Julius Außenberg

Julius Außenberg, auch Aussenberg (* 14. März 1887 in Wien; † 22. August 1955 ebenda) war ein österreichischer Filmproduzent, Filmkaufmann und Filmmanager.

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Leben und Wirken

Außenberg erhielt eine kaufmännische Ausbildung und wechselte anschließend in die Filmwirtschaft. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg stieg er rasch die Karriereleiter hinauf und wurde 1924 Europa-Repräsentant der Hollywood-Produktionsfirma Fox. 1926 begleitete Außenberg F. W. Murnau zu Dreharbeiten nach Hollywood, wo dieser den Fox-Film Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen inszenieren sollte. Zurück in Deutschland, zeichnete Außenberg im Jahr darauf für die Herstellung von Walter Ruttmanns berühmter Berlin-Dokumentation Berlin – Symphonie der Großstadt verantwortlich.

Anschließend ging Außenberg als Produktionschef zum Deutschen Lichtspielsyndikat. Mit der Atlantis-Film betrieb er zeitweilig eine eigene Produktionsfirma, außerdem besaß Außenberg eine Teilhaberschaft an Joe Mays May-Film A.G. (Produktion Zwei in einem Auto) und war ab 1930 auch an der London-Film Alexander Kordas beteiligt, deren Generalrepräsentant für Europa und Übersee er gleichfalls wurde. Bei Machtantritt Adolf Hitlers plante Julius Außenberg gerade die Produktion zweier Filme mit Elisabeth Bergner, zu der es jedoch nicht mehr kam. Noch im selben Jahr 1933 floh der jüdische Filmmanager aus Deutschland und übersiedelte in die Tschechoslowakei, wo Außenberg einige wenige Filme herstellte.

Ihm ins Exil nach Prag folgte der Stummfilmstar Ossi Oswalda, seine Lebensgefährtin. Im März 1939 floh Außenberg vor den Nationalsozialisten nach London. Der Versuch, nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in die USA auszureisen, misslang jedoch. Außenberg blieb die gesamte Dauer des Krieges in Großbritannien. Kurz nach der Wiedererstehung der Tschechoslowakei kehrte er nach Prag zurück und inspizierte die von den deutschen Besatzern ausgebauten Produktionsstätten in Barrandov. Anschließende Versuche Außenbergs, in Hollywood Fuß zu fassen, misslangen. Schließlich kehrte er nach Wien zurück.

Julius Außenbergs Stiefsohn war der Fernsehregisseur Thomas Fantl.

Filme

  • 1926: Die Abenteuer eines Zehnmarkscheins
  • 1926: Madame wünscht keine Kinder
  • 1926: Der Sohn der Hagar
  • 1927: Berlin – Symphonie der Großstadt
  • 1934: Volha v plamenech
  • 1934: Hudba srdci
  • 1936: Na'e jedenáctka

Literatur

  • Kay Weniger: Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. S. 79, ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8

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