Justizanstalt Sonnberg

Hauptgebäude der Justizanstalt Sonnberg

Die Justizanstalt Sonnberg ist eine österreichische Strafvollzugsanstalt in Sonnberg, einer Katastralgemeinde von Hollabrunn in Niederösterreich. In der Justizanstalt können im Normalfall 350 Häftlinge aufgenommen werden, zum Stichtag 30. August 2007 waren allerdings 352 Personen in Sonnberg inhaftiert, was einer Gesamtauslastung von 100,57 % entspricht.[1]

Inhaltsverzeichnis

Konzeption

Ausgelegt ist das Gefängnis für den Vollzug von Strafhaft an männlichen Insassen, deren Gesamthaftzeit 18 Monate übersteigt und bis zu 10 Jahre beträgt. Laut einer vom Bundesministerium für Justiz erlassenen Flexibilisierungsklausel, die die Bestimmung der Justizanstalt Sonnberg als Organisationseinheit zum Inhalt hat, wird in der Justizanstalt in seltenen Fällen auch der Maßnahmenvollzug an gefährlichen Rückfallstätern vollzogen[2].

Die Justizanstalt Sonnberg hat sich mittlerweile auf den Vollzug von Freiheitsstrafen an Sexualstraftätern spezialisiert. Besonderes Augenmerk kommt den wegen schwerem sexuellem Missbrauch von Unmündigen oder sexuellem Missbrauch von Unmündigen (§§ 206 und 207 StGB) verurteilten Straftätern zu. Neben einer drogenfreien Zone existiert auch eine Freigängerabteilung sowie ein etwas außerhalb des Gefängnisgeländes gelegenes Freigängerhaus.[3]

Von Juli 2007 bis Mai 2009 war in der Justizanstalt Sonnberg zudem der erste Suchtmittelspürhund der österreichischen Justizwache stationiert. Er konnte in jeder Justizanstalt Österreichs zum Einsatz kommen und wurde während des Zeitraums seiner Einsatztätigkeit insgesamt 60 Mal angefordert. Am 1. Juni 2009 wurde das Projekt vom Justizministerium aufgrund der zu hohen Kosten im Vollzugsbereich aufgegeben. Suchtmittelkontrollen finden nun wieder mithilfe von Spürhunden der Sicherheitsexekutive statt.[4][5]

Geschichte

Die Anstalt ist in einem ehemaligen Wasserschloss der Spätrenaissance, dem Schloss Sonnberg, das 1596 von den Freiherren von Gilleis als Ersatz für die vormalige Burg Sonnberg erbaut wurde situiert. Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss kurzzeitig als Feldlazarett benutzt. Erst 1955 erwarb die Justizverwaltung das Gebäude und baute es 1973 in eine moderne Strafvollzugseinrichtung um. Im Jahr 2005 wurde der bestehende Gebäudekomplex um 90 Haftplätze erweitert.[6]

Hauptartikel: Schloss Sonnberg

Literatur

  • Eröffnung des neu errichteten Werkstättentraktes der Justizanstalt Sonnberg - Festschrift 2010“ Herausgeber: Obstlt. Franz Neuteufel, Anstaltsleiterstv., Druck: Justizanstalt Sonnberg

Einzelnachweise

  1. Anfragebeantwortung der Bundesministerin für Justiz zum Thema Aktuelle Häftlingszahlen.
  2. Verordnung der Bundesministerin für Justiz über die Bestimmung der Justizanstalt Sonnberg als Organisationseinheit, bei der die Flexibilisierungsklausel zur Anwendung gelangt (Siehe Anlage, Punkt 2)
  3. Behandlungs- und Nachsorgeeinrichtungen im österreichischen Strafvollzug, eine Information des Bundesministeriums für Justiz.
  4. Artikel Spürnase im Häfen in der Zeitschrift Öffentliche Sicherheit (Ausgabe Mai/Juni 2008).
  5. Anfragebeantwortung von Justizministerin Claudia Bandion-Ortner zum Thema Einsatz von Diensthunden in Justizanstalten.
  6. Artikel auf orf.at vom 24. Oktober 2005 zur Eröffnung des Erweiterungsbaus.

Weblinks

48.53861111111116.061388888889Koordinaten: 48° 32′ 19″ N, 16° 3′ 41″ O