beteiligt haben und durch systematische Herabsetzungen der Häftlingsrationen zahlreiche Todesfälle verursacht haben.

Nach dem Krieg wurde Pospischil, der unter anderem Träger des SS-Totenkopfringes und Inhaber des Julleuchters war, im Zuge des Natzweiler-Prozesses in Rastatt wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Seine Hinrichtung erfolgte im Februar 1948.

Literatur

  • Shlomo Aronson: Heydrich und die Anfänge des SD und der Gestapo. 1931–1935. DVA, Stuttgart 1971, ISBN 3-421-01569-4 (zugl. Dissertation, Universität FU Berlin 1967).