Joseph Philippovich von Philippsberg

Joseph Philippovich

Joseph Freiherr Philippovich von Philippsberg (* 1818 in Gospić; † 6. August 1889 in Prag) war ein kroatischer Adliger und österreichischer Feldzeugmeister.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Philippovich trat 1836 in österreichische Dienste und wurde 1848 Major im Warasdiner Grenzregiment. Er zeichnete sich unter Jellachich bei den Kämpfen in Ungarn aus und wurde 1857 Oberst und Kommandeur des 5. Grenzregiments. 1859 wurde er zum Generalmajor und Brigadekommandeur befördert.

Er kämpfte 1859 im Verband des 6. Armeekorps in Italien und wurde 1860 in den erblichen Freiherrenstand erhoben. Am Feldzug in Böhmen 1866 nahm er als Adjutant des Grafen Thun teil, der damals Kommandierender General des II. Armeekorps war.

Philippovich von Philippsberg kam dann als Feldmarschallleutnant und Divisionskommandant nach Wien. Später wurde er Landeskommandierender von Tirol und Vorarlberg, wo er in Innsbruck residierte. 1872 wurde er nach Brünn versetzt und im Januar 1874 zum Feldzeugmeister befördert. Im Juni wurde er dann zum Landeskommandierenden von Böhmen ernannt.

Im Juli 1878 übernahm Philippovich Befehl über die zum Einmarsch nach Bosnien bestimmten Truppen und unterwarf diese Länder der österreichischen Herrschaft. Seine Truppen nahmen am 19. August Sarajevo ein, das danach zur Landeshauptstadt erhoben wurde.[1]

Philippovich von Philippsberg kehrte 1880 nach Wien und 1882 als Landeskommandierender von Böhmen nach Prag zurück. Im Dezember wurde er dort Kommandant des 8. Armeekorps der k.u.k. Armee.

Joseph Philippovich von Philippsberg starb am 6. August 1889 in Prag. Sein Grab befindet sich auf dem Wiener Zentralfriedhof, unmittelbar neben den Gräbern von Alfred Hrdlicka und Godwin von Brumowski.

In Sarajevo wurde das "Philippovich-Lager" nach ihm benannt, mit einer Fläche von rund 30 Haktar eine der größten Kasernen der k.u.k. Monarchie. Die überwiegend dreistöckigen Rohbauten der von den Architekten Karl Paržik und Ludwig Huber entworfenen Anlage wurden 1897 fertiggestellt, 1901 wurde die Kaserne ihrer Bestimmung übergeben. Im Philippovich-Lager waren in erster Linie Truppen der Infanterie, Artillerie und Logistik untergebracht, es befand sich am Westende von Sarajevo zwischen Marijin Dvor und Pofalići.

Museale Rezeption

Im Wiener Heeresgeschichtlichen Museum befindet sich im Saal V („Franz-Joseph-Saal“) eine Vitrine, in welcher Gegenstände aus dem persönlichen Besitz Philippovichs ausgestellt sind. Darüber hinaus sind auch Beutestücke aus dem Okkupationsfeldzug von 1878 zu sehen, die teils von Philppovich selbst, teils von anderen k.u.k. Offizieren von diesem Feldzug heimgebracht wurden.[2]

Einzelnachweise

  1. Sarajevo. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 14, Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1892, S. 319.
  2. Johann Christoph Allmayer-Beck: Das Heeresgeschichtliche Museum Wien. Saal VI - Die k.(u.)k. Armee von 1867-1914, Wien 1989, S. 24.

Literatur

Weblinks