Joseph von Colloredo

Joseph Maria Graf Colloredo-Mels und Wallsee. (* 11. September 1735 in Regensburg; † 26. November 1818 in Wien) war ein österreichischer Minister und General.

Joseph Maria war ein Sohn des ersten Fürsten von Colloredo-Mels und Wallsee, Rudolf Joseph. Er zeichnete sich im Siebenjährigen Krieg mehrfach aus, namentlich bei Prag und in der Schlacht von Moys, und geriet in Breslau für kurze Zeit in Kriegsgefangenschaft. 1763 zum Generalmajor ernannt, erhielt er 1769 ein eigenes Infanterie-Regiment (No. 57) und stieg schnell zum Feldmarschallleutnant und Hofkriegsrat auf, begleitete 1777 Kaiser Joseph II. nach Frankreich und erhielt sodann die Generaldirektion der Artillerie. Zwar wurde er 1784 für den Maria-Theresia-Orden vorgeschlagen, doch lehnte er ihn mit der Begründung, er sei Malteserritter, ab.

Großprior

Graf Colloredo war von 1791 bis zu seinem Tod Großprior Böhmens. In dieser für den Malteserorden schwierigen Zeit kämpfte Colloredo um den Erhalt des Ordens. Es gelang ihm zwar nicht, Wien zum Sitz der heimatlos gewordenen Ordensregierung zu machen, doch ließ er sich zum Ordensgesandten am kaiserlichen Hof ernennen. Auch konnte er die Beschlagnahmung der sieben in Schlesien gelegenen Kommenden durch den preußischen König nicht verhindern. Seinem Nachfolger Vinzenz Graf Kolowrat gelang jedoch die endgültige Rettung des Ordens.

Weitere Verdienste

Wegen seiner Verdienste um die Waffe ernannte ihn Joseph II. zum Feldzeugmeister. Im 8. österreichischen Türkenkrieg (1787-1792) wohnte er dem Angriff auf die Feste Schabatz bei und leitete im nächsten Feldzug den Sturm auf Belgrad mit. Als Feldmarschall kommandierte er sodann bis zu den Friedensverhandlungen des Reichenbacher Kongresses (1790) die Beobachtungsarmee an der preußischen Grenze. Nach dem Krieg erhielt Colloredo mit dem Titel Staats- und Konferenzminister die Führung der Geschäfte des Hofkriegsrats. Während der Jahre 1813 und 1814 noch tätig, starb er am 26. November 1818.

Literatur

Meyers Konversationslexikons logo.svg Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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