Josefskirche (Graz)

Dieser Artikel erläutert die Pfarrkirche in Jakomini, zur Ordenskirche in Geidorf siehe Karmelitinnenkirche zum hl. Josef (Graz).
Josefskirche

Die Kirche Hl. Josef, auch (St.-)Josefskirche bzw. Pfarrkirche Graz-St. Josef oder Jubiläumskirche ist eine katholische Pfarrkirche in Graz. Sie ist Sitz der Pfarre Graz-St. Josef im Dekanat Graz-Süd des Stadtkirche Graz, und dem heiligen Josef, dem Ziehvater Christi, geweiht. Das Gebäude befindet sich an der Kreuzung von Schönaugürtel und Schönaugasse im sechsten Grazer Stadtbezirk Jakomini.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Innenraum mit Hochaltar

Die Josefskirche war als katholische Jubiläumskirche zum Gedenken an die Gegenreformation und als Kampfansage gegen die Los-von-Rom-Bewegung konzipiert worden. Sie soll an die Wiederherstellung der Glaubenseinheit in der Steiermark erinnern. Der Bau der Josefskirche geht an einer persönlichen Initiative des Fürstbischofs Leopold Schuster zurück.

Das Areal, auf dem sich die Kirche befindet, wurde 1898 von Franz Schuler erworben. Am 12. Mai 1900 wurde um eine Baubewilligung angesucht, die am 29. Juli durch den Gemeinderat Zustimmung erlangte. Ein heiliger Stein aus den römischen Katakomben, von Papst Leo XIII. geweiht, lag zur Grundsteinlegung bereit. Doch die Baugenehmigung war umkämpft und wurde erst am 26. August 1902 erteilt. Erst ein knappes Jahr später, am 14. Mai 1903, begannen der Kirchenbau und die erforderlichen Erdaushebungen. Am 11. Oktober schließlich wurde der Grundstein gelegt.

Das Gleichfest wurde am Geburtstag Kaiser Franz Josephs I., dem 18. August 1904, begangen. Im dritten Baujahr wurde Ende Oktober das Turmkreuz angebracht und im vierten und fünften Baujahr wurden der Verputz, die Gestaltung der Innenräume und die Errichtung des Pfarrhofgebäudes vollendet. Die feierliche Einweihung der Kirche erfolgte am 9. Mai 1908. In den folgenden Jahren wurde die Kirche dem Benediktiner-Orden zur Betreuung übergeben.

Als Jubiläumskirche erinnert an das 60-jährige Priesterjubiläum Papst Leo XIII., an das 50-jährige Jubiläum der Regentschaft Kaiser Franz Josephs, und an das 300-jährige Jubiläum der Wiederherstellung der katholischen Religion in der Steiermark.

Die Pfarre bildet heute einen Pfarrverband mit Graz-Münzgraben (Fatimakirche), und wird vom Dominikanerkonvent Graz betreut.

Gestaltung und Inventar

Hauptportal

Das Kirchengebäude wurde im Stil der Florentiner Renaissance und nach den Plänen von Hans Pascher erbaut. Die als Basilika konzipierte Kirche besteht aus drei Schiffen und einen abgesetzten, gewölbten Chor. Die Josefskirche gilt als der letzte Sakralbau des Historismus in Graz.

In der Apsis hinter dem Altarraum befindet sich der Hochaltar, in dessen Zentrum sich eine Darstellung des heiligen Josef befindet. Das Bild ist hochformatig, hat einen rundbogigen Abschluss und ist mit einem Goldrahmen eingefasst. Es stammt vom Künstler Johann Kastner, der es von 1903 bis 1908 geschaffen hat. Auf dem Bild steht der heilige Josef mit dem Jesukind im Arm auf einer Wolke. Beide sind von einem Kranz aus Engeln umgeben. Im unteren Bilddrittel befinden sich 19 Kinder und Erwachsene, die stehen oder knien. Einer von ihnen ist der Fürstbischof Leopold Schuster. Im Hintergrund zwischen dem Heiligen und den Betenden befindet sich eine Darstellung des Grazer Schlossberges, sowie der Franziskanerkirche. Im unteren Bildteil steht das Motto der Grundsteinlegung: „Ex Voto 1908“.

Literatur

  • Alois Kölbl, Wiltraud Resch: Wege zu Gott. Die Kirchen und die Synagoge von Graz. 2., erweiterte und ergänzte Auflage. Styria, Graz 2004, ISBN 3-222-13105-8, S. 175–177.
  • Maximilian Liebmann: Der Bau der Grazer Josefskirche im Kontext der „Los-von-Rom“-Bewegung. In: Historisches Jahrbuch der Stadt Graz. Band 27/28, 1998, ISSN 0440-9728, S. 51–70.

Weblinks

 Commons: Josefskirche, Graz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

47.05887222222215.441055555556Koordinaten: 47° 3′ 32″ N, 15° 26′ 28″ O