Julius Lieban

Julius Lieban (* 19. Februar 1857 in Lundenburg, Mähren; † 1. Februar 1940 in Berlin) war ein österreichisch-deutscher Opernsänger.

Lieban wurde als Sohn eines jüdischen Kantors in Mähren geboren und erlernte in seiner Jugend schon von Zigeunern Geige zu spielen. Später besuchte er das Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, studierte Gesang bei Josef Gänsbacher und kam als Violinist ans hiesige Theater. Danach sang er am Stadttheater in Leipzig und an der Komischen Oper in Wien als Buffo. Im Jahr 1881 nahm er an der Wagner-Tournee von Angelo Neumann teil und sang später auch auf den Bayreuther Festspielen. Ab 1883 war er als Tenorbuffo Mitglied der Hofoper in Berlin; später sang er auch am neugegründeten Deutschen Opernhaus in Charlottenburg. Im Jahr 1908 wurde Lieban zum Kammersänger ernannt. Noch 1933 hat er mit über 70 an der Staatsoper den Mime gesungen. Zu Gastspielen war er an vielen großen Opernbühnen in ganz Europa erfolgreich engagiert. Zuletzt wirkte er in Berlin als Gesangslehrer. Er war verheiratet mit der Sopranistin Helene Lieban-Globig (* 31. März 1866 in Berlin, † 1919 in Stettin?).

Seine Brüder waren der Bariton Adalbert Lieban, der Bassist Adolf Lieban und der Bariton Siegmund Lieban.

Liebans Grab befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf, wo er neben seinem Bruder Adalbert ruht.

Literatur

  • Ludwig Eisenberg: Biographisches Lexikon der dt. Bühne im 19.Jhdt., Leipzig 1903.
  • Antonicek: Lieban Julius. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950 (ÖBL). Band 5, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 1972, S. 190 f. (Direktlinks auf S. 190, S. 191).
  • Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon : biographisches und bibliographisches Handbuch, Band 2, Klagenfurt und Wien, 1960, S.1236.
  • Kutsch: Großes Sängerlexikon, Bern-Stuttgart 1987, Sp.1709/1710.
  • Deutsche Biographische Enzyklopädie, Bd. 6, 2.A., München 2006, S.427.

Weblinks