Josip Sliskovic

Josip Sliskovic (* 8. Dezember 1901 in Kroatien; † 26. Juni 1984) war ein Radiopionier in Österreich.

Josip Sliskovic studierte am humanistischen Gymnasium in Mostar und zehn Semester an der Technischen Hochschule in Wien. 1924/25, noch als Student baute er für die österreichische Firma TESIG den ersten 10-Röhren-Superhet für alle Wellenlängen. 1926 begann er mit der Miniaturisierung. 1927 wurde er von Kapsch & Söhne engagiert, wo er nach kurzer Zeit Leiter der Radio- und Verstärkerabteilung wurde.

Die erste Radiokonstruktion bei Kapsch war ein 4-Lampen-Radiogerät namens Polydyne, die 607 Schilling kostete.

1929 baute er die erste Fernseh-Versuchsanlage mit den üblichen 30 Zeilen und 1200 Bildpunkten, die 1930 auf der Wiener Frühjahrsmesse präsentiert wurde. Sie steht heute im Technischen Museum in Wien.

Bis 1931/32 konstruierte er mit dem Pionier-L erstmals ein Radiogerät mit eingebautem Lautsprecher.

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute er den ersten europäischen netzbetriebenen Kleinempfänger „Mucki“. Vorher war man auf Batterien angewiesen.

1949/50 baute er mit dem Kapsch Weekend 5, nach dem Vorbild der amerikanischen Personal-Radios, das erste echte Portable (nur 3 kg inkl. Batterien) am europäischen Kontinent. Auf seine Initiative wurden Flachzellen-Anodenbatterien hergestellt.

Ab 1948 warb er für die gedruckte Schaltung.

Im Dezember 1949 führte er als erster in Österreich einen Transistor vor und entwickelte seither zahlreiche Schaltungen. Am 28. Jänner 1956 startete er aus Anlass der Freigabe von Transistoren für den Einzelverkauf eine Artikelfolge "Wissenswertes über Transistoren".

Ab 1955 wirkt er als technischer Konsulent für allgemeine Elektronik und arbeitete um 1958 mit in der 1951 gegründeten Kristallwerk Rainer KG (später HEA) in Graz.

Werke

  • An der Schwelle einer neuen Epoche; In Die Radiotechnik; 1947
  • Geheimnisse der Radiowelle; Wien, Österreichischer Bundesverlag, 1947

Weblinks