Julius Franz (Architekt)

Julius Franz, später Franz Pascha (* 1831; † 1915 vermutlich in Wien) war ein aus Deutschland stammender, in Österreich aufgewachsener Chefarchitekt des ägyptischen Vizekönigs.

Franz wurde zu Anfang der 1860er Jahre vom westlich orientierten Khediven Ismail Pascha nach Ägypten berufen, er erbaute unter anderem 1864 in Kairo den Gezira-Palast oder Zamalek-Palast als Gästehaus für hohe ausländische Besucher. (Die vorgefertigten gusseisernen Dekorationen stammen von Carl von Diebitsch, der Palast ist heute Teil eines Marriott Hotels).

Franz, der oft auch als österreichischer Architekt bezeichnet wird, machte sich auch um die ägyptischen Sammlungen islamischer Kunst verdient. Auch nach seinem 1888 erfolgten Abgang in den Ruhestand nahm Franz Anteil an den Geschehnissen in Ägypten und blieb Mitglied wichtiger Kommissionen.

Schriften

  • Kairo. E. A. Seemann, Leipzig 1903.
  • Eine Wanderung durch die arabischen Monumente Kairos. o.O. [Berlin] 1902.
  • Die Grab-Moschee des Sultans Kait-Bai. Spemann, Berlin [u.a.] o.J. [1898]. (= Die Baukunst, Serie 1, H. 3.)

Literatur

  • Elke Pflugradt-Abdel Aziz: Islamisierte Architektur in Kairo. Carl von Diebitsch und der Hofarchitekt Julius Franz. Preußisches Unternehmertum im Ägypten des 19. Jahrhunderts. Dissertation, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn 1992.

Weblinks