Julius Ludolf

Julius Ludolf (* 26. März 1893 in Hamburg; † 28. Mai 1947 in Landsberg am Lech) war SS-Obersturmführer, Mitglied der Waffen-SS und Kommandant diverser Nebenlager des KZ Mauthausen in Oberösterreich.

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Mauthausen

Julius Ludolf tat seinen Dienst im KZ Mauthausen von Januar 1940 – Mai 1945. In diesem Zeitraum fungierte er als Lagerkommandant der Mauthausener Nebenlager im KZ Loibl zu beiden Seiten des Loiblpasses bis August 1943, darauf Nachfolger von Karl Schöpperle in Großraming und schließlich ab Mai 1944 Kommandant des Nebenlagers Melk.

Nach 1945

Nach Kriegsende wurde Julius Ludolf gemeinsam mit sechzig weiteren Angehörigen des Lagerpersonals im Mauthausen-Hauptprozess (siehe auch: Dachauer Prozesse) vor einem US-Militärgericht der Prozess gemacht. Neben den Zuständen in jenen Außenlagern, die unter seiner Verantwortung standen, wurde Ludolf angelastet, bei verschiedenen Gelegenheiten polnische und russische Häftlinge zwischen Oktober 1943 – Mai 1944 persönlich geschlagen und/oder getötet, im Oktober 1944 das „Abspritzen“ sechzehn hospitalisierter tschechischer und slowakischer Häftlinge befohlen und Juli 1944 die Hinrichtung eines entflohenen und wiederergriffenen russischen Häftlings angeordnet zu haben.

Als Zeuge in eigener Sache vernommen, sagte Ludolf aus, niemals einen Häftling getötet, allenfalls Schläge ausgegeben zu haben, um die Lagerdisziplin aufrechtzuerhalten. Exekutionen geflohener Lagerinsassen wären nicht auf seine Veranlassung hin erfolgt. Das US-Gericht in Dachau befand den Angeklagten am 13. Mai 1946 für schuldig und verurteilte ihn zum Tode. Nachdem das eingereichte Gnadengesuch seiner Frau verworfen wurde, wurde Julius Ludolf am 28. Mai 1947 im Kriegsverbrechergefängnis Landsberg hingerichtet.

Literatur

Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Aktualisierte Ausgabe, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-596-16048-0.

Weblinks