Josef Wolfgang Ziegler

Josef Wolfgang Ziegler (* 23. November 1906 in Kottingbrunn; † 3. Februar 2000 in Gumpoldskirchen) [1] war ein österreichischer Komponist und Chorleiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er am Neuaufbau des niederösterreichischen Chorwesens beteiligt.

Leben

Ziegler schloss 1933 sein Studium der Komposition, Schulmusik und Orgel an der Wiener Musikakademie ab. Zu seinen Lehrern zählten Franz Schmidt, Josef Lechtaler, Vinzenz Goller und Kamillo Horn. Bereits 1932 begann Ziegler eine Laufbahn als Chorleiter bei den „Sängerknaben vom Wienerwald“. Er übersiedelte in den Weinort Gumpoldskirchen, wo er die Leitung des Kirchenchores übernahm.

Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich wurde er mit Wirkung vom 1. Mai 1938 Mitglied der NSDAP und unter der Parteinummer 6.236.005 registriert.[2] 1939 komponierte Ziegler auf einen Text von Walter Zettl einen Zyklus von Kampfliedern und Hymnen unter dem Titel Durch Kampf zum Sieg für Jugendchor und Orchester, den er dem Gauleiter und späteren Reichsstatthalter Josef Bürckel widmete und der am 18. Mai 1939 von den Mödlinger Sängerknaben vom Wienerwald und den Wiener Symphonikern in Mödling uraufgeführt wurde.[2] Das Werk hatte folgende Teile: Die Zeit ist groß (Hymnus), Ostmark, wir rufen dich!, Aufbruch, Das aber ist die größte Zeit (Hymnus), Zeitenwende, Totentanz, Blutfahne, Feuerspruch, Hymnus an das Volk, Letzter Sturm, Fahnenschwur, Du, Kamerad, und ich!, sowie Hymnus an die Heimat und an den Führer (auf einen Text von Hansi Kastner-Ziegler).[2] Eine weitere Komposition im Sinne der NS-Zeit war eine Heldische Musik, die am 12. Dezember 1941 uraufgeführt wurde.[3]

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Ziegler 1949 eine Kindersingschule, aus der der Kinderchor „Gumpoldskirchner Spatzen“ hervorging.[4] 1966 gründete er den Kammerchor Vox Humana [5].

Neben seinem Beruf als Musikerzieher widmete sich Ziegler weiterhin dem Komponieren und erhielt verschiedene Kompositionspreise im In- und Ausland. Zu seinen Alterswerken gehört eine Messe, die er unter dem Eindruck des schweren Erdbebens von Kōbe 1995 komponierte.[6]

Zieglers Werke wurden in Österreich, Deutschland und Japan verlegt. Sein Gesamtwerk wird derzeit bei Wozimusik, dem Verlag seines Sohnes Wolfgang[7], publiziert.

Seine beiden Kinder, Elisabeth Ziegler und Wolfgang Ziegler übernahmen nach seinem Tod das musikalische Erbe. E. Ziegler leitet die Kindersingschule, die „Gumpoldskirchner Spatzen“ und das 2006 gegründete Frauenensemble „Cantilena“ [8], Wolfgang Ziegler den „Kammerchor Vox Humana“ .

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.austriaca.at/ml/musik_Z/Ziegler_Familie_2.xml
  2. a b c Fred K. Prieberg: Handbuch Deutsche Musiker 1933–1945, CD-Rom-Lexikon, Kiel 2004, S. 7979.
  3. Nachweis weiterer Kompositionen aus der NS-Zeit.
  4. http://www.gumpoldskirchnerspatzen.at/show_content2.php?s2id=36
  5. http://www.vox-humana.org/main.htm
  6. http://www.gumpoldskirchnerspatzen.at/show_content2.php?s2id=23.
  7. http://www.wozimusic.com
  8. http://www.cantilena.at/show_content.php?sid=15