Joseph Gungl

Walzerkomponist Josef Gungl, Gemälde von Wilhelm Trübner

Joseph Gungl (József Gungl, * 1. Dezember 1810 in Zsámbék, Komitat Pest-Pilis-Solt-Kiskun; † 31. Januar 1889 in Weimar) war ein ungarndeutscher Komponist und Militärkapellmeister.

Gungl wirkte ab 1834 als Oboist und Musikmeister einer österreichischen Militärkapelle. Mit einer eigenen Kapelle, die er 1843 in Berlin gründete, unternahm er Konzertreisen bis nach Russland und in die USA. Von 1858 bis 1864 war er erneut Militärkapellmeister und leitete dann bis 1870 wieder eine eigene Kapelle in München. 1868 gründete der "Ungarn-deutsche Walzerkönig" für die Kurmusik das bis heute bestehende Orchester in Bad Reichenhall - die heutige "Bad Reichenhaller Philharmonie". Nach ihm waren Karl Hünn, Gustav Paepke (Schwiegersohn von Joseph Gungl) und, in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, Dr. Wilhelm Barth Leiter des Orchesters.

Gungl komponierte über vierhundert Walzer, Polkas, Mazurken und Märsche. Seine populärsten Werke sind der Konzertwalzer Träume auf dem Ozean und der Ungarische Marsch, der auch von Liszt für Klavier transkribiert wurde.

Auch von seinem Neffen János Gungl (* 5. März 1828 in Zsámbék; † 27. November 1883 in Pécs), der von 1848 bis 1862 Violinist der Hofkapelle von Sankt Petersburg war, sind über einhundert Tänze überliefert.

Literatur