Julius Kaspar (Politiker)

Julius Kaspar (* 1888; † 9. Mai 1945 bei St. Veit, Graz) war ein nationalsozialistischer Politiker und Rechtsanwalt. Er hatte den Rang eines SS-Obersturmführers inne.

Er war der Sohn eines Musikdirektors in Graz und promovierte an der Universität Wien in Rechtswissenschaften. Nach dem Ersten Weltkrieg, den er in der Militärjustiz verbrachte, arbeitete Kaspar als Rechtsanwalt in Graz und war Gemeinderat in Leoben. Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich wurde er am 12. März 1938 zuerst kommissarischer Leiter der Stadtregierung, 1939 schließlich Oberbürgermeister der Stadt Graz und blieb es bis Kriegsende. 1940 erklärte er Graz zu einer „judenfreien“ Stadt. Gegen Kriegsende widersetzte er sich den Befehlen des Gauleiters Siegfried Uiberreither, wie etwa der Anordnung, die Grazer Hauptbrücke zu sprengen. Während seiner Flucht aus Graz wurde er von unbekannten Tätern nahe St. Veit erschossen.[1]

Einzelnachweise

  1. Martin F. Polaschek: Im Namen der Republik Österreich! Die Volksgerichte in der Steiermark, 1945 bis 1955. Steiermärkisches Landesarchiv, Graz 1998, ISBN 3-901938-01-X, S. 99ff.

Weblinks