Julius von Hartmann (Preußen)

Julius von Hartmann

Julius Hartwig Friedrich von Hartmann (* 2. März 1817 in Hannover; † 30. April 1878 in Baden-Baden) war ein königlich preußischer General der Kavallerie.

Inhaltsverzeichnis

Familie

Er wurde als Sohn des königlich hannoverschen Generals der Artillerie Julius von Hartmann (1774-1856) und dessen erster Ehefrau Sophie Hausmann (1788-1824) geboren.

Hartmann heiratete am 3. Mai 1849 in Hildesheim Luise Hartmann (* 21. Dezember 1825 in Nienburg/Weser; † 28. Januar 1906 in Illenau bei Achern, Baden).

Die preußische Adelsanerkennung des bisher hannoverschen Adelsstandes erfolgte durch Allerhöchste Kabinett-Order am 29. Mai 1856 in Sanssouci.

Militärischer Werdegang

Hartmann trat 1834 in Aschersleben in das preußische Husarenregiment Nr. 10 ein. 1835 wurde er zum Offizier ernannt und dann zwischen 1839 und 1842 auf der Allgemeinen Kriegsschule ausgebildet. Seit 1844 beim Topographischen Büro angestellt, kam er 1848 zum Großen Generalstab und nahm dort als Hauptmann am Feldzug in Baden teil.

1850 ging Hartmann im Auftrag des preußischen Ministeriums des Auswärtigen nach Schleswig-Holstein, später führten ihn verschiedene militärische Kommandos nach Böhmen, Sachsen und Schlesien. Im Februar 1851 kam er zum Stab des III. Armee-Korps, 1853 als Major zum Großen Generalstab und wurde dann 1856 Kommandeur des 2. Dragonerregiments, das er bis 1857 befehligte.

Hartmann wurde im gleichen Jahr Chef der Abteilung für Armeeangelegenheiten im Kriegsministerium, trieb dort die Reorganisation der Armee voran und vertrat diesen Plan auch im Landtag als Regierungskommissar. 1860 wurde Hartmann Chef des Generalstabs des VI. Armeekorps und erhielt im Januar 1863 den Befehl über die 9. Kavallerie-Brigade, an deren Spitze er bis zum Mai 1864 den Befehl über den 1. und 2. Militärgrenzbezirk gegen die polnischen Eindringlinge an der preußisch-russischen Grenze führte. 1865 wurde Hartmann zum Generalmajor befördert und zum ersten Kommandanten von Koblenz und Ehrenbreitstein ernannt.

1866 übernahm Hartmann den Befehl über die Kavalleriedivision der Zweiten Armee, mit der er an den Kämpfen von Königgrätz, Tobitschau und Roketnitz teilnahm. 1867 beriet er als Generalleutnant und militärischer Bevollmächtigter in München das Kriegsministerium bei der beabsichtigten Umgestaltung des bayerischen Heeres. 1868 erhielt er das Kommando der 2. Division in Danzig und schließlich beim Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges 1870 den Befehl über die 1. Kavalleriedivision.

Hartmann nahm an den Kämpfen bei Colombey-Nouilly und Gravelotte teil und stand dann bis Ende September vor der Festung Metz. Nachdem er vorübergehend die Einschließungstruppen bei Thionville (deutsch: Diedenhofen) befehligt hatte, nahm Hartmann am 28. November an der Schlacht bei Beaune-La-Rolande teil, deckte während der Kämpfe bei Orléans den linken Flügel der Armee und wurde dann in Eilmärschen nach dem rechten Flügel gegen Vendôme geworfen. Am 15. Dezember führte er selbständig ein hartnäckiges Aufklärungsgefecht bei Villechauve und Chateau-Renault und besetzte schließlich am 19. Januar 1871 Tours. Ende Mai wurde Hartmann zum Gouverneur von Straßburg ernannt.

Hartmann wurde 1873 zum General der Kavallerie ernannt und 1875 vom aktiven Dienst freigestellt.

Werke

  • Der königlich hannoversche General Sir Julius von Hartmann. Hannover 1858
  • Die allgemeine Wehrpflicht. (Zeitfragen des christlichen Volkslebens; 4). Heilbronn 1876
  • Lebenserinnerungen : Briefe und Aufsätze. 2 Bde. Berlin 1882, postum erschienen
  • Briefe aus dem Deutsch-Französischen Kriege 1870-71. Kassel 1893, postum erschienen
  • Briefe aus dem Feldzuge 1866. Berlin 1898, postum erschienen

Literatur